(openPR) Die Achterbahn der Ölpreise geht weiter. Nach dem unmotivierten Sprung am Montag über 72 USD korrigieren die Rohwarenbörsen in London (Brent / USD 69.95) und New York (WTI / USD 70.46) heute Morgen wieder deutlich nach unten. Der Dollar steht stabil im Band zwischen CHF 1.08 bis 1.09. Damit bleibt der Heizölpreis in der Schweiz in einem der teureren Preisbänder dieses Jahres. Und in einem der moderateren der vergangenen Jahre. Für die starken Ölpreis-Ausschläge sind zur Hauptsache spekulative Marktteilnehmer verantwortlich, die abwechslungsweise auf die kurz bevorstehende Erholung der Weltwirtschaft (?) oder auf die pessimistische wirtschaftliche Realität wetten. Je nach Bedarf auf das eine oder andere Element. Tatsache ist, dass aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage und der mittelfristigen Erwartungen der Ölpreis eine Etage zu hoch liegt. Laut jüngstem Bericht der Internationalen Energieagentur soll in den kommenden Jahren die weltweite Ölnachfrage pro Jahr gerade mal um 0.6% wachsen und dieses Jahr auf dem Niveau von 2004 neu beginnen. Auf der Angebotsseite finden wir die höchsten Ölvorräte der vergangenen Jahrzehnte. Und Förderreserven allein aus dem Kreis der OPEC-Länder von mindestens 5 Mio. Barrel pro Tag bei einem weltweiten Verbrauch von rund 85 Mio. Barrel / Tag. Von preissteigernden Engpässen kann definitiv nicht die Rede sein, zumal gestern der Irak neue Förderkonzessionen an BP und die staatliche chinesische Ölgesellschaft vergeben hat. Die Konzerne sollen den täglichen Ausstoss des Irak von 2.4 auf 4 Mio. Barrel am Tag erhöhen. Ähnliches planen die Saudis, welche ihre Fördermengen von 9 auf über 12 Mio. Fass pro Tag ausbauen wollen und gleichzeitig enorme Summen in die notorisch zu geringen Raffineriekapazitäten investieren. Es fällt vor diesem Hintergrund schwer zu glauben, dass der Ölpreis unbedingt auf 110 USD steigen soll, wie das die Investmentbank Goldman Sachs ihren Anlegern wieder anpreist. Das war übrigens die Firma, welche vor einem Jahr ein Preisziel von 200 USD festlegte. Wenigen Monate später war das Fass Rohöl für weniger als 40 USD käuflich erwerbbar.













