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China verhaftet drei Neffen von Rongye Adrak in Lithang (Osttibet)

22.08.200722:40 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: China verhaftet drei Neffen von Rongye Adrak in Lithang (Osttibet)
Einer der Verhafteten: Adruk Lopoe, ein Mönch des Klosters Lithang
Einer der Verhafteten: Adruk Lopoe, ein Mönch des Klosters Lithang

(openPR) Das Tibetische Zentrum für Menschenrechte und Demokratie in Dharamsala (Nordindien) erhielt eine bestätigte Information aus zuverlässiger Quelle, daß drei weitere Tibeter aus dem Dorf Yonru Kharshul, Gemeinde Ponkar, Distrikt Lithang, festgenommen wurden. Die Polizeiaktion steht in Zusammenhang mit dem Fall Rongye Adrak und den anhaltenden Protesten seiner Unterstützer aufgrund seiner Inhaftierung am 1. August.



Nach der Festnahme von Rongye Adrak belegten die Behörden Lithang und die umliegende Gegend mit schweren Restriktionen, weil sie einen Aufstand der Bevölkerung befürchteten. Wie es heißt, harrten Unterstützer von Rongye Adrak nach dessen Verhaftung tagelang vor dem Kreisbüro für Öffentliche Sicherheit aus und forderten seine unverzügliche Freilassung. Um sie einzuschüchtern, stellte die Kreisverwaltung von Lithang zusätzliche Einheiten der Bewaffneten Volkspolizei (PAP) zur Verstärkung bereit, um die Sympathisanten zu beobachten und zu überwachen.

Der Quelle zufolge "nahmen die Sicherheitsleute und die Milizen auf Befehl von oben einige der führenden Unterstützer fest, die sich in den letzten zwei Wochen um die Freilassung von Rongye Adrak bemüht hatten".

"Am Abend des 21. August 2007 stürmten zahlreiche Sicherheitskräfte und Polizeimilizen unvermittelt in Adraks Heimatdorf Yonru Kharshul (Kreis Lithang, Tibetische Autonome Präfektur Kardze, Provinz Sichuan) und nahmen drei seiner Neffen fest. Zuerst drangen die Sicherheitskräfte in Adraks Haus ein und fragten nach Adruk Lopoe, einem Mönch des Klosters Lithang, der den Aufruf für die Freilassung Rongyes angeführt hatte. Da sie Adruk Lopoe nicht vorfanden, nahmen sie willkürlich zwei seiner Brüder fest, Adruk Gyatso und Adruk Nyima, und brachten sie gewaltsam in das örtliche PSB-Haftzentrum. Dann durchsuchten sie das ganze Haus nach Beweismaterial, um einen Anklagegrund gegen sie zu haben."

Weiter verlautet aus unserer Quelle, daß "Adruk Lopoe ein paar Stunden später, als er von der Festnahme seiner beiden Brüder erfahren hatte, zum Public Security Bureau von Lithang ging und dem Diensthabenden erklärte: ‚Ich bin derjenige, den ihr sucht, und ich verlange die sofortige Freilassung meiner beiden Brüder.' Die PSB-Offiziere jedoch gingen nicht darauf ein und verhafteten ihn."

Das TCHRD ist in großer Sorge um Rongye Adrak und seine drei Neffen, die von den PSB-Offizieren und den PAP-Milizen des Kreises Lithang willkürlich in Haft gehalten werden. Da Folter in den von Chinesen geführten Gefängnissen und Haftanstalten gang und gäbe ist, befürchtet das Zentrum das Schlimmste.

Angesichts der nach wie vor angespannten Lage in Lithang appelliert das Zentrum an die Volksrepublik China, keine willkürlichen Verhaftungen mehr vorzunehmen. Es wendet sich eindringlich an die internationalen Bürgerrechtsorganisationen und die zuständigen UN-Gremien zur Förderung und zum Schutz der Menschenrechte mit der Bitte um Intervention und Hilfe für die baldige Freilassung der Festgenommenen. Das Zentrum erachtet das Vorgehen der Behörden als schweren Angriff auf die Meinungs- und die Redefreiheit, sowie als Fall von Freiheitsberaubung durch willkürliche Verhaftung.

Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist eines der grundlegenden Menschenrechte und Voraussetzung für die Wahrnehmung aller anderen Menschenrechte. Art. 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte lautet: "Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten." Ebenso garantiert Art. 35 der Verfassung der Volksrepublik China die "Freiheit der Meinungsäußerung, Presse, Versammlung, Bildung von Vereinigungen, Protestzügen und der Demonstration".

Am 1. August hatte Rongye Adrak, ein 52jähriger Khampa aus Lithang, beim jährlichen großen Pferderennen die Bühne betreten, wo er zunächst dem Lama des Ortes seinen Respekt erwies, dann zum Mikrophon griff und sich unvermittelt an die Zuschauer wandte. Er fragte die versammelten Nomaden, ob sie wollten, daß Seine Heiligkeit der Dalai Lama nach Tibet zurückkehre. Alle riefen einstimmig "ja", jubelten, klatschten und pfiffen Beifall. Rongye forderte auch die Freilassung von Gedhun Choekyi Nyima, dem 11. Panchen Lama von Tibet, der seit 12 Jahren von den chinesischen Behörden an einem unbekannten Ort festgehalten wird, sowie die von Tulku Tenzin Delek, der 2002 unrechtmäßig verurteilt wurde.

Bilder der drei Neffen, siehe: http://www.tchrd.org/press/2007/pr20070822.html

Bisherige Mitteilungen über die Verhaftung von Rongye Adrak und den Einsatz paramilitärischer Kräfte in Lithang nach seiner Verhaftung, siehe:

http://www.igfm-muenchen.de/tibet/TCHRD/2007/LithangProtest.html
http://www.igfm-muenchen.de/tibet/Phayul/RongyeAdrak_Appeal.html
http://www.igfm-muenchen.de/tibet/TCHRD/2007/RongyeAdrak_ungewissheit.html

Kontaktperson für weitere Auskünfte (engl.): Mr. Tashi Choephel, Tel. (Indien) +91-1892-223363/225874/229225

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