(openPR) Über die derzeitige Weltlage könnte man mit den Worten Ernest Hemingways sagen: „Bankrott geht zuerst schrittweise und dann überstürzt.“ Politiker lösen seit längerer Zeit schon kein einziges der großen Probleme mehr, die sich weltweit wie die Karnickel vermehren. Die Verzweiflung über ihre Unfähigkeit wirft sie offensichtlich auf den Egoismus zurück. Das kann durchaus subjektive Sicherheit geben, wie es auch die Unwissenheit tut, macht aber vernünftige Lösungen eher unwahrscheinlich.
Die Welt treibt derzeit in ihre größte Krise seit dem Zweiten Weltkrieg. Der von US-Präsident Trump angezettelte Handelskrieg ist dabei nur ein Symptom für den geistigen Rückzug in das vermeintliche Paradies unreflektierten Egoismus‘. Die inzwischen absolute Herrschaft des Geldes über die Welt hat die Menschheit verheert. Eine schmerzlose Heilung ist ausgeschlossen. Diejenigen, die noch in der Lage sind, komplex zu denken und die vielfältigen Zusammenhänge und Wechselwirkungen menschlichen Denkens und Handelns zu erkennen, mögen angesichts der Unfähigkeit der „Eliten“, die Welt zu managen, erschrecken. Aber sie können nichts tun.
Eine große Weltfinanz- und -wirtschaftskrise entwickelt sich bereits. Ihre Symptome sind unübersehbar, wenn auch die Finanzindustrie immer wieder mühevoll versucht, „Heile Welt“ zu spielen und die Spekulationsblasen stramm zu halten. Sie werden platzen. Die Anleihemärkte werden folgen und überschuldete Immobilien wird es anschließend zu Spottpreisen geben. Zombieunternehmen, deren Existenz allein am derzeit billigen Geld hängt, werden vom Markt verschwinden. Millionen Arbeitsplätze werden weltweit vernichtet. Schließlich wird es auch Staatspleiten geben.
Ein die ganze Welt überziehender Dominoeffekt des Zusammenbruchs ist mit noch so viel Neugeld der Notenbanken nicht aufzuhalten. Die im Kern finanzwirtschaftliche, aber unvermeidlich die Realwirtschaft ansteckende und schwer beschädigende Krise wird weltweit zwangsläufig auch politische Folgen nach sich ziehen. Politiker, die mehr ihren Impulsen folgen als dem Verstand, befeuern den Niedergang nach Kräften. Die Industrieländer sollten sich auf Massenarbeitslosigkeit und deren soziale sowie politische Folgen vorbereiten. Je eher sie das tun, desto besser. Leider handeln Politiker nur äußerst selten proaktiv. Ausnahmepolitiker. Die Masse von ihnen handelt aller Erfahrung nach erst, wenn die Verhältnisse sie dazu verlocken oder zwingen.
In dieser Gemengelage steht seit langem der Brexit an, der Ende März kommenden Jahres vollzogen sein soll. Mit dem kann es aber noch heiter werden. Die Briten werden vielleicht den Tag noch verfluchen, an dem sie für das Ausscheiden ihres Landes aus der Europäischen Union gestimmt haben, so renovierungsbedürftig dieses Projekt derzeit auch ist. Wenn es überhaupt zum Austritt kommt. Denn die offensichtliche Unfähigkeit der Briten, ihren Austritt aus der Europäischen Gemeinschaft vertragskonform und zügig zu verhandeln und zu organisieren, stärkt den Verdacht, daß es sehr starke Gegenkräfte gibt, die diesen unklugen Schritt verhindern wollen. Im günstigsten Fall wird es für die Briten heißen: Zurück auf Los. Im ungünstigsten wird der Brexit wahrscheinlich ein Sprung in die Tiefe ohne Fallschirm. In der Rest-EU verschieben sich die Mehrheitsverhältnisse zugunsten der finanziell laxen Mitglieder. Das wird bestehende Spannungen verstärken.
In der Europäischen Gemeinschaft nehmen die Zentrifugalkräfte ohnehin zu. Viele Neulinge der Gemeinschaft haben gern von den Subventionen der Europäischen Union profitiert. Jetzt, wo es darum geht, die Gemeinschaft angesichts zunehmender Meinungsverschiedenheiten zusammen zu halten und im Umfeld weltweiter politischer und wirtschaftlicher Turbulenzen zu stärken und zu sichern, dominiert der Eigennutz. Das ist sehr kurzsichtig, könnte am Ende die Währungsunion sprengen und die wirtschaftliche Union erheblich schwächen. Aber für die meisten Politiker ist offensichtlich der nächste Wahltermin in ihrem Heimatland wichtiger als das Schicksal Europas.
Die Südländer der Währungsunion sind finanziell aus eigenem Verschulden schwer angeschlagen und schielen unverhohlen nach deutschem Geld. Dem nachzugeben, wäre die größte und gefährlichste Dummheit, die deutsche Politiker machen können. Zumal die soziale Schieflage in Deutschland weiter zunimmt und keine einzige Partei beabsichtigt, daran etwas zu ändern – weder durch eine längst überfällige Anpassung des Einkommensbesteuerung an die inzwischen gigantische Spreizung der Einkommen noch durch Sicherstellung von Renten, die Rentnerinnen und Rentnern eine angemessene Teilhabe am sozial-kulturellen Leben unserer Gesellschaft gewährleisten. Würden unter diesen soziale erbärmlichen Umständen hunderte Milliarden deutsches Geld in den Süden fließen und so den finanziellen Schlendrian in den Südländern der Union belohnen, wären die politischen Folgen nicht nur desaströs für das deutsche Parteienestablishment, sondern auch ein Desaster für Europa.
Mehrmals wurde in den vergangenen Jahren hier schon vorgeschlagen, den Euro in einen stabilen Nordeuro und einen bedarfsgerecht weichen Südeuro zu spalten, um dadurch den unterschiedlichen Bedürfnissen der Völker und ihrer Regierungen Rechnung zu tragen. Europa, dieser bunte Flickenteppich aus ganz unterschiedlichen kleinen und großen Staaten mit ihren Völkern und deren sehr unterschiedlichen Mentalitäten und Temperamenten muß doch kein Eintopf werden. Es genügte, wenn das gemeinsam organisiert und durchgeführt würde, was Europa als Ganzes unter den Weltmächten einflußreicher und handlungsfähiger macht.
In der gegenwärtigen GroKo riskieren Parteiegoismus und persönliche Karrieregier skrupellos Zerwürfnisse, die sich verheerend auf die Entscheidungsfähigkeit der Bundesregierung auswirken, ja sogar zu Neuwahlen führen könnten. Für die europäische Selbstbehauptung in einer rasch turbulenter werdenden Welt und angesichts einer möglichen Weltfinanz- und -wirtschaftskrise wäre das die größte anzunehmende Katastrophe. Wenn auch das Flüchtlingsproblem wirklich dringend gelöst werden muß, so sollten die Verantwortlichen GroKo-Politiker doch über den Tellerrand persönlicher Macht- und Karrierelüste hinaus die politische Handlungsfähigkeit Deutschlands sicherstellen.
„Parlamentarismus nennen wir den Aberglauben, daß aus dem egoistischen Interessengerangel einiger Privilegierter die besten Entscheidungen zum Wohle eines Volkes hervorgehen“, meint Prof. Querulix angesichts des Theaterstücks, das derzeit in Berlin aufgeführt wird und dessen (vorläufiger) letzter Akt heute früh mit einem Waffenstillstand endete. Das Stück, an dem zahlreiche Autoren mitarbeiten, ist aber noch unvollendet und wir dürfen auf die nächsten Akte gespannt sein.
Das Flüchtlingsproblem ist nämlich noch lange nicht gelöst. Die EU-Politiker werden aber eine Lösung für das Flüchtlingsproblem finden müssen, die weitere Zuwanderung stoppt. Die Probleme der Dritten Welt können nicht in Europa gelöst werden. Allein die Unfähigkeit der Politiker, hier für soziale Gerechtigkeit zu sorgen, macht den weiteren Zuzug von Migranten zu einem Risiko für den sozialen Frieden. Die Flüchtlingsströme müssen dort gestoppt werden, wo sie entstehen. Dem stehen nur allzu oft die Interessen der dortigen – nicht selten korrupten – „Eliten“ entgegen, die in erster Linie ihr Eigenwohl zu sichern und zu fördern trachten. Das ist nicht mehr hinnehmbar. Entwicklungshilfe ist bisher überwiegend gescheitert, weil sie den falschen geholfen hat. Sie muß künftig den Völkern helfen, den nicht privilegierten Menschen, den Ausgebeuteten.
Die absehbare technologische Entwicklung wird künftig auch viele Europäer arbeitslos machen. Auch Arbeitsplätze von höher qualifizierten Menschen werden wegfallen. Wie unsere Politiker dieses absehbare soziale Problem lösen wollen, ist bisher unbekannt. Mit einer massenhaften Zuwanderung überwiegend gering qualifizierter und der Deutschen Sprache nicht mächtiger Menschen aus fremden Kulturen wird es ganz sicher nicht gelöst. So schafft man allenfalls zusätzliche Anpassungsprobleme einer Gesellschaft, der die Arbeit ausgeht. Die politischen Folgen könnten verheerend sein.
Die Erfahrungen aus Frankreich und Großbritannien mit den Zuwanderern aus ihren früheren Kolonien und mit den als Arbeitsmigranten ins Land geholten Türken in Deutschland zeigen, daß die Integration von Menschen aus anderen Kulturen, die anderen Ideologien und Religionen anhängen, ein sehr schwieriges Unterfangen ist, bei dem auf lange Zeit mit Problemen gerechnet werden muß. Die Subgesellschaften, die sie erfahrungsgemäß bilden, sind eine dauernde große Gefahr für den sozialen Frieden. Auch deshalb müssen die Ursachen der Massenflucht aus fremden Kulturen nach Europa in den Herkunftsländern der Flüchtlinge beseitigt werden.
Das große Geld regiert die Welt, aber lebenswerter macht es sie für die allermeisten Menschen nicht. Solange sich daran nichts ändert und Menschen von den sie beherrschenden „Eliten“ unter dem Aspekt von Kosten und Nutzen benutzt, gebraucht und verbraucht werden, anstatt sie als Mitmenschen zu achten und sie an den Ergebnissen der gemeinsamen Arbeit gerecht zu beteiligen, wird sich die Geschichte unter Nutzung verbesserter Technologie nur ständig wiederholen. Letztlich zum Schaden aller. Fortschritt für die Menschheit kann man das wirklich nicht nennen. Wenn die Idee der Europäischen Einigung nicht mehr ist als ein Wirtschaftsförderungsprojekt zugunsten derer, denen die Wirtschaft gehört, und die besitzlose Klasse der Menschen nur die Rolle möglichst billiger Arbeitstiere und dummer Konsumenten spielen sollen, ist sie für die große Mehrheit der Mitbürgerinnen und Mitbürger vollkommen uninteressant.
Es scheint, als ob unbeherrschbare sich selbst verstärkende Zentrifugalkräfte die Menschenwelt auseinandertreiben. Welches Schicksal droht ihr angesichts des eigensüchtigen Herumstümperns ihrer „Eliten“? Vielleicht das Grande Finale Furioso. Und dann zurück auf Los.
Prof. Querulix beobachtet und kommentiert seit vielen Jahren und mit wachsender Sorge um Frieden, Freiheit und das allgemeine Wohl das fragwürdige Treiben der Menschentiere, insbesondere das ihrer Alphas. Seine Beobachtungen dokumentiert und kommentiert er in der eBook-Reihe „Tacheles“, in der bisher 7 Bände erschienen sind. Der jüngste trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3). Wie seine 6 Vorgänger ist er in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro zu haben.
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