(openPR) „Geld ist notwendiges Übel. Mehr nicht, aber auch nicht weniger, und es ist der gefährlichste Feind wahren, zweckfreien Menschseins.“ (Prof. Querulix)
Im real existierenden Kapitalismus ist nicht der Mensch Zweck allen Wirtschaftens, sondern der Profit. Der Mensch ist nur ein Mittel der Profiterzielung derer, die über die Produktionsmittel verfügen: einerseits (gezwungenermaßen) als Arbeitskraft und Produktionsmittel, andererseits als (zwangsläufiger) Abnehmer der Produkte. Abgesehen von dem moralischen Abgrund, der sich angesichts dieser Tatsache auftut, daß Menschen ihre Mitmenschen zu eigennützigen Zwecken benutzen, erweist sich die Zwitterstellung des Menschen als Produktionsmittel einerseits und als Konsument andererseits, als Erzeuger und zugleich Verbraucher als zwangsläufig.
Die Kritik richtet sich deshalb nicht auf die Tatsache der zweifachen Funktion des Menschen als Produzent und Konsument. Sie richtet sich lediglich auf die Tatsache seiner Ausbeutung in beiden Funktionen. Daß Menschen in mehr oder weniger (un)abhängigen Stellungen arbeiten oder daß sie für unterschiedliche Tätigkeiten unter unterschiedlichen Bedingungen auch unterschiedlich bezahlt werden, ist grundsätzlich nicht zu beanstanden. Die Unterschiede müssen nur gerecht betrachtet werden und der Mensch muß dabei stets als Ziel und nicht als Mittel der Beurteilung und Entscheidungen gelten.
Daß die Einkommensunterschiede inzwischen jedes sachlich gerechtfertigte und damit vernünftige Maß verloren haben, ist allerdings vollkommen ungerechtfertigt und skandalös. Wir können in vielen Fällen, die sich vor allem in großen Unternehmen abspielen, längst nicht mehr von Leistungseinkommen sprechen, sondern nur noch von Beuteeinkommen. Der Stärkere und Skrupellosere greift sich das größte Stück von der „Beute“ und wenn ihm die nicht groß genug ist, wird eben den Schwächeren zusätzlich in die Tasche gegriffen. Oder man entsorgt sie in die Arbeitslosigkeit. Das gilt auch, wenn die „Beute“ nur deshalb geringer ausfällt, weil die Bosse unfähig sind, ihren Job richtig zu machen.
In einer reichen Gesellschaft wie der unsrigen gibt es keinerlei Veranlassung, diejenigen immer weiter zu mästen, die ohnehin schon die größten Brocken verschlingen. Es ist nicht nur unmoralisch, sondern auch wirtschaftlich und politisch unklug, einen immer tieferen und breiteren Graben zwischen denen zu schaffen, die ihre Einkommen, z.B. als Vorstände und Aufsichtsräte großer Unternehmen, in geradezu unverschämte Größenordnungen gesteigert haben, und den vielen Millionen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die das mit ihrer Arbeitsleistung, stagnierenden oder gar sinkenden Realeinkommen und nicht selten in prekären Beschäftigungsverhältnissen finanzieren.
Die Kritik richtet sich an die, die ihre Mitmenschen aus Macht- und Habsucht ausnutzen und dabei in Kauf nehmen, daß immer mehr Deutsche nicht einmal das Nötigste zum anständigen Leben bekommen. Was das für die künftige politische Stabilität bedeutet, läßt der Niedergang der Weiter-So!-Parteien erkennen.
Wir brauchen keine Politiker, die sich zu Lobbyisten engstirnigen Eigennutzes macht- und geldgieriger Minderheiten machen, Politiker, die alles unterlassen, was die Lage der zahlreicher werdenden Bedrängten zu verbessern geeignet wäre. Wir brauchen keine Politiker, die weder eine gerecht gestaltete Einkommensteuer noch auskömmliche Renten für Jedefrau und Jedermann für notwendig halten. Wir haben es satt, hinter „christlichen“ und „sozialen“ Etiketten die Lobbyisten des Großkapitals an der Verdummung und Ausbeutung der Menschen zugunsten einer Nimmersatten Minderheit arbeiten zu sehen.
Wie ungerecht sich allein die Einkommensteuer für viele Mitbürgerinnen und Mitbürger auswirkt, die im unteren Bereich des Steuertarifs veranlagt werden, wurde an dieser Stelle schon mehrfach gezeigt. Weil für Sozialtransfers unterschiedliche Regeln hinsichtlich ihrer steuerlichen Behandlung gelten, entstehen in vielen Fällen geradezu aberwitzige Steuerquoten. Das Problem wurde inzwischen auch von anderer Seite thematisiert. Hinzu kommt aber noch die Benachteiligung, die dadurch entsteht, daß geringe Einkommen regelmäßig gänzlich für den Lebensunterhalt ausgegeben werden müssen und deshalb auch für das gesamte Nettoeinkommen (abzüglich Miete) Mehrwertsteuer anfällt. Bei hohen Einkommen, die nur teilweise konsumiert werden, wird diese relative Belastung geringer oder sogar sehr viel geringer. Und die kalte Progression verstärkt die Benachteiligung der unteren Einkommen im Zeitablauf noch mehr.
Es gilt deshalb, künftig die tatsächliche Belastung mit Steuern und Zwangsabgaben in den Blick zu nehmen und eine als gerecht empfundene Gesamtbelastung aller Steuerzahler zu erreichen. Die angemessene Beteiligung aller Mitbürgerinnen und Mitbürger am – schließlich gemeinsam! erarbeiteten – Volkseinkommen muß im Interesse des sozialen Friedens künftig sichergestellt werden. Die Regeln der Bemessung dieser Beteiligung müssen vor dem Einfluß von Lobbys und ihnen höriger Politiker wirksam geschützt werden.
Soziale Stabilität und die Sicherung sozialen Friedens dürfen nicht weiter dem tagespolitischen Klein-Klein und damit dem Zufall überlassen werden. Es gilt jetzt, Deutschland sozial für die Zukunft fit zu machen.
Vor einigen Jahren kam eine Studie mit dem Titel „Unbedingtes individuelles Grundeinkommen in Gestalt einer negativen Einkommensteuer - Kernstück einer unvermeidlichen Radikalreform unserer Gesellschaft“ heraus. Darin wird aufgezeigt, wie ein Grundeinkommen zugleich sozial gerecht und administrativ gut praktikabel gestaltet werden könnte. Die Studie zeigt auch, wie ein solches Grundeinkommen die unvermeidliche Transformation der Gesellschaft in das postindustrielle Zeitalter sozial absichern und erleichtern könnte, in dem Millionen heute noch sicher geglaubte Arbeitsplätze verloren gehen, dafür aber Arbeitskraft für Aufgaben (wie z.B. Soziales, Erziehung und Bildung, Öffentliche Ordnung und Sicherheit) frei wird, die heute noch vernachlässigt werden.
Das in der Studie vorgestellte Grundeinkommen kann und soll also viel mehr als nur eine gerechtere Beteiligung aller Mitbürgerinnen und Mitbürger am Volkseinkommen sicherstellen, nämlich eine Gesellschaft ermöglichen, ja fördern, die den Menschen wieder zum Zweck der Politik und des Wirtschaftens macht. Diese Zielsetzung ist es aber gerade, die den Widerstand der Macht- und Geld-„Eliten“ hervorruft. Denn sie verhindert zuverlässig Ausbeutung und schließliche Versklavung der Menschenmehrheit durch eine nimmersatte macht- und geldgierige Minderheit.
Die Studie ist als eBook (ISBN 978-3-943788-18-1, PDF) oder (ISBN 978-3-943788-32-7, ePub) beim eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort sowie in jeder gut sortierten (Internet-)Buchhandlung für je 9,95 Euro erhältlich.
Daß gerechte und sichere Einkommen, wie sie ein so verfaßtes Grundeinkommen sicherstellen würde, auch zur volkswirtschaftlichen Stabilisierung beitrügen, ergibt sich schon aus der eingangs genannten Zwitterstellung des Menschen als Produktionsmittel und Konsument: Sichere und für ein zur angemessenen Teilnahme am sozial-kulturellen Leben der Gesellschaft auskömmliche Einkommen sind deshalb nicht nur ein Gebot der Gerechtigkeit, sondern auch der wirtschaftlichen Vernunft. Denn sie sichern die Binnennachfrage und stabilisieren so die ganze Volkswirtschaft. Sich auf den Export zu verlassen und sich immer abhängiger von ihm zu machen, ist unverantwortlich. Denn er ist auch von politischen Ereignissen abhängig, die oft schwer einzuschätzen und letztlich auch nicht kontrollierbar sind. Trumps Idee von der „Stärkung“ der USA durch zusätzliche und höhere Einfuhrzölle ist ein Beispiel für diese Unsicherheit, mit der wir trotz aller Vergeltungsmaßnahmen leben müssen.
Außerdem führt Export allzu leicht zu einer Verschwendung von Ressourcen, die im eigenen Land dringend gebraucht werden. Das Ergebnis sind dann unterlassene Zukunftsinvestitionen, Mangel an Arbeitskräften und hohe politische Risiken für die es keine Absicherung und keinen Ausgleich gibt.
Ein Grundeinkommen ist deshalb nicht nur moralisch geboten, sondern es ist auch wirtschaftlich sinnvoll und im Interesse der politischen Stabilität und Handlungsfreiheit nützlich.
Prof. Querulix beobachtet und kommentiert seit vielen Jahren und mit wachsender Sorge um Frieden, Freiheit sowie um die wirtschaftliche Prosperität das fragwürdige Treiben der Menschentiere. Seine Beobachtungen dokumentiert und kommentiert er in der eBook-Reihe „Tacheles“, in der bisher 7 Bände erschienen sind. Der jüngste trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3). Wie seine 6 Vorgänger ist er im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort sowie in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro zu haben.
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