(openPR) Eine Volkswirtschaft kann nur gedeihen, wenn es genügend gut ausgebildete Menschen gibt, die fleißig und diszipliniert arbeiten. Auch wenn absehbar ist, daß der technologische Fortschritt in Zukunft weniger Arbeitskräfte – vor allem auch weniger qualifizierte Arbeitskräfte – erfordert, bleiben menschliche Leistungskraft und Leistungsmotivation die bestimmenden Faktoren des materiellen Wohlstands. Für die nicht automatisierbaren und nicht auf Maschinen übertragbaren Aufgaben, wie zum Beispiel im Bereich von Erziehung und Pflege, werden sogar viel mehr gut motivierte Menschen gebraucht als heute.
Der materielle Wohlstand macht das Lebensglück der Menschen aber nicht aus. Er ist lediglich eine Basis, darf aber keineswegs zum Selbstzweck werden.
Skandalmeldungen aus den USA – Berichte von menschenfeindlichen Arbeitsbedingungen bei Amazon und anderen Firmen lassen aufhorchen. Wer die Belastungen – z.B. 8-Stundenwoche, 24-Stunden Erreichbarkeit, eMail-Flut und Mobbing nicht aushalte, dem werde gesagt, er solle besser kündigen, weil er für das Unternehmen nicht genug leiste. So äußern sich frühere Mitarbeiter. Die „Oberen“ in den betreffenden Unternehmen sehen das natürlich anders. Unbezahlte Überstunden, Dauerstreß und beinharter Konkurrenzkampf charakterisieren nach Angaben vieler Betroffener inzwischen zunehmend das Berufsleben.
Gewiß sind die wenigsten us-amerikanischen Unternehmer und Führungskräfte Leuteschinder. Die Nachrichten machen aber auf eine Entwicklung in jungen, von ehrgeizigen Menschen geführten und schnell gewachsenen Unternehmen aufmerksam. Sie offenbaren eine Moral, die Menschen nicht als Zweck, sondern als Mittel des Wirtschaftens sieht, letztlich als Mittel der Selbstverwirklichung ihrer Chefs. Europa hat eine andere Kultur. Dennoch gibt es auch hier Anzeichen eines ähnlichen Entwicklungstrends. Und der wird sich so lange fortsetzen und verstärken, bis die Arbeitnehmer energisch dagegen halten.
„Für sein Lebensglück ist jeder selbst verantwortlich. Wir können nicht erwarten, daß andere es sich zur Lebensaufgabe machen, uns glücklich zu machen“, gibt Prof. Querulix im Volksmund zu bedenken.
Die Agendapolitik Schröders hat bereits heute zur Folge, daß die prekären Arbeitsverhältnisse, von deren Lohn niemand leben, allenfalls vegetieren kann, sich auch in Europa mit wachsender Geschwindigkeit ausbreiten. Rund 12 Millionen Deutsche gelten heute schon als arm. Altersarmut ist darüber hinaus Millionen Menschen heute schon sicher. Ein privater Ausgleich für die immer weiter aufklaffende Versorgungslücke ist den wenigsten möglich, nicht zuletzt auch wegen der schleichenden Enteignung von Spargeldern und Kapitallebensversicherungen durch die Politik realer Negativzinsen der EZB.
Wenn wir uns nicht dem Risiko sozialer Eruptionen aussetzen wollen, die auch schnell blutig verlaufen könnten, sollten wir die Gesellschaft der Zukunft planen und nicht einfach abwarten, was sich aus der anstehenden globalen wirtschaftlichen und sozialen Krise von selbst entwickelt. Deutschland hätte die Ressourcen und die Kraft dazu. Die Gesellschaft ist für die große Mehrheit der Menschen nur lebenswert und sie werden sie deshalb nur dann akzeptieren und sich für die engagieren, wenn sie ihre Bedürfnisse in der Politik angemessen berücksichtigt finden.
Ein Sklavenstaat, in dem wenige gigantische Vermögen zusammenraffen und es sich gutgehen lassen, während ihre nützlichen Idioten Heerscharen von ausgebeuteten Mitmenschen in Schach halten und zur Arbeit antreiben, wird es in Europa nicht geben. Allenfalls werden soziale Strukturen wie wir sie aus Entwicklungs- und Schwellenländern (und den USA?) kennen, eine unruhige, immer wieder von Gewaltausbrüchen erschütterte und letztlich für niemanden lebenswerte Welt schaffen. Wenn es nicht gelingt, die Menschen mit einer dem Allgemeinwohl statt Sonderinteressen verpflichteten Politik davon zu überzeugen, daß sie der Zweck und nicht nur die Mittel politischen Handelns sind, wird es künftig weder sozialen Frieden noch politische Stabilität geben. Und die Wirtschaftsleistung wird auch den sprichwörtlichen Bach hinuntergehen.
Was nottut, ist eine Verringerung der Kluft zwischen Arm und Reich sowie die Sicherung eines lebenslang angemessenen und – wie es so schön heißt – zur Teilnehme am sozial-kulturellen Leben befähigendes Einkommens für alle Mitbürgerinnen und Mitbürger. Dazu wären mindestens eine deutliche Verschiebung der Steuerlast von den unteren zu den oberen Einkommen sowie ein Grundeinkommen notwendig. Wenn das in absehbarer Zeit gegen die Interessen der polit-ökonomischen Herrscherklasse nicht durchsetzbar ist, müßten diese Maßnahmen, um Schlimmeres zu verhüten, später wahrscheinlich durch eine Vermögensabgabe und höhere Erbschaftssteuern ergänzt werden, um soziale Eintracht wieder herzustellen.
Was mit Vernunft und gutem Willen möglich wäre, ist in einer kleinen, vor einigen Jahren erschienenen Studie nachzulesen. Obwohl sie den Titel „Unbedingtes individuelles Grundeinkommen in Gestalt einer negativen Einkommensteuer - Kernstück einer unvermeidlichen Radikalreform unserer Gesellschaft“ trägt, geht es dem Verfasser nicht allein um die Abschaffung von Armut und die Wiederherstellung einer materiellen sozialen Balance in der Bevölkerung. Vielmehr ist sein langfristiges Ziel eine Gesellschaft von mündiger und verantwortungsbewußter am politischen Geschehen „ihres“ Staates teilnehmenden Bürgerinnen und Bürgern.
Doch leider beweist uns die Erfahrung täglich: „Das knappste Gut auf Erden ist die Vernunft. Das fällt nur deshalb nicht besonders auf, weil auch die Nachfrage danach äußerst gering ist.“ (Prof. Querulix, Volksmund)
Die Studie „Unbedingtes individuelles Grundeinkommen in Gestalt einer negativen Einkommensteuer - Kernstück einer unvermeidlichen Radikalreform unserer Gesellschaft“ (ISBN 978-3-943788-18-1, eBook [PDF] oder ISBN 978-3-943788-32-7, eBook [ePub]). Die mit Zahlen unterlegte Studie ist für 9,95 Euro beim Verlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) sowie in allen guten (Internet-)Buchhandlungen erhältlich.
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