(openPR) Eigentlich ist es unglaublich, daß intelligente Menschen solche Dummheiten fertigbringen wie wir sie derzeit überall in der Welt beobachten. Um zu begreifen, daß Schuldenmachen auf Teufel komm raus nicht ad infinitum möglich ist, braucht es doch eigentlich keine besondere Begabung. Gesunder Menschenverstand genügte dazu. Leider geht der im Zustand blindwütigen Raffens, einer besonders gefährlichen Art psychischen Ausnahmezustandes, offensichtlich restlos und unwiederbringlich verloren.
Seit Jahren wabern gigantische Mengen von Schrottanleihen auf der trüben Brühe der Weltfinanzwirtschaft. Ihre Menge nimmt ständig zu. Das billige oder real sogar kostenlose Geld wirkt wie ein Düngemittel für finanzielle Hazardspiele. Die Fluten faktisch ungedeckter Schulden haben die Fundamente der Banken inzwischen unterspült. Höchste Einsturzgefahr! Viele wackeln bereits bedenklich. Der Realwirtschaft wird der Einsturz der Schuldenkartenhäuser böse mitspielen.
Zu allem Überfluß gibt es noch eine andere Gefahr. Die Finanzindustrie hat nämlich Millionen und Abermillionen sogenannter Derivate erzeugt, die „Massenvernichtungsmittel der Finanzindustrie“ wie der erfolgreiche Investor Warren Buffett sie einmal nannte, deren theoretischer Wert nach Schätzungen von Fachleuten das Weltsozialprodukt übertrifft. Diese Derivate sind bestens geeignet, das Meer von Schrottanleihen und Schulden in ein Höllenfeuer zu verwandeln, in dem die Kurse von Aktien- und Anleihen sich in Rauch auflösen. Es braucht nur noch einen Zündfunken.
Der kann angesichts des maroden Zustandes zahlreicher Banken und überschuldeter Staaten sowie zunehmender Nervosität der Spekulanten jederzeit entstehen. Die politischen Ereignisse und Entwicklungen begünstigen das auch noch. Nicht ausgeschlossen, daß wir bald die Mutter aller Finanz- und Wirtschaftskrisen kennen- und erleben werden, die Tochter von Raffgier und Dummheit. Über weitere „Rettungsversuche“ nachzudenken, dürfte angesichts dessen, was sich derzeit zusammenbraut, nur Zeitverschwendung sein.
Nichts geht mehr. Die zahlreichen unterschiedlichen Motive und Bestrebungen der politischen und finanzwirtschaftlichen Akteure sowie die schiere Menge der aufgeschobenen Problemlösungen und die Rück- und Wechselwirkungen zahlreicher ungeeigneter „Lösungs“-versuche haben einen Zustand der Lähmung erzeugt. Die Lage ist vergleichbar einem Flugzeug im Gewittersturm, dessen Leitwerke sich nicht mehr zielgerichtet koordiniert bedienen lassen.
Es bleibt nur die autonome „Lösung“ der Banken- und Schuldenkrise, die systemische Selbstentfesselung. Daß diese auch die Realwirtschaft und damit viele Millionen Menschen in große Schwierigkeiten bringt, ist unvermeidlich. Denn die Realwirtschaft ist durch die Folgen der Bankenrettungs- und Pleitestaatenfinanzierungspolitik der Notenbanken bereits stark vorgeschädigt. Man denke nur an die Fehlinvestitionen infolge künstlich gedrückter Zinsen und an Investitionen, die sich nur bei Null- und Minizinsen rechnen und mit der autonomen Krisenlösung in der Pleite enden. Man denke auch an die Unterlassung von Zukunftsinvestitionen, weil es für Vorstände und Aufsichtsräte von Aktiengesellschaften lukrativer war, Kredite aufzunehmen, um eigene Aktien des Unternehmens zurückzukaufen und damit den Kurs nach oben zu treiben, was als eine Art Fake-Erfolg wiederum die eigenen Bezüge gesteigert hat.
Gerade das letzte Beispiel zeigt, wie krank das gegenwärtige Finanz- und Wirtschaftssystem ist. Die im Falle der Normalisierung unvermeidlichen Pleiten und ihre Folgewirkungen auf andere Unternehmen werden zu einer sprunghaften Zunahme der Arbeitslosigkeit führen. Die Arbeitslosigkeit könnte durchaus politisch riskante Größenordnungen erreichen. Denn die platzenden Spekulationsblasen und zusammenbrechende Schuldenkartenhäuser werden immense Summen Geldes vernichten, das für Investitionen nicht mehr zur Verfügung steht. Pleiten erzeugen weitere Pleiten.
Es wäre nicht schlecht, wenn sich Politiker und staatliche Institutionen auf sehr turbulente Zeiten vorbereiten und im Interesse der Völker, für die sie verantwortlich sind, vorsorgen würden. Eigentlich wäre es sogar ihre Pflicht. Aber haben Sie schon einmal Politiker erlebt, die zukunftsorientiert handeln? Die sind ja nicht einmal in der Lage, ihre fortgesetzt selbst erzeugten Probleme in den Griff zu bekommen.
Das Platzen der Spekulationsblasen ist unvermeidlich. Der Zusammenbruch des Schuldenkartenhauses ist unvermeidlich. Die Pleite aller Zombie-Banken ist unvermeidlich. Wäre es deshalb nicht angebracht, darüber nachzudenken, wie die unvermeidlichen realwirtschaftlichen Folgen beherrscht werden können? Die Politiker und ihre Klientele scheinen zu sehr mit der Erhaltung ihrer Macht und ihrer Privilegien beschäftigt zu sein, um Zeit und Energie für die Planung der künftigen Verfassung unserer Gesellschaft nach dem unvermeidlichen Crash aufzubringen. Der Neustart könnte längst überfällige Reformen ermöglichen. Wie wäre es, die Chance zu nutzen, um einen Staat zu schaffen, dessen „Eliten“ sich bedingungslos sozialer Gerechtigkeit und dem allgemeinen Wohl verpflichtet fühlten?
In diesem Zusammenhang sei an eine kleine Studie erinnert, die vor einigen Jahren erschienen ist. Sie trägt den Titel „Unbedingtes individuelles Grundeinkommen in Gestalt einer negativen Einkommensteuer - Kernstück einer unvermeidlichen Radikalreform unserer Gesellschaft“. Der Titel läßt bereits ahnen, daß der Verfasser der Studie das Grundeinkommen als tragfähige sozialwirtschaftliche Basis unter den absehbaren Bedingungen des technologischen Fortschritts und der Notwendigkeit umweltschonenden Wirtschaftens betrachtet. Ein Grundeinkommen, wie es in der Studie vorgeschlagen wird, wäre am besten geeignet, den Bedürfnissen der Menschen Vorrang vor den Profitinteressen der Eigentümer der Produktionsmittel geben. Mit einem Grundeinkommen, wie es in der Studie vorgeschlagen wird, könnte relativ einfach und kostengünstig der Mensch als Zweck der Politik und des Wirtschaftens anerkannt werden, statt wie derzeit nur als Mittel des Profits einer habgierigen „Elite“.
Nicht mehr der unablässig steigende Profit weniger, sondern das Wohlergehen aller muß der Zweck allen Wirtschaftens sein. Nur dann hat die Menschheit noch eine Chance auf eine friedliche Zukunft. In der Studie wird skizziert, wie ein Grundeinkommen zugleich sozial gerecht und administrativ einfach praktikabel gestaltet werden könnte. Sie ist als eBook (ISBN 978-3-943788-18-1, PDF) oder (ISBN 978-3-943788-32-7, ePub) in jeder gut sortierten (Internet-) Buchhandlung für je 9,95 Euro erhältlich.
Die Menschheit steht angesichts der unvermeidlichen Weltfinanz- und -wirtschaftskrise vor ihrer vielleicht größten Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg. Vielleicht sogar vor einer noch größeren. Wieder einmal wird es für die Menschheit heißen: Zurück auf Los! Neustart. Ob sie die Herausforderung zukunfts- und freiheitssichernd meistert, werden wir erleben.
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