Der "Global State of the Media Report" von CISION enthüllt jährlich die Wünsche, Anforderungen und Herausforderungen von Medienprofis. Erfahren Sie, welche Themen sie fesseln, welche Informationsquellen sie bevorzugen und wie PR-Experten ihre Botschaften effektiv gestalten können, um die Aufmerksamkeit der Presse zu erregen. Mit diesen Einblicken können Unternehmen und Agenturen ihre PR-Strategien verfeinern, bessere Pressemitteilungen verfassen und erfolgreiche Beziehungen zu Journalisten aufbauen. Erfahren Sie hier was Journalisten wollen!
Dürfen Journalisten schreiben was sie wollen?

In Deutschland wird die Presse- und Medienfreiheit als ein grundlegendes Recht betrachtet, das im Grundgesetz verankert ist. Dieses grundlegende Recht bietet Journalisten einen rechtlichen Schutz, der es ihnen ermöglicht, über eine breite Palette von Themen ohne staatliche Einmischung oder Zensur zu berichten.
Während das Grundgesetz weitreichende Freiheiten gewährt, gibt es auch rechtliche Einschränkungen, an die sich Journalisten halten müssen. Jugendschutz, Persönlichkeitsrechte oder Gesetze gegen Diffamierung und Verleumdung dienen beispielsweise zum Schutz von Einzelpersonen und Organisationen.
Ein weiterer wesentlicher Faktor in der deutschen Medienlandschaft ist der Pressekodex, der vom Deutschen Presserat herausgegeben wird. Dieses Dokument bietet ethische Richtlinien und Standards, an die sich Journalisten halten sollten, um eine verantwortungsvolle und ethische Berichterstattung zu gewährleisten, zum Beispiel im Hinblick auf Sensationsberichterstattung, Schutz der Privatsphäre und Diskriminierung.
Trotz der weitreichenden Freiheiten sind Journalisten und Medienorganisationen nicht vollkommen unabhängig in ihrer Berichterstattung. Ein entscheidender Faktor, der die Art der Berichterstattung beeinflusst, ist die redaktionelle Linie. Jede Zeitung, jeder Fernsehsender oder jedes andere Medium hat eine gewisse redaktionelle Ausrichtung, die durch die Chefredaktion, den Verlag oder sogar den Medieneigentümer festgelegt werden kann. Diese Linie gibt den allgemeinen Ton und die Perspektive vor, aus der berichtet wird. Innerhalb dieses Rahmens können Journalisten Themen vorschlagen oder erhalten Themen von ihren Vorgesetzten.
In vielen Medienhäusern gibt es zudem tägliche oder wöchentliche Redaktionskonferenzen und -pläne, in denen über aktuelle Themen, Vorschläge von Reportern und anstehende Geschichten diskutiert wird. Hier werden oft Entscheidungen darüber getroffen, welche Geschichten weiterverfolgt und welche veröffentlicht werden.
Schließlich spielt das Publikumsinteresse eine wichtige Rolle bei der Auswahl der Themen. Geschichten, die als besonders relevant oder von großem öffentlichem Interesse angesehen werden, werden oft bevorzugt behandelt und erhalten mehr Aufmerksamkeit in den Medien.
In einigen Fällen können auch wirtschaftliche oder politische Interessen der Medieneigentümer oder Werbetreibenden Einfluss auf die redaktionelle Entscheidungsfindung haben, obwohl dies idealerweise nicht der Fall sein sollte.
Aber was interessiert Journalisten?
Was einen Journalisten interessiert, variiert natürlich je nach Fachgebiet, Medium und Zielgruppe, aber generell suchen alle Journalisten nach Informationen und Geschichten, die:
- relevant sind: Sie wollen über Themen berichten, die für ihre Zielgruppe von Bedeutung sind.
- aktuell sind: Zeitnahe Ereignisse und Entwicklungen haben oft Vorrang vor älteren Geschichten, es sei denn, es handelt sich um eine tiefgreifende Analyse oder einen Rückblick.
- informativen Wert haben: Journalisten suchen nach Fakten, Daten und Expertenmeinungen, um ihre Berichte zu stützen.
- emotionale Tiefe bieten: Geschichten, die Emotionen hervorrufen – ob Freude, Empörung, Mitgefühl oder Neugier – ziehen oft Leser und Zuschauer an.
- Originalität aufweisen: Einzigartige Geschichten oder ungewöhnliche Perspektiven auf bekannte Themen können besonders attraktiv sein.
- signifikante Auswirkungen haben: Themen, die die Gesellschaft, die Wirtschaft, die Politik oder die Kultur in erheblichem Maße beeinflussen, sind von besonderem Interesse.
- Konflikte oder Kontroversen beinhalten: Geschichten, die eine Debatte oder Diskussion anregen, können besonders anziehend sein.
Darüber hinaus sind gute Journalisten immer an verlässlichen Quellen und am Zugang zu Informationen und Daten interessiert, die ihnen helfen, ihre Geschichten zu validieren und zu verifizieren. Es geht ihnen darum, ein umfassendes, ausgewogenes und genaues Bild eines Themas oder Ereignisses zu präsentieren.
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Report zeigt auf, was Journalisten wollen
Der "Global State of the Media Report" von CISION ist eine jährliche Veröffentlichung, die interessante Erkenntnisse über die Arbeit von Journalisten bietet und aktuelle Trends aus der Medienlandschaft beleuchtet. Die Studie befasst sich mit einer Vielzahl von Themen, von den Herausforderungen, denen sich Journalisten gegenübersehen, über journalistische Recherche bis hin zu den sich ändernden Medienkonsumgewohnheiten. Der Report basiert auf Umfragen und Recherchen unter Journalisten und Medienprofis. Es werden Journalisten aus verschiedenen Medienarten (z.B. Print, Online, Fernsehen, Radio) und aus unterschiedlichen Regionen und Ländern befragt.
Diese Berichte sind eine wertvolle Ressource für PR-Profis, Marketer und andere, die mit Medien arbeiten oder sich für die Medienlandschaft interessieren.
Zu den wichtigsten Themen der Studie gehören:
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Vertrauen in die Medien und Fake News: Wie Journalisten die Glaubwürdigkeit von Quellen und Daten beurteilen und wie sie gegen Desinformation vorgehen.
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Technologie und Tools: Die Rolle von Technologie im Journalismus, die Verwendung von Analytik, Social Media Trends und andere Tools, die Journalisten nutzen.
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Medienkonsumgewohnheiten: Wie und wo Konsumenten Nachrichten konsumieren und wie sich das verändert.
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Beziehung zwischen PR-Profis und Journalisten: Wie Journalisten PR-Inhalte bewerten, welche Art von Pitches sie bevorzugen und wie sie am besten angesprochen werden möchten.
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Herausforderungen im Journalismus: Themen wie Personal- und Ressourcenmangel, wirtschaftliche Drucksituationen und die Auswirkungen von sozialen Medien auf die Berichterstattung.
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Zukunft der Kommunikation: Einschätzungen darüber, wohin sich die Medienlandschaft entwickelt und welche großen Trends und Veränderungen erwartet werden.
Wir schauen uns nun ausgewählte Aspekte des Berichts an, die für die Pressearbeit von besonderer Bedeutung sein dürften.
Woher bekommen Journalisten ihre Informationen?

Diese Quellen halten Journalisten 2023 für besonders nützlich und vertrauenswürdig:
1. Pressemitteilungen:
Pressemitteilungen dienen als erste Informationsquelle zu neuen Produkten, Unternehmensentscheidungen oder anderen relevanten Unternehmensnachrichten. Sie gelten laut CISION Report 2023 als die nützlichste Informationsquelle: 35 Prozent der Journalisten nennen Pressemitteilungen als die nützlichste Quelle, um Inhalte und Ideen zu generieren; 20 Prozent als die vertrauenswürdigste.
2. Branchenexperten:
Experten verfügen über tiefgreifende Kenntnisse in ihrem Fachgebiet und können komplexe Themen für die breite Öffentlichkeit verständlich machen. Sie liefern oft nicht nur Fakten, sondern auch nuancierte Einsichten und Analysen, die für Journalisten von unschätzbarem Wert sein können.
3. Nachrichtenagenturen:
Nachrichtenagenturen (z.B. DPA, AP, Bloomberg, Reuters) haben sich über Jahrzehnte, wenn nicht sogar länger, einen Ruf für ihre umfassende Berichterstattung, Neutralität und Schnelligkeit erarbeitet. Sie bieten oft Echtzeit-Updates zu globalen Ereignissen und liefern fundierte Analysen. Ihr Ruf und ihre Glaubwürdigkeit machen sie zur ersten Anlaufstelle für 27 Prozent der 2023 befragten Journalisten.
4. Interne Pressesprecher:
Pressesprecher sind für 16 Prozent der befragten Journalisten die ersten Anlaufstellen, wenn sie Informationen über ein bestimmtes Unternehmen oder eine Organisation suchen. Sie können offizielle Stellungnahmen liefern, weitere Informationsquellen vorschlagen oder Interviews mit relevanten Personen arrangieren.
Plattformen wie X (früher: Twitter), Facebook und LinkedIn sind zwar für über 60 Prozent der Journalisten Orte, an denen sie Informationen beschaffen, Trends beobachten und mit ihrem Publikum interagieren, aber Social-Media-Kanäle von Unternehmen liegen eher am Ende der Vertrauensskala. Das gleiche gilt für Themenvorschläge per E-Mail, Unternehmenswebseiten und -blogs, PR-Agenten und Kunden einer Marke. Der Grund dafür ist, dass Journalisten Quellen, die stark von Marketingstrategien und verkaufsorientierten Sprachen geprägt sind, skeptisch gegenüberstehen. Sie bevorzugen klar und deutlich Informationen und Daten, die von unabhängigen Dritten überprüft und bestätigt werden können.
Diese Anforderungen stellen Medienvertreter an Pressemitteilungen

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Relevanz von Pressemitteilungen: Trotz der Vielzahl von Informationsquellen, die Journalisten heute zur Verfügung stehen, bleiben Pressemitteilungen eine wichtige und relevante Quelle für viele Journalisten. Sie dienen oft als Ausgangspunkt für Geschichten oder liefern wertvolle Hintergrundinformationen.
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Qualität über Quantität: Journalisten erhalten täglich eine Flut von Pressemitteilungen, daher ist es entscheidend, dass diese gut geschrieben, relevant und präzise sind. Journalisten bevorzugen klare, konkrete und sachliche Pressemitteilungen ohne übertriebenes Marketing-Jargon.
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Wert von Daten: Daten, wie Originalrecherchen zu Trends, Umfragen und Marktdaten, spielen in der journalistischen Arbeit eine immer wichtigere Rolle. Die Mehrheit der Journalisten wünscht sich von PR-Profis, dass sie spezifische Daten mitliefern.
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Multimedia-Inhalte: Immer mehr Journalisten schätzen es, wenn Pressemitteilungen Multimedia-Elemente enthalten, vor allem Bilder, Videos oder Datenvisualisierungen bzw. Infografiken (am besten als Link). Solche Elemente können helfen, eine Geschichte visuell zu erzählen und sie für das Publikum ansprechender zu machen. Sog. visuelles Storytelling als PR-Mittel nimmt damit an Bedeutung zu.
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Zugang zu Experten: Viele Journalisten schätzen es, wenn eine Pressemitteilung nicht nur Informationen bietet, sondern auch den Zugang zu Experten erleichtert, die für Interviews oder Erfahrungsberichte zur Verfügung stehen. Lassen Sie deswegen auch Experten in Ihrer Pressemitteilungen zu Wort kommen.
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Aktualität und Relevanz: Journalisten suchen nach aktuellen und relevanten Geschichten. Pressemitteilungen, die auf aktuelle Ereignisse oder Trends eingehen, haben eine höhere Chance, beachtet zu werden. Benachrichtigung über aktuelle Veranstaltungen und persönliche Teilnahme werden beispielsweise von über 60 Prozent der Journalisten als ein Mehrwert gesehen.
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Personalisierung: Wie bei vielen anderen Dingen im digitalen Zeitalter, wünschen sich Journalisten, dass Kommunikationsprofis ihre Pitches und Pressemitteilungen auf die spezifischen Interessen und den Fokus des Journalisten zuschneiden.
Daraus lassen sich noch weitere Empfehlungen für Ihre Pressearbeit ableiten:
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Nehmen Sie sich die Zeit, die Medien und die Personen, mit denen Sie arbeiten möchten, wirklich zu verstehen. Kenntnisse über deren Zielgruppe, Format, Stil und Vorlieben können Ihnen helfen, effektivere Pitches zu gestalten.
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Versenden Sie Pressemitteilungen, die für den Empfänger wirklich relevant sind. Eine gut recherchierte, zielgerichtete Pressemitteilung hat eine höhere Chance, Beachtung zu finden.
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Anstatt sich ausschließlich auf den Versand von Pressemitteilungen zu konzentrieren, investieren Sie Zeit in den Aufbau von Beziehungen zu Journalisten. Ein Verständnis und Vertrauen zwischen PR-Profis und Journalisten kann langfristig zu einer produktiveren Zusammenarbeit führen.
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Wenn ein Journalist Feedback zu Ihrer Arbeit gibt, seien Sie offen dafür, reagieren Sie schnell darauf und nutzen Sie es als Gelegenheit zur Verbesserung.
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Lesen Sie auch unseren Ratgeber "Wann Sie Ihre Pressemitteilung verschicken sollten: Der perfekte Zeitpunkt".
Wie sieht es mit dem Nachfassen aus?

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Zurückhaltung beim Nachfassen: Viele Journalisten empfinden es als störend, wenn PR-Profis zu aggressiv oder zu oft nachfassen. 24% sind der Meinung, dass sich PR-Profis nie nach dem Versand melden sollten, 57% sagen: nicht öfter als einmal (CISION Report 2023). Wiederholtes Nachfassen kann sogar zu einer Sperrung führen. Es ist daher wichtig, ein Gleichgewicht zu finden und nicht aufdringlich zu wirken.
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Art der Kontaktaufnahme: Einige Journalisten bevorzugen E-Mail-Nachrichten als weniger aufdringliche Methode im Vergleich zu Telefonanrufen. Es ist jedoch wichtig, sicherzustellen, dass die Nachfass-E-Mail nicht nur eine Wiederholung der ursprünglichen Pressemitteilung ist, sondern zusätzlichen Wert bietet.
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Timing des Nachfassens: Es ist ratsam, einige Tage nach dem Versand der Pressemitteilung zu warten, bevor Sie nachfassen, um dem Journalisten Zeit zum Durchsehen seiner E-Mails und zum Bearbeiten anderer Geschichten zu geben.
Fazit: Journalisten wollen Ihre Informationen – aber in bester Qualität
In einer sich ständig wandelnden Medienlandschaft ist das Verständnis für die Bedürfnisse und Wünsche von Journalisten entscheidend. Mit den richtigen Einblicken können PR-Experten Botschaften formen, die wirklich ankommen. Studien wie der "Global State of the Media Report" von CISION bietet unschätzbare Erkenntnisse für erfolgreiche PR.
Jetzt ist der Zeitpunkt, auf das fundierte Wissen zurückzugreifen, sich weiterzuentwickeln und die Kommunikation zu prägen. Wenn wir uns darauf konzentrieren, was Journalisten wirklich wollen, werden alle Beteiligten davon profitieren.
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