openPR Recherche & Suche
Presseinformation

RECHTLEGAL - Newsticker 31/2006

15.08.200613:54 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 31/2006
Anwaltskanzlei Kronenberghs  http://www.rechtlegal.de
Anwaltskanzlei Kronenberghs http://www.rechtlegal.de

(openPR) Arbeitsrecht - Bonusmeilen

(15.08.2006) - Das Bundesarbeitsgericht hat zum Az. 9 AZR 500/05 letztinstanzlich zur Frage Stellung bezogen, wem Bonusmeilen bei Flugreisen zustehen.

Geklagt hatte ein Arbeitnehmer, der rund 350.000 Bonuspunkte aus dem "miles & more" - Programm der Lufthansa im Wert von knapp EUR 10.000.- erflogen hatte. Nachdem der Arbeitgeber alle Mitarbeiter angewiesen hatte, künftig die erflogenen Meilen nur noch geschäftlich zu nutzen, klagte der Arbeitnehmer - zunächst erfolgreich - vor dem Arbeitsgericht Siegen. Daraufhin ging der Arbeitgeber in die Berufung zum Landesarbeitsgericht (LAG) Hamm, das ihm recht gab.



Diese Entscheidung bestätigt nunmehr das Bundesarbeitsgericht, im wesentlichem mit der Begründung, dass Bonusmeilen dem Arbeitgeber zustehen, der die Flüge veranlasst und auch bezahlt. Derjenige, der zahlt, hat natürlich das Recht auf die Vorteile aus dem Geschäft, damit das Bestimmungsrecht über die Bonusmeilen.

Mietrecht - Untermiete und Lebensmittelpunkt

In den meisten Mietverträgen findet sich eine Klausel, nach der der Mieter seine private Wohnung untervermieten darf, wenn der Vermieter zustimmt. Die Zustimmung darf der Vermieter meist nur bei Vorliegen eines wichtigen Grundes verweigern.

Mit einem speziellen Fall zur Untervermietung hatte sich letztinstanzlich der Bundesgerichtshof zum Az. VIII ZR 4/05 zu befassen. Ein Mieterehepaar bewohnte seit etwa 10 Jahren eine Wohnung in Berlin. Da beide sich beruflich verändert hatten, wollten sie einen Teil der Wohnung untervermieten. Der Vermieter widersprach der Untervermietung, woraufhin die Mieter auf Zustimmung klagten. Die beiden Vorinstanzen, das AG Tempelhof und das LG Berlin, gaben dem Vermieter recht und zwar mit der Begründung, dass ein Mieter nur dann berechtigtes Interesse an der Untervermietung hat, wenn er - der Mieter selbst - seinen Lebensmittelpunkt im Mietobjekt hat.

Dies hat der BGH entgegengesetzt gesehen und die Absicht der beiden Mieter, sich durch Untervermietung finanziell zu entlasten, stärker gewichtet als die räumliche Nähe zum Mietobjekt. Somit spielt der Lebensmittelpunkt nach neuester Rechtsprechung am Ort der Mietwohnung keine Rolle, weshalb die Untervermietung vom Vermieter akzeptiert werden muss.

EU-Recht - Designschutz

Die EU möchte den Designschutz auf sichtbare Kfz-Ersatzteile außer Kraft setzen. In fast allen EU-Staaten, so auch in Deutschland, können sichtbare Kfz-Ersatzteile wie Kotflügel oder Stoßstangen nur von den Herstellern gefertigt werden.

Durch die Aufhebung des Designschutzes soll freier Wettbewerb ermöglicht werden, der zu niedrigeren Preisen führen soll. Dass die Kfz-Hersteller sich gegen die Aufhebung des Design-Schutzes wehren, ist nachvollziehbar.

Primärenergie - Die endlose Geschichte geht weiter ...

In schöner Regelmäßigkeit berichtet das Team von RECHTLEGAL über die Preisgestaltung im Markt für Primärenergie, im wesentlichen betreffend Strom und Gas. Dort steigen ständig die Preise für die Endkunden, wobei die Energielieferanten argumentieren, die Kosten seien auf den Märkten im Einkauf für sie selber in gleicher Weise gestiegen.

In einem aktuellen Fall, anhängig vor dem Landgericht Hamburg zum Az. 301 O 32/05, hat der Energiekonzern E.on zum Beweis für erhöhte Marktpreise Gutachten von Wirtschaftsprüfern vorgelegt anstelle der eigentlich vom Gericht geforderten Rechnungen der Vorlieferanten.

In Konsequenz hat das LG Hamburg die Gutachten der Wirtschaftsprüfer als untauglich zurückgewiesen und verlangt weiter die Vorlage von Originalrechnungen der Vorlieferanten. E.on Hanse hat nun wenige Wochen Zeit, die Rechnungen vorzulegen. Über die weitere Entwicklung berichten wir.

Maut - Einnahmen weiter gestiegen

Die Einnahmen des Bundes aus der LKW-Maut sind weiter gestiegen, und zwar im Mai 2006 um etwa EUR 25 Mio. auf insgesamt knapp EUR 270 Mio. Nach Aussage des Bundesverkehrsministers Tiefensee werden fast 90% der Maut-Gebühren aktuell automatisch abgerechnet, was das Team von RECHTLEGAL für glaubhaft hält.

Weniger glaubhaft halten wir allerdings die Aussage des Bundesverkehrsministers: "Die Einnahmen verschaffen uns Spielraum für den weiteren Ausbau der Verkehrsinfrastruktur." Es bleibt abzuwarten, ob die Mehreinnahmen tatsächlich zweckgebunden verwendet werden oder eher erwartungsgemäß.

Zu guter Letzt - Erhebliche Gehaltsgefälle

Trotz der lange zurückliegenden Wiedervereinigung ist das Gehaltsgefälle zwischen den alten und den neuen Bundesländern immer noch erheblich. Im Bereich Industrie und Dienstleistungen kostet eine Arbeitsstunde in den neuen Bundesländern fast 30% weniger als im alten Bundesgebiet. Noch krasser ist die Differenz im verarbeitenden Gewerbe, wo die Arbeitskosten im Osten um 40% geringer sind als im Westen.



Abschließend noch ein Hinweis in eigener Sache: Ältere newsticker-Ausgaben finden Sie in unserem Archiv.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 96463
 2294

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „RECHTLEGAL - Newsticker 31/2006“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von RECHTLEGAL - Anwaltskanzlei Kronenberghs

Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 39 + 40/2007 vom 10.10.2007 - Arbeitsrecht - zweistufige AusschlussfristBild: RECHTLEGAL - Newsticker 39 + 40/2007 vom 10.10.2007 - Arbeitsrecht - zweistufige Ausschlussfrist
RECHTLEGAL - Newsticker 39 + 40/2007 vom 10.10.2007 - Arbeitsrecht - zweistufige Ausschlussfrist
Eine so genannte Ausschlussfrist in Arbeitsverträgen ist zulässig, so aktuell wieder einmal das BAG zum Az. 5 AZR 572/04. Bei zweistufigen Ausschlussfristen müssen die wechselseitigen Ansprüche nach Fälligkeit zunächst schriftlich geltend gemacht werden, sodann bei Ablehnung durch die Gegenseite klagweise durchgesetzt werden. Lässt eine Partei des Arbeitsvertrages bereits eine der beiden Fristen verstreichen, verfällt der Anspruch insgesamt. Wenn aber die vereinbarte Frist weniger als drei Monate beträgt, gilt wieder, so auch das BAG, die r…
Bild: RECHTLEGAL Newsticker  Arbeitsrecht - Privatpost auf Kosten des ArbeitgebersBild: RECHTLEGAL Newsticker  Arbeitsrecht - Privatpost auf Kosten des Arbeitgebers
RECHTLEGAL Newsticker Arbeitsrecht - Privatpost auf Kosten des Arbeitgebers
Ein Arbeitnehmer, der seine private Post mittels der Frankiermaschine des Arbeitgebers mit Porto versieht, riskiert ohne weiteres eine fristlose Kündigung, so das Landesarbeitsgericht (LAG) Hessen zum Az. 16 Sa 1865/06. Das LAG hat klargestellt, dass es in diesem Zusammenhang, gerade weil ein erheblicher Vertrauensbruch vorliegt, auf die Höhe des verursachten Schadens nicht ankommt, insbesondere auch ein äußerst geringer Schaden die fristlose Kündigung nach sich zieht. Prozessrecht - Postfach als Parteiadresse unzureichend Das Hessische Fi…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 24/2005 vom 24.06.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 24/2005 vom 24.06.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 24/2005 vom 24.06.2005
Arbeitsrecht - Ethikregeln bei Wal-Mart Das Arbeitsgericht Wuppertal (das Aktenzeichen liegt dem Team von RECHTLEGAL noch nicht vor) hat beschlossen, dass die Ethik-Richtlinie des Handelskonzerns Wal-Mart unwirksam ist. Weder darf Wal-Mart als Arbeitgeber Regelungen treffen zum Liebes- und Privatleben der dort beschäftigten Arbeitnehmer, noch eine Telefon-Hotline …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 50/2006 vom 21.12.2006Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 50/2006 vom 21.12.2006
RECHTLEGAL - Newsticker 50/2006 vom 21.12.2006
… bereits mit 60 Jahren in Rente gehen müssen, gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, so der offizielle Titel des Gesetzes, verstößt. Sobald dem Team von RECHTLEGAL das Aktenzeichen des Verfahrens vor dem Arbeitsgerichts Frankfurt vorliegt, wird dieses nachgereicht. Das Verfahren wird übrigens im März 2007 fortgesetzt. Verkehrsrecht - Rotlicht- …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 07/2007 vom 22.02.2007Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 07/2007 vom 22.02.2007
RECHTLEGAL - Newsticker 07/2007 vom 22.02.2007
… Arbeitsverhältnis mit der Folge, dass der Arbeitnehmer das Änderungsangebot nicht mehr annehmen kann, wie das BAG zum Az. 2 AZR 44/06 entschieden hat. Das Team von RECHTLEGAL empfiehlt also von Änderungskündigungen betroffenen Arbeitnehmern, auf jeden Fall innerhalb dieser drei Wochen tätig zu werden, und dem Arbeitgeber mitzuteilen, dass die Änderung akzeptiert …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 36/2005 vom 26.09.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 36/2005 vom 26.09.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 36/2005 vom 26.09.2005
… Interessenvertreter der Krankenhausärzte seien diese radikal unterbezahlt. Im übrigen würde eine solche Gehaltserhöhung die Krankenhauskosten auch nur um 5% steigen lassen. Das Team von RECHTLEGAL meint wie in der Überschrift erwähnt: "Bescheidenheit ist eine Zier ..." Gaspreise - die unendliche Geschichte Die unendliche Gasgeschichte geht weiter. Das Team von …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 10/2007 vom 16.03.2007Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 10/2007 vom 16.03.2007
RECHTLEGAL - Newsticker 10/2007 vom 16.03.2007
… Verkäufer Unfallfreiheit zusichert, muss er hierfür einstehen, ansonsten erklären, ihm seien Vorschäden nicht bekannt. Verkehrsrecht - Nummernschild für Harley-Davidson Nach Kenntnis des Teams von RECHTLEGAL ist erstmals eine Harley-Davidson vor das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz gelangt. Dieses hat zum Az. 7 A 10754/06 zur Größe der an Harleys …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 17/2005 vom 04.05.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 17/2005 vom 04.05.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 17/2005 vom 04.05.2005
… der Antragsteller mit seiner Partnerin bereits seit 27 Jahren zusammen wohnte. Gleichwohl hat das SG Saarbrücken entgegengesetzt (noch nicht rechtskräftig) entschieden. Das Team von RECHTLEGAL hat hierfür keinerlei Verständnis und geht davon aus, dass diese Entscheidung in der nächsten Instanz korrigiert wird. Unabhängig von der Beweislast spricht bereits …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 34/2005 vom 09.09.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 34/2005 vom 09.09.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 34/2005 vom 09.09.2005
… gelten, so das LAG Hannover, wenn die Ausschlussfrist im sonstigen Text des Arbeitsvertrages versteckt ist. Steuerrecht - Rentenbeiträge als Werbungskosten Das Team von RECHTLEGAL hat bereits mit newsticker 26/2005 vom 08.07.2005 über die Frage berichtet, ob aufgrund diverser Gesetzesänderungen Rentenbeiträge vollständig als vorweg genommene Werbungskosten …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 28/2005 vom 22.07.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 28/2005 vom 22.07.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 28/2005 vom 22.07.2005
… Geschädigten wochenlanges Zuwarten nicht zuzumuten, "... aber so gehe es auch nicht". Offenlegung von Manager-Bezügen - Teil II Mit newsticker 26/2005 hat das Team von RECHTLEGAL berichtet, dass ab Anfang 2007 die Vorstände und Aufsichtsräte von börsennotierten Unternehmen ihre Gehälter offen legen müssen, und vermutet, dass die meisten Hauptversammlungen …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 03/2007 vom 24.01.2007Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 03/2007 vom 24.01.2007
RECHTLEGAL - Newsticker 03/2007 vom 24.01.2007
… angebrachte Schilder mit Hinweisen auf eingeschränkte Winterdienste vermeiden kann, brauchte sich das OLG Hamm nicht zu befassen. In Anbetracht der momentan unsteten Witterung weist das Team von RECHTLEGAL darauf hin, dass in Fällen wie dem entschiedenen in aller Regel auch eine Mitschuld des Geschädigten in Betracht kommt, meist wegen zu schneller und nicht …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 02/2006 vom 13.01.2006Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 02/2006 vom 13.01.2006
RECHTLEGAL - Newsticker 02/2006 vom 13.01.2006
… rechtens ist, weil sie in das Persönlichkeitsrecht der Arbeitnehmer unzulässig eingreift und gegen das Grundgesetz verstößt. Allerdings hätte, dies meint das Team von RECHTLEGAL, der Arbeitgeber dieses Ergebnis bereits mit seinem gesunden Menschenverstand vorhersehen können, ohne dass es gerichtlicher Hilfe bedurft hätte. Umsatzsteuer - Reform erst 2008 Es …
Sie lesen gerade: RECHTLEGAL - Newsticker 31/2006