(openPR) Die öffentliche Euphorie ist groß: Der ifo Index ist überraschend (?) noch einmal gestiegen, den Unternehmen geht es prächtig. Scheinbar. Sogar aus Spanien wird wirtschaftliches Wachstum gemeldet. Die Kassen der Ladengeschäfte klingeln wie verrückt, das Volk der Sparer nimmt geduldig seine schleichende Enteignung durch die Notenbankpolitik hin. Mehr als die Hälfte der über 6 Millionen deutschen Arbeitslosen sind als sogenannte Unterbeschäftigte in anderen Kategorien der Statistik gut versteckt. Die zunehmende soziale Schieflage der Gesellschaft kümmert anscheinend niemanden.
Und doch geht die Angst um. Banken und professionelle Spekulanten und Manipulateure versuchen offensichtlich mit aller Kraft (und in der erfahrungsgemäß eher trügerischen Hoffnung, rechtzeitig Kasse machen zu können), die Kursballone noch etwas weiter aufzublasen, um vielleicht noch einige Unbedarfte in die überhöhten Kurse zu locken, nicht selten mit fast geschenkten Krediten.
Die einen wissen nicht, wohin mit ihrem Geld, die anderen können vor Hunger nicht in den Schlaf kommen – das ist die Realität – nicht nur in den Entwicklungsländern, sondern inzwischen auch in den reichen Industrieländern. Deshalb: Weiter-So! Der Tanz auf dem Vulkan muß weitergehen.
Diejenigen, denen es noch gut geht, fragen sich, was von ihrem Ersparten in einigen Jahren noch übrig sein wird und geben vorsorglich mehr als bisher davon aus. Auf die Altersvorsorge – staatlich wie privat – ist sowieso kein Verlaß mehr, seit unter Kanzler Schröder die Renten gekürzt wurden und Draghi die Sparer sukzessive enteignet, um Bankster und andere skrupellose Spekulanten und Schuldner zu schützen und aufzupäppeln. Weder die Gesetzliche Rente noch die Private Altersversorgung – die sich seit Riester in erster Linie als eine Milliardensubvention für die Versicherungswirtschaft herausgestellt hat – wird massenhafte Altersarmut verhindern.
Es wird nicht mehr lange dauern, bis Millionen Bürgerinnen und Bürger erkennen, daß sie (wieder einmal) von ihren „Eliten“ belogen und betrogen wurden.
Im portugiesischen Sintra wartete EZB-Präsident Draghi kürzlich mit neuen Tönen auf. Nicht mehr die Furcht vor konjunkturellen Abwärtsrisiken, sondern Optimismus hinsichtlich eines konjunkturellen Aufschwungs kennzeichnete seine Ausführungen. Die EZB erhalten dadurch den notwendigen Spielraum, um den expansiven Kurs ihrer Geldpolitik etwas zurück zu fahren. Toll, kann man da nur sagen. Das Morphium hat gewirkt, aber der Patient leidet nach wie vor an seiner tödlichen Krankheit.
Will Draghi, der die katastrophalen Auswirkungen seiner Geldpolitik erkennt, jetzt auf den Ausstieg der EZB aus der expansiven Geldpolitik vorbereiten? Es wäre höchste Zeit.
Aber ist das überhaupt möglich? Kann die gescheiterte Therapie mit Blick auf die nach wie vor kranken Patienten abgebrochen werden? Werden die berschuldeten Staaten und die zahlreichen überschuldeten Banken im Süden der Eurozone einen solchen Therapiewechsel aushalten? Das anzunehmen, erfordert sicherlich ehr Optimismus als der ökonomische Sachverstand zuläßt.
Deutschlands wirtschaftlicher Erfolg, der ohnehin immer weniger Deutschen zugutekommt, ist auf Sand gebaut, auf dem Sand der Länder, die faktisch bereits bankrott sind. Darunter an erster Stelle die USA und danach diverse europäische Südländer. Das Geld, das in den vergangenen 10-15 Jahren in die Zukunft unseres Landes und die soziale Sicherheit seiner Bevölkerung hätte investiert werden müssen, wird im Schuldensumpf anderer Länder versickern.
Auch die schweren Fehler, die seit Gründung der Europäischen Währungsunion gemacht wurden, werden sich in gar nicht mehr so ferner Zukunft bitter rächen. Da scheinen entweder ahnungslose Amateure am Werk gewesen zu sein, oder man wollte die europäischen Länder auf Biegen und Brechen zusammenbringen. Die Aufräumarbeiten werden vor allem die Deutsche Unter- und Mittelschicht teuer zu stehen kommen. Das ist politisch hoch hochbrisant.
Über die möglichen Folgen machen sich heute aber noch die Wenigsten Gedanken. Warum an eine Feuersbrunst denken, der noch gar nicht ausgebrochen ist? Dabei ist es erst drei Generationen her, seit die Deutschen ein Beispiel für das gegeben haben, was geschehen kann, wenn die Politik dermaßen aus dem Ruder läuft, daß sich ein großer Teil des Volkes betrogen fühlt. Damals haben auch alle politischen Parteien versagt, gleich ob unter christlicher oder sozialer Flagge, und die Gewerkschaften ebenso. Heute ist es nicht anders.
Wenn die Mehrheit der Menschen erst einmal begriffen hat, was ihre „Eliten“ mit ihnen machen – und sie werden es begreifen, da helfen keine Tricks und keine Propaganda – dann ist es zu spät.
Prof. Querulix beobachtet und kommentiert seit Jahren das fragwürdige Treiben der Menschentiere. Seine Befunde sind in der eBook-Reihe „Tacheles“ dokumentiert. 7 Bände sind bisher erschienen. Der jüngste Band im Umfang von 264 Seiten trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3). Wie seine 6 Vorgänger ist er im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort zum Preis von 9,95 Euro erhältlich.
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