(openPR) Die internationale Finanzwelt scheint die (meisten) Politiker immer noch fest im Griff zu haben. Anders sind der kürzlich veröffentlichte lächerliche Streßtest und das Geeiere um die in Schwierigkeiten befindliche italienische Bank „Monte dei Paschi“ nicht zu erklären. Klar ist nur zum wiederholten Mal geworden: Die Finanzkrise ist immer noch nicht einmal ansatzweise gelöst.
Im Falle der „Monte dei Paschi“, sollten auf Betreiben der Italienischen Regierung entgegen der anders lautenden europäischen Vereinbarung nun doch wieder die Steuerzahler zur Kasse gebeten werden. Die italienischen Politiker fürchten den Zorn derer, denen zuvor Anleihen dieser Bank aufgeschwatzt wurden. Verständlich, aber nicht das Problem der anderen Mitglieder der Währungsunion. Nachdem Finanzminister Schäuble das vertragswidrige Ansinnen der Italiener deshalb abgelehnt hat, wurde von der US-Großbank JP Morgan (!) und der italienischen Mediabanca (!) ein Plan zur Sanierung der maroden Bank vorgestellt. Danach sollen Goldman Sachs, Santander, Citibank, Bank of America Merrill Lynch der Crédit Suisse und der Deutschen Bank Kapitalerhöhungen im Umfang von 5 Mrd. Euro ermöglichen und bis zum Herbst eine Lösung die Malaise der Monte dei Paschi vorlegen.
Daß die J.P. Morgan und Mediabanca uneigennützig handeln, darf nach aller Erfahrung ausgeschlossen werden. Eher ist zu befürchten, daß die „Retter“ alles versuchen werden, zum wiederholten Mal in dem nun schon Jahre andauernden Bankendrama Staatsgelder zu akquirieren und dabei vielleicht auch selbst noch einen guten Schnitt zu machen. Man darf gespannt sein und kann nur hoffen, daß sich die Politiker nicht (wieder) über den Tisch ziehen lassen. Es wird allmählich höchste Zeit, der Selbstherrlichkeit der sogenannten Experten in den zu Spielbanken degenerierten Banken konsequent zu begegnen. Banken ja, aber Bankster, die skrupellos nur ihren Profit auf Kosten des Wohlstands der Völker suchen, brauchen wir nicht.
Die Unsicherheit ist groß. Das internationale Finanzsystem scheint – wie von seriösen und gutinformierten Quellen seit langem auch immer wieder warnend betont – in seinem kontinuierlichen Verfallsprozeß unaufhaltsam voran zu schreiten. Jetzt fehlt nur noch, daß eine der großen „Derivateschleudern“ unter den Großbanken ins Wanken gerät. Die Wahrscheinlichkeit steigt mit jedem Tag, an dem so weitergewurstelt wird wie bisher. Ein solcher „Unfall“ würde vermutlich eine Kettenreaktion auslösen, die geeignet wäre, das ganze Weltfinanzsystem in Orkus zu befördern.
Daß sich die Verantwortlichen nicht scheuen, geltendes Recht zu umgehen, daß sie faule Kredite der Banken „umlagern“, statt die dafür Verantwortlichen und ihre nützlichen Idioten zur Kasse zu bitten und die betreffenden Institute unter Zwangsverwaltung zu stellen, wird am weiteren Niedergang nichts ändern, sondern ihn nur vertiefen und die Folgekosten weiter in die Höhe treiben. Der akute Notstand ist für jeden offensichtlich, der noch Augen und Ohren im Kopf hat und dessen Gehirn die von dort kommenden Signale noch richtig zu verarbeiten fähig ist.
Die verantwortlichen Politiker müßten längst erkannt haben, daß es ein Weiter-So! nicht geben kann. Draghis Geldvermehrung und die kostenlose „Verteilung“ an die Schuldigen auf Kosten der Unschuldigen wird letztlich sehr unangenehme politische Konsequenzen haben. Der deutsche Mittelstand wird sich nicht einfach ausplündern lassen. Sobald der durch spottbillige Kredite erzeugte „Boom“ im Bauwesen und bei den Autoproduzenten vorbei ist, werden die Probleme schnell kulminieren. Die Menschen werden nicht einfach hinnehmen, daß ihre Ersparnisse – nicht selten die Frucht jahrzehntelanger fleißiger Arbeit – vernichtet werden, um Bankster und Spekulanten zu mästen. Mit den jetzt schon erkennbaren sozialen Folgen dieser Entwicklung werden sehr unangenehme politische Veränderungen einhergehen. Die kommenden Wahlen, werden warnende Zeichen an die „Eliten“ senden. Leider verbietet uns die Vernunft, darauf zu zählen, daß sie die Zeichen verstehen.
Die Weltwirtschaft läuft bei weitem nicht so gut wie (bisher noch) die Aktienkurse in vielen Ländern, die vom (für die Begünstigten) praktisch kostenlosen Draghi-Geld in absurde Höhen getrieben werden. Der Verfasser hat seit langem davor gewarnt, jetzt tun es auch schon us-amerikanische Großbanken: die Kurse sind bereits deutlich überhöht. Es muß zudem – nicht zuletzt wegen der zur „Bekämpfung“ der Finanz- und Bankkrise eingesetzten Mittel – mit einem weiteren realwirtschaftlichen Niedergang gerechnet werden, der das Mißverhältnis von Börsenkursen und wirtschaftlichem Wert der Unternehmen weiter vergrößert. Denn das praktisch kostenlose Geld setzt falsche Anreize. Zum Beispiel verleitet das Aufkaufprogramm Drgahis für Unternehmensanleihen die Unternehmen dazu, mit dem erlösten Geld eigene Aktien zurückzukaufen. Das ist in vielen Fällen lukrativer als zu Investieren und die marktwirtschaftliche Zukunft des Unternehmens zu sichern. Außerdem ist es geeignet, die Boni für Vorstände und Aufsichtsräte weiter in die Höhe zu treiben, was insbesondere den Managernomaden entgegen kommt.
Auch die USA sehen einer schwierigen Zukunft entgegen, ganz gleich, ob Clinton oder Trump das Weiße Haus gewinnen wird. Die Gesellschaft ist tief gespalten, der Mittelstand erodiert, die Schulden des Landes steigen unaufhörlich und das Privileg des Dollars, das unbegrenzte kostenlose Verschuldung zu Lasten derer ermöglicht, die Dollars als Geldanlage halten, wankt und geht absehbar seinem Ende entgegen.
Europa steht vor den größten Herausforderungen seiner Geschichte. Es geht um nicht weniger als um seine Existenz. Das politische Umfeld ist so schwierig wie noch nie. Die Türkei driftet offensichtlich in eine (islamistische?) Diktatur ab, in Rußland knüpft die herrschende Clique an die Großmachtphantasien der Kommunisten von früher an und stiftet an den Grenzen der Europäischen Union Unruhe, in Afrika brechen zahlreiche Diktaturen und Plutokratien zusammen und hinterlassen Chaos, die Herrscher Chinas haben Großmachtträume . . . man fragt sich, ob die Menschentiere tatsächlich nichts Wichtigeres zu tun haben als ihre Macht- und Beuteinstinkte auszuleben.
Wirtschaftlicher Niedergang, Bedrohungen durch Krieg und Terror und ungebremster Zuzug von Menschen aus fremden Kulturen sind eine Gemengelage, die jedem Gebildeten und gut Informierten, der seinen Verstand noch beisammen hat, erschauern läßt. Welche politischen Folgen wird das haben? Haben Demokratie und Recht noch eine Chance oder landet die Welt im Chaos?
In der gegenwärtigen Verfassung und unter der Fuchtel derer, die den Schaden zugelassen oder sogar selbst mit angerichtet haben, sind die Überlebenschancen der Europäischen Union und die des Euro minimal. Im günstigsten Fall wird es langsam aber stetig weiter abwärts gehen – wenn der absehbare Zusammenbruch des Weltfinanzsystems politisch und administrative gut beherrscht wird. Im ungünstigsten Fall könnten bürgerkriegsähnliche Zustände drohen. Die Chancen auf ein friedliches Siechtum verschlechtern sich mit jedem Tag, an dem die Versager-Eliten so weiterwursteln können wie bisher.
Prof. Querulix‘ beobachtet das fragw
ürdige Treiben des Menschentiers seit vielen Jahren. Seine zeitlos-zeitkritische Beobachtungen und Kommentare haben bereits in zahlreichen Büchern, eBooks und CDs ihren Weg in die Öffentlichkeit gefunden. Genannt seien nur die Aphorismenbändchen: „Im freien Fall“, eBook, ISBN 978-3-943788-22-8, 136 S., 9,95 Euro, „Besser quer gedacht als quergeschossen“ (ISBN 978-3-943788-15-0), 141 S., für 12,95 Euro, und der Jubiläumsband „Volksmund tut Weis- und Wahrheit kund“ (ISBN: 978-3-943788-21-1), 1.085 S. für 29,95 Euro.
In Prosa veröffentlicht Prof. Querulix seine „zeitlos-zeitkritischen Beobachtungen und Kommentare“ in der Serie „Tacheles“. Bisher sind sechs eBooks erschienen. Die eBände im Umfang zwischen ca. 180 und 280 Seiten kosten je 9,95 Euro. Alle Titel sind bei READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) sowie in allen gut sortierten ((Internet-)Buchhandlungen erhältlich.
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