openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Nicht nur reden - endlich handeln

27.07.201609:03 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Nicht nur reden - endlich handeln
Prof. Querulix,
Prof. Querulix, "Tacheles - Menschenwelt im Umbruch" (978-3-943788-42-6), eBook, 9,95 Euro

(openPR) Europäische Union und Europäische Währungsunion stecken in einer tiefen Krise. Sie werden scheitern, wenn ihre Konstruktion nicht grundlegend geändert wird. Süd- und Südosteuropa paßt ebenso wenig zu Nordeuropa wie Süditalien zu Norditalien. Daran würden auch noch so große finanzielle Transfers nichts ändern. Denn es liegt nicht in erster Linie am unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklungsstand, sondern an der grundverschiedenen Mentalität der Menschen.



Wo Korruption, Vetternwirtschaft, mafiöse Strukturen zum Alltag gehören, wo Rechtssicherheit von der Zahlungsfähigkeit und -bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger abhängt, kann man weder eine rechtlich gesicherte noch eine zuverlässige Verwaltung einrichten. Ohne rechtlich gesicherte und zuverlässige Verwaltung kann aber kein Staat erfolgreich in einen Staatenbund eingegliedert werden, dessen Mitglieder genau das seit mindestens hundert Jahren erfolgreich praktizieren und die deshalb auch in einem Staatenbund nicht darauf verzichten wollen.

Gemessen an den Anforderungen, die eine EU zum Beispiel hinsichtlich Rechtssicherheit, Effizienz der Verwaltung, Steuersystem und Steuerverwaltung stellt und stellen muß, ist Griechenland nicht reif für eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union und schon gar nicht für die Währungsunion. Daran wird sich in absehbarer Zukunft nichts ändern, weil die Griechen nun einmal Griechen sind und keine Deutschen, Dänen oder Finnen. Warum also hunderte Milliarden, auf längere Sicht wahrscheinlich sogar Billionen Euro in ein Faß ohne Boden versenken, wenn zum Beispiel der deutsche Finanzminister nicht einmal die dringend notwendigen Investitionen in die Zukunft des eigenen Landes finanzieren kann (oder will)? Warum soll Griechenland, warum sollen die Griechen zu (wessen?) Glück gezwungen werden, sich der Disziplin anderer Völker zu unterwerfen? Warum sollen andererseits die Deutschen (und andere Völker) ihr Geld zum Fenster hinauswerfen, das sie zur Sicherung ihrer eigenen Zukunft dringend brauchen?

Auch Ungarn, Rumänien, Bulgarien und die meisten der Balkanstaaten sind noch lange nicht reif für einen engeren Zusammenschluß mit den europäischen Nordländern. Was hat uns zum Beispiel die Öffnung der Grenzen gebracht? Die Spediteure fahren fast ausschließlich mit ausländischen Billigfahrern, marode LKWs gefährden unseren Straßenverkehr und kriminelle Banden konnten sich neue Beutereviere erschließen.

Alle Versuche, zusammenzuhalten, was nicht zusammengeht, werden im Fiasko enden und schließlich nicht nur die Währungsunion, sondern die gesamte Europäische Union sprengen. Daß ein selbstherrlicher Kommissionspräsident, der internationalen Konzernen jahrelang sein Heimatland Luxemburg als Steueroase angedient hat, versucht, den Mitgliedsstaaten der Union ein Freihandelsabkommen (Ceta) aufzuzwingen, das geeignet wäre, ihre Souveränitätsrechte den Profitinteressen von Großkonzernen preiszugeben, zeigt zudem, daß Völker gar nicht sorgfältig genug bedenken können, wem sie Macht über sich geben dürfen.

Seit Bestehen der EU ist im Wesentlichen nur der Wirtschaft und ihrem Profit aufgeholfen worden. Dagegen wäre gar nichts einzuwenden, wenn nicht versäumt worden wäre, wenigstens auch eine zukunftsweisende gemeinsame Sozial-, und Steuerpolitik zu entwickeln, sowie für einheitliche Regeln der staatlichen Haushaltung zu sorgen. Nichts dergleichen geschah, weil niemand daran wirklich interessiert war. Es galt, die Vorteile eines gemeinsamen Marktes zu nutzen und im Übrigen freie Hand zu haben, die (Profit-)Interessen der jeweiligen polit-ökonomischen Herrschercliquen zu befriedigen. Dieses eigensüchtige Verhalten wurde durch die Gemeinschaftswährung Euro noch gestärkt und hat in vielen Euroländern zu chronischen Haushaltsdefiziten und einer sich unaufhörlich vertiefenden Spaltung der Gesellschaften in wenige Superreiche und viele kontinuierlich Verarmende geführt.

Die Frage, was denn in Europa harmonisiert sei, hat Kurt Tucholski schon vor beinahe 100 Jahren so beantwortet: „Zwischenstaatlich organisiert sind in Europa nur das Verbrechen und der Kapitalismus.“

Ein Europa, dessen Menschen in vielen Jahrhunderten Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Herrschafts- und Wirtschaftssystemen eigene Lebensgewohnheiten und Mentalitäten entwickelt haben, ist ein bunter Haufen, der nicht einfach zusammenzubringen ist. Das braucht vielleicht hundert oder noch mehr Jahre. Um nicht vollends zu scheitern, muß man künftig kleinere Brötchen backen und zuerst nur die Völker und Staaten stärker integrieren, die schon relativ gut zusammenpassen. Das sollte aber sehr behutsam und zuerst nur in den Bereichen stattfinden, in denen es für das Zusammenleben und das Zusammenarbeiten der Völker sinnvoll und ohne große Probleme möglich ist.

Es ist leider nicht zu erwarten, daß die Politiker jetzt noch „die Kurve“ kriegen und das Debakel in geordnete Bahnen lenken. Die Reifung der Weltfinanz- und Staatsschuldenkrise zum größten Crash aller Zeiten, deren Auswirkungen niemand abschätzen kann, wird aber nicht nur Gelegenheit zu einem Neustart geben, sondern ihn geradezu erzwingen. Das kann auch für Europa eine Chance werden, sofern die richtigen Politiker dann zufällig an der Macht sind.

Soll Europa bedeutendes Mitglied der Weltgemeinschaft bleiben, darf es nicht weiterhin in erster Linie ein Krämerladen sein, dessen Erfolg am Profit der Eigentümer der Produktionsmittel gemessen wird. Vielmehr muß Europa mit den Staaten, deren Völker reif und bereit dafür sind, eine soziale Gemeinschaft sein, deren sämtliche Mitglieder – einzelne, Gruppen und ganze Völker über Klassen und Stände hinweg – sich von den Herrschenden gerecht behandelt und an der gemeinsamen wirtschaftlichen Wertschöpfung angemessen beteiligt sehen. Zu allen anderen Staaten müssen die Grenzen wieder geschlossen und kontrolliert werden, bis dort Verhältnisse entstanden sind, die ein sinnvolles engeres Miteinander ermöglichen.

Nicht zuletzt wird auch die Stärke der Abwehrkräfte Europas gegenüber islamistischen und anderen gewalttätigen Bedrohungen von der Einigkeit abhängen, die seine Völker und Regierungen durch ihr Handeln beweisen.

Prof. Querulix‘ beobachtet seit langem das fragwürdige Treiben des Menschentiers. Seine zeitlos-zeitkritische Beobachtungen und Kommentare haben bereits in zahlreichen Büchern, eBooks und CDs ihren Weg in die Öffentlichkeit gefunden. Genannt seien nur die Aphorismenbändchen: „Im freien Fall“, eBook, ISBN 978-3-943788-22-8, 136 S. 9,95 Euro, „Besser quer gedacht als quergeschossen“ (ISBN 978-3-943788-15-0), 141 S., für 12,95 Euro, und der Jubiläumsband „Volksmund tut Weis- und Wahrheit kund“ (ISBN: 978-3-943788-21-1), 1.085 S. für 29,95 Euro.

Seine Beiträge in Prosa veröffentlicht Prof. Querulix in der Serie „Tacheles“. Bisher sind sechs eBooks erschienen. Die eBände im Umfang zwischen ca. 180 und 280 Seiten kosten je 9,95 Euro. Der jüngste Band – Menschenwelt im Umbruch – ist kürzlich im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen.

READ Pressestelle

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 912631
 724

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Nicht nur reden - endlich handeln“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von READ - Rüdenauer Edition Autor Digital

Bild: Keine Zeit verschwenden - Besprechungen und Konferenzen produktiv führenBild: Keine Zeit verschwenden - Besprechungen und Konferenzen produktiv führen
Keine Zeit verschwenden - Besprechungen und Konferenzen produktiv führen
Führungskräfte verbringen nicht selten mehr als 3 Tage der Woche in Besprechungen; der Zeitaufwand dafür steigt erfahrungsgemäß mit ihrer hierarchischen Position. Es liegt deshalb nahe, alles daran zu setzen, Besprechungen und Konferenzen so produktiv wie möglich zu gestalten. Die wichtigste Frage, die vor der Einberufung einer jeden Besprechung oder Konferenz beantwortet werden muß lautet: Ist ein Gruppengespräch unter den gegebenen Bedingungen notwendig oder wenigstens zweckmäßig? Kann das vorliegende Thema bzw. die vorliegende Aufgabe in …
Bild: Ein Blick auf Sein und Schein der aktuellen GeldwirtschaftBild: Ein Blick auf Sein und Schein der aktuellen Geldwirtschaft
Ein Blick auf Sein und Schein der aktuellen Geldwirtschaft
Die Börsenkurse spiegeln derzeit nicht annähernd die realwirtschaftliche Situation der Unternehmen wider, sondern die Wirkung der von der EZB erzeugten Schwemme kostenlosen Geldes. Dessen Empfänger suchen verzweifelt nach möglichst lukrativen Verwendungsmöglichkeiten für den kostenlosen Geldsegen. Diejenigen, die Zugang zu Zentralbankgeld zum derzeitigen Minustarif haben, „leiden“ besonders an diesem Anlagenotstand. Leider rechtfertigt die realwirtschaftliche Lage weltweit schon lange nicht mehr die derzeitigen Aktienkurse und die Hoffnung a…

Das könnte Sie auch interessieren:

Sie lesen gerade: Nicht nur reden - endlich handeln