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Insolvenz der Leipzig West - Wie geht es weiter?

(openPR) Zum Wochenbeginn am 19. Juni 2006 hat die Wohnungsbaugesellschaft Leipzig West AG beim Amtsgericht Leipzig die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt. Seit 1999 hatte das Unternehmen Inhaberschuldverschreibungen ausgegeben. Mehr als 30.000 Anleger wurden um insgesamt 300 Millionen Euro betrogen. Grund für die Pleite: Höchstwahrscheinlich das Schneeballsystem, mit dem immer wieder neue Anleger angeworben wurden. Fällige Rückzahlungen wurden mit dem Kapital dieser neuen Anleger vorgenommen. Bereits Ende vergangenen Jahres war es zu Zahlungsschwierigkeiten der WBG Leipzig West gekommen, was erstmalig auf einen Anlagebetrug gigantischen Ausmaßes schließen ließ. Unzähligen Investoren droht nunmehr der persönliche Ruin. Ob und inwieweit Insolvenzmasse vorhanden ist, ist noch unklar. Bereits vergangenes Jahr hat unsere Kanzlei vor den Methoden der Leipzig West gewarnt.




Laut ihrem Anlegerprospekt handelte die Leipzig West hauptsächlich am Wohnungsmarkt und war zusätzlich an Unternehmen beteiligt. Das Konglomerat an Beteiligungen war aber von Anfang an undurchsichtig. Jährlich nahm sie etwa 500 Millionen Euro an Darlehenskapital durch Inhaberschuldverschreibungen ein. Dies sind Wertpapiere eines Unternehmens. Aber anders als bei der Aktie wird hier kein Unternehmenskapital erworben, sondern genau umgekehrt: Der Anleger gewährt selbst ein Darlehen. Im Gegenzug erhält er Anteilsscheine. Das Unternehmen verspricht, den Anleger am Gewinn zu beteiligen, der mit seinem Kapital erwirtschaftet wurde. Das Kapital reichte die Leipzig West in Form von Krediten an Verbund- und Beteiligungsunternehmen weiter und konnte so ihre Bilanzen beschönigen. Vorgegangen ist die Leipzig West mit dem immer gleichen Schneeballsystem: Wachstum durch Investitionen wurde nicht erzielt, vereinnahmte Gelder aber bilanziell als Gewinne deklariert. So stiegen die Anteile an verbundenen Unternehmen zwischen 2003 und 2004 von knapp 20 auf über 50 Millionen Euro, ohne dass diese Aktivposten ordentlich erläutert wurden. Mit den manipulierten Zahlen rekrutierten die Vertreiber laufend neue Darlehensgeber. Deren Kapital wurde für Rückzahlungsforderungen anderer Anleger verwendet. Wer rechtzeitig ausstieg, hatte Glück. Doch den letzten beißen bekanntlich die Hunde. Wer aber die Geschäftsberichte für 2002 bis 2004 aufmerksam gelesen hatte, konnte nur stutzig werden. Denn die Rückflüsse waren erheblich geringer – schon damals eine erkennbare Zeitbombe für Anleger. Aber Attraktive Zinsgewinnen blendeten die Anleger. Zwischen 5,5 und 7 Prozentpunkten stellten die Prospekte in Aussicht. Zuletzt bot die Leipzig West 6,75% an fester Verzinsung. Die Vertreiber nutzten außerdem Gesetzeslücken. Denn das Kreditwesengesetz (KWG) nimmt Inhaberschuldverschreibungen von der Prüfungspflicht des BAFin aus: Es prüft deswegen nur, ob der Prospekt Angaben über die Verantwortlichen und die Gesellschaftsformen enthält.

Wie geht es jetzt weiter? Angesichts des Immobilienbestandes dürfte zwar eine beträchtliche Insolvenzmasse vorhanden sein. Allerdings haben die Banken Grundpfandrechte an diesen Beständen in Höhe über schätzungsweise mindestens 30 Millionen Euro. Sie werden im Insolvenzverfahren vorrangig bedient. Geschädigte Anleger sollten ihre Forderungen nicht nur zur Insolvenztabelle anmelden, sondern auch Schadensersatzansprüche gegen Prospektverantwortliche von spezialisierten Kanzleien prüfen lassen.

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