openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Jungbayernbund plädiert für dreigliedriges Schulsystem

08.05.2006 • 10:09 Uhr • Politik, Recht & Gesellschaft

(openPR) In der derzeitigen Diskussion um das Bildungswesen in Deutschland bezieht der Jungbayernbund, die Jugendorganisation der Bayernpartei, klar Stellung. Der Vorsitzende des Stadtverbandes München, Thomas Hummel, bemerkt hierzu:

Wie meinte doch neulich ein niedersächsischer Lehrer zu mir? “Bei euch in Bayern funktioniert das dreigliedrige Bildungssystem noch.” Dem kann man schwerlich widersprechen. Und doch sind es die Rot-Grünen - in ihren Ländern für miserable Schulen und Schulsysteme bekannt -, die immer wieder betonen, wie schlecht das selektive bayerische System doch wäre. Viel zu wenige Schüler schließen die Schule mit dem Abitur ab! Nun kann man die Schüler schwerlich intelligenter machen, also muß man die Schule, allen voran das Gymnasium, einfacher machen.



Oftmals wird auch darauf hingewiesen, daß die Arbeitslosenquote unter Akademikern geringer ist als in der weniger ausgebildeten Bevölkerung. Was wäre also naheliegender, als mehr junge Leute studieren zu lassen? Dann löst sich die Arbeitslosigkeit von alleine in Luft auf und wir können uns vor gut bezahlten Juristen, Medizinern, Philosophen und Anglisten gar nicht mehr retten. Diese Logik gleicht einem Obsthändler, der feststellt, daß im Durchschnitt 10% seiner bestellten Waren nicht verkauft werden, sondern im Regal verrotten; bei den Bananen hingegen werden von 20 Kisten immer mindestens 19 verkauft. Der schlaue Händler storniert also sämtliche Bestellungen für Äpfel, Tomaten und Kokosnüsse, ordert fortan regelmäßig 100 Kisten Bananen und träumt schonmal von den schönen Dingen, die er sich vom zu erwartenden Gewinn kaufen kann.

Entscheidend auf die Arbeitslosenquote innerhalb einer Bildungsschicht wirkt sich aus, wie es um das Verhältnis zwischen Arbeitsplätzen und geeigneten Arbeitnehmern steht. Dieses ist derzeit bei (manchen) Akademikern sicher günstiger als zB im Handwerk. Aber trotzdem gibt es auch unter Studierten Arbeitslose - jeder, der mit seinem Studium fertig wird, ist also ein Arbeitsloser mehr; und wenn er doch eine Stelle findet, dann bekommt dafür ein anderer diese Stelle nicht. Die oben dargelegte Logik würde nur funktionieren, wenn eine Masse von unbesetzten Arbeitsplätzen auf die Akademiker warten würde.

Wollen wir das dreigliedrige Bildungssystem weiter funktionieren lassen, dann dürfen wir die Standards gerade nicht aufweichen. Vielmehr muß man die Begabungen und Neigungen junger Menschen frühzeitig erkennen und sie entsprechend fördern; und dazu gehört gerade auch die - oft nicht frei von Streß und Enttäuschung ablaufende - Einteilung in verschiedene Schultypen mit unterschiedlichen Anforderungsprofilen und Ausbildungszielen. Wer eher dem geistigen Studium zugetan ist, soll das Gymnasium besuchen und später auf die Universität wechseln. Wer hingegen handwerklich Interesse und Können zeigt, der muß auch entsprechend gefördert werden.

Diese Selektion ist nicht etwa diskriminierend, sondern respektiert gerade die unterschiedlichen Veranlagungen der Menschen. Alle jungen Leute in eine Einheitsschule zu stecken, verletzt die Individualität und ist auch arbeitsmarktpolitisch schädlich. Die oft gehörte Befürchtung, man presse die Schüler in jungem Alter bereits in feste Rollen, kann ich nicht bestätigen; es zeigt sich in der Regel bereits sehr früh, wie begabt jemand in schulischen Belangen ist. Allerdings muß auch “Spätzündern” die Möglichkeit eröffnet werden, in eine höhere Schulform zu wechseln, wenn sie sich durch besonders gute Leistungen hervortun.

Trotz der Vorteile des mehrgliedrigen Schulsystems muß man aber Verständnis für alle aufbringen, die lieber das Gymnasium besuchen, obwohl sie danach einen Ausbildungsberuf ergreifen wollen. Viele Arbeitgeber verlangen selbst für relativ einfache oder manuelle Tätigkeiten eine gute Mittlere Reife oder gar das Abitur. Diese Misere läßt sich in erster Linie dadurch lösen, daß die Hauptschüler durch praktische Kenntnisse und langjährige gezielte Hinführung auf einen Ausbildungsberuf einen Vorsprung gegenüber Abiturienten erhalten. Dann werden Arbeitgeber schnell merken, mit welchen Lehrlingen sie besser zurechtkommen.

Dazu gehört aber auch, daß der Ruf der Hauptschulen spürbar verbessert wird. Hauptschulen sind keine “Restschulen”; wer den Qualifizierten Abschluß macht, ist kein Verlierer. Zugegeben: Derzeit ist das Unterrichtsniveau an Hauptschulen oftmals deutlich zu niedrig. Fatal wäre es aber, den Unterricht nun dem Gymnasium anzunähern. Vielmehr muß die oben beschriebene Wende hin zu praktischen Schwerpunkten eingeleitet werden. Dann stört es auch nicht weiter, wenn im Deutschunterricht nicht jeder Klassiker gelesen und in Mathematik nicht jede Rechendisziplin ausführlich durchgenommen wird.

Bevor die von mir angeregten Änderungen durchgesetzt werden können, muß aber erst die Einsicht verbreitet werden, daß Schule nicht dazu da ist, jedem eine möglichst diskriminierungsfreie, einheitliche Bildung zu bescheren. Die Verschiedenheit der Menschen muß akzeptiert und berücksichtigt werden und darf nicht durch ambitionierte Gutmenschen zum Tabuthema gestempelt werden. Vielleicht brauchen wir auch ab und zu die Erinnerung, daß der anfänglich erwähnte Obsthändler nicht unbedingt ein Abitur braucht, aber trotzdem eine sehr wichtige Aufgabe für uns hat - und er diese Aufgabe auch nicht besser erledigen würde, wenn er nach zwölf Semestern staatlich examinierter Nahrungsmittelfachhändler wäre.

***

Jungbayernbund e.V.
Untere Weidenstr. 14
81543 München

Ansprechpartner:
Thomas Hummel
Tel: 089/21755668
E-Mail

Die Bayernpartei ist die politische Organisation der fränkischen, schwäbischen, altbairischen und freiheitlich denkenden Bürger im Freistaat. Sie wendet sich gegen den Berliner und Brüsseler Zentralismus und gegen eine Globalisierung, die die historisch gewachsenen Regionen als Heimat der Menschen außer Acht läßt. Nach dem Leitbild der Subsidiarität sollen alle Entscheidungen auf der kleinstmöglichen Ebene fallen - dies kann der Freistaat sein, aber auch die Bezirke, Landkreise, Gemeinden und schließlich der Bürger selbst. Auf mittel- oder langfristige Sicht soll sich Bayern von der Bundesrepublik Deutschland lösen und somit souverän innerhalb eines Europas der Regionen stehen.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 85947
 119

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Jungbayernbund plädiert für dreigliedriges Schulsystem“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Jungbayernbund

Kontinuität und Zukunftsplanung - JBB stellt sich für 2008 auf
Kontinuität und Zukunftsplanung - JBB stellt sich für 2008 auf
Die Landesversammlung des Jungbayernbunds stand dieses Jahr im Zeichen des Bemühens, die bewährten Funktionäre weiterhin in die zentralen Gremien der Partei einzubinden und gleichzeitig neue Kräfte an die kommenden Herausforderungen heranzuführen. Dazu fanden sich die Mitglieder des JBBs am 21.05. im Saal des Augsburger Restaurants “Schießstätte” ein, nachdem sie teilweise erhebliche Anfahrtswege auf sich genommen hatten. Zunächst wurde gemäß der Satzung die Führungsspitze mit einem Vorsitzenden und zwei Stellvertretern gewählt. Daneben unte…
Jungbayernbund bezieht Stellung zum Einsatz der Bundeswehr im Kongo
Jungbayernbund bezieht Stellung zum Einsatz der Bundeswehr im Kongo
In der afrikanischen Republik Kongo werden diesen Sommer Wahlen stattfinden. Es wird jedoch befürchtet, dass Rebellen diese Wahlen stören und es erneut zu blutigsten Gefechten kommt. Die EU wird daher ein Kontingent in die Krisenregion entsenden, darunter auch, wie der Bundestag am 17.05. beschlossen hat, rund 800 deutsche Soldaten. Der auf einige Monate und die Hauptstadt Kinshasa begrenzte Einsatz der Bundeswehrsoldaten gilt als einer der gefährlichsten Auslandseinsätze bisher. Die Zahl der Soldaten hierfür wurde ohne lange Diskussion um ru…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Mahnruf: Unser Land braucht BildungselitenBild: Mahnruf: Unser Land braucht Bildungseliten
Mahnruf: Unser Land braucht Bildungseliten
… Bildungseliten, und zwar aus allen Schichten und Gruppen unserer Bevölkerung. Dafür brauchen wir ein starkes und für alle Bevölkerungsteile offenes, kostenloses Schulsystem, dass es allen leistungsstarken und leistungsbereiten Schülerinnen und Schülern ermöglicht, Höchstleistungen zu erbringen und als zukünftige Bildungseliten unserer Gesellschaft Verantwortung …
Bild: Auch im 12jährigen Gymnasium (G8) Auslandsaufenthalt möglichBild: Auch im 12jährigen Gymnasium (G8) Auslandsaufenthalt möglich
Auch im 12jährigen Gymnasium (G8) Auslandsaufenthalt möglich
… Bundesland verschieden. In den meisten Regionen ist eine Beurlaubung bis zu einem Jahr möglich. In diesem Fall rücken die Schüler nach ihrer Rückkehr ins deutsche Schulsystem in die nächste Jahrgangstufe vor. Einige Bundesländer beschränken einen Auslandsaufenthalt in der 10. Klasse auf 2 Trimester. Die Qualität der Schule im Ausland entscheidet letztlich, …
Bild: Schulsystem mit berufsorientierten Fächern bereitet auf die Zukunft vor
Schulsystem mit berufsorientierten Fächern bereitet auf die Zukunft vor
Die Corona-Pandemie im vergangenen Jahr hat gezeigt, dass das deutsche Schulsystem versagt. Die Lehrpläne sind zu voll. Der gelehrte Unterrichtsstoff ist häufig fernab jeglicher Realität. In der Oberstufe werden Schüler nicht mehr auf ihr bevorstehendes Berufsleben vorbereitet. Weiterhin gelingt es nicht, Chancengleichheit herzustellen. Zu genau diesem …
Buchveröffentlichung: Im Kollektiv ist Sprache Macht
Buchveröffentlichung: Im Kollektiv ist Sprache Macht
Im Kollektiv ist Sprache Macht Eine Untersuchung zu Zusammenhängen zwischen Muttersprache, Spracherwerb und Drop-outs im österreichischen Schulsystem ‘Sprache und Macht’ sowie ‘Sprache als Macht’ ist in gewisser Weise als das Selbe zu betrachten. Jemand der in ein Land emigriert, mit einer anderen Sprache, wird gewissermaßen dazu gedrängt sich seiner …
Bild: Stadtführung  „Unbekannte Münchner Kostbarkeiten“
Stadtführung „Unbekannte Münchner Kostbarkeiten“
… eine ideale Möglichkeit, sich die Bayernpartei einmal ungezwungen und bei einer eher unpolitischen Veranstaltung anzuschauen. Bayernpartei München undJungbayernbund München in Zusammenarbeit mit Stefan Ellenrieder, M.A. BAYERISCHE GEMEINSCHAFT FÜR GESCHICHTE UND KUNST Liebe BP-Mitglieder, liebe JBB-Mitglieder, liebe Freunde unserer bayerischen Kulturgeschichte, wir …
"Ja zum gegliederten Schulsystem - Nein zur Einheitsschule"
"Ja zum gegliederten Schulsystem - Nein zur Einheitsschule"
… die breite Mehrheit der Niedersachsen gegen die Einheitsbreischule von Rot-Rot-Grün ausspricht. Wir unterstützen nachdrücklich das Aktionsbündnis und sagen Ja zum gegliederten Schulsystem und Nein zur Einheitsschule", erklärte Kristian W. Tangermann, niedersächsischer JU-Landesvorsitzender. Die JU setze sich seit Jahren für die Stärkung des gegliederten …
Kontinuität und Zukunftsplanung - JBB stellt sich für 2008 auf
Kontinuität und Zukunftsplanung - JBB stellt sich für 2008 auf
Die Landesversammlung des Jungbayernbunds stand dieses Jahr im Zeichen des Bemühens, die bewährten Funktionäre weiterhin in die zentralen Gremien der Partei einzubinden und gleichzeitig neue Kräfte an die kommenden Herausforderungen heranzuführen. Dazu fanden sich die Mitglieder des JBBs am 21.05. im Saal des Augsburger Restaurants “Schießstätte” ein, …
Jungbayernbund bezieht Stellung zum Einsatz der Bundeswehr im Kongo
Jungbayernbund bezieht Stellung zum Einsatz der Bundeswehr im Kongo
… Bundeswehrsoldaten gilt als einer der gefährlichsten Auslandseinsätze bisher. Die Zahl der Soldaten hierfür wurde ohne lange Diskussion um rund 300 Mann erhöht. Der Jungbayernbund, der Auslandseinsätze der Bundeswehr grundsätzlich sehr kritisch sieht, lehnt diese Truppenentsendung entschieden ab. Natürlich wären auch wir bereit, einen Beitrag zur Sicherung …
Bund nimmt sich immer mehr Zuständigkeiten
Bund nimmt sich immer mehr Zuständigkeiten
… bayerische Schüler nicht mehr lernen dürfen als brandenburgische - nein, das ist einfach Kleinstaaterei. Basta." So lautet derzeit das Credo der Politik, meint der Jungbayernbund als Jugendorganisation der Bayernpartei. Seit 1949 habe sich die Bundesrepublik zu Lasten der Länder immer mehr Kompetenzen einverleibt. Ein Vergleich der einschlägigen Grundgesetz-Bestimmungen …
Privatschulen entsprechen den Wünschen von Personalchefs
Privatschulen entsprechen den Wünschen von Personalchefs
… wurde. Das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest hatte unter anderem 400 Personalverantwortliche und Ausbilder aus Wirtschaft und Verwaltung nach Verbesserungsvorschlägen für das deutsche Schulsystem gefragt. Über die Hälfte (53 Prozent) wünscht sich demnach mehr Selbständigkeit der Schulen, drei Viertel (74 Prozent) die Abschaffung des Beamtenstatus …
Sie lesen gerade: Jungbayernbund plädiert für dreigliedriges Schulsystem