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Den Beschäftigten im Öffentlichen Dienst reicht es

09.03.201519:05 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Den Beschäftigten im Öffentlichen Dienst reicht es
Jano Hillnhütter:
Jano Hillnhütter: "Junge Beschäftigte im Öffentlichen Dienst brauchen endlich Planungssicherheit!"

(openPR) Warnstreiks überziehen mahnend das Land, denn auch nach zwei Verhandlungsrunden vermissen die Beschäftigten der Länder das Entgegenkommen der Arbeitgeberseite. Hohe Belastung im Job, ständig voller Einsatz und trotzdem eine ungewisse Übernahme: Den Mitgliedern der dbb jugend nrw reicht es, sie beteiligen sich am Protestaufruf des dbb und gehen am kommenden Donnerstag auf die Straße.



Im Öffentlichen Dienst zu arbeiten, ist kein Zuckerschlecken. In vielen Bereichen arbeiten junge Beschäftigte an ihrer Belastungsgrenze: Hohe Verantwortung, Schichtdienste, enge Personaldecken, die Angst nicht übernommen zu werden - das sind nur einige der Argumente, mit denen die Beschäftigten der Länder mehr Gehalt fordern. Jano Hillnhütter, Landeschef der nordrhein-westfälischen dbb jugend, fasst zusammen, was den Mitgliedern auf der Seele brennt.

Frage: Stichwort "psychische Belastungsgrenze": In welchen Bereichen wird jungen Leuten im Öffentlichen Dienst besonders viel abverlangt?

J. Hillnhütter: Exemplarisch für viele andere Bereiche sind da natürlich die Unikliniken zu nennen. Dort herrscht eine hohe Stress- und Arbeitsbelastung, zugleich ist aber absolute Perfektion gefordert. Denn Fehlentscheidungen oder falsche Handgriffe können schlimmste Folgen für Menschenleben haben. Es ist ein riesiger Druck, der unter anderem auf den Pflegekräften lastet.

Ähnlich finden wir es auch bei der Polizei. Sowohl bei Polizisten im Streifendienst als auch bei denen in Hundertschaften, die bei Demonstrationen wie zuletzt in Köln zwischen Nazis und Hooligans ihren Kopf hinhalten müssen. Zum Teil haben sie hunderte Überstunden aufgebaut, die sie gar nicht mehr abbauen können.

Frage: Stichwort "dauerhafte Übernahme": Diese Forderung begleitet uns schon viele Jahre und ist bis heute ein unerfüllter Wunsch geblieben. Warum?

J. Hillnhütter: Der Arbeitgeber fordert immer Verpflichtungen von anderen, will sich aber selbst seine Flexibilität erhalten. Darum werden immer noch viele junge Leute nur befristet übernommen. Besonders hart trifft es die, die im Justizdienst mit ihrer Ausbildung fertig werden. Wir wollen aber nun endlich durchsetzen, dass da, wo Arbeit ist, auch ein Recht auf einen Arbeitsplatz besteht. Sachgrundlose Befristungen gehören abgeschafft. Denn eine Befristung dieser Art hebelt die geltenden Verträge aus. Wenn jemand gut ist und das durch seine Arbeit in der Ausbildung unter Beweis gestellt hat, sollte man ihn auch übernehmen. Für junge Menschen hängt viel davon ab. Sie brauchen für sich - wie jeder andere auch - eine gewisse Planungssicherheit. Wer nicht weiß, wie es jobmäßig weitergeht, der gründet auch keine Familie. Der bleibt perspektivlos. Wir wollen, dass das endlich aufhört.

Frage: Ist es mit dem Durchsetzen der Forderungen getan oder müsste noch mehr geschehen, um den Öffentlichen Dienst für Bewerber attraktiver zu gestalten?

J. Hillnhütter: Um die Arbeitsbedingungen in den Verwaltungen attraktiv zu gestalten, ist ein bisschen mehr nötig als nur für einen guten „Spirit“ zu sorgen, wie es NRW-Finanzminister Norber Walter-Borjans für wichtig hält. Gute Bewerber bekommt man durch gute Bezahlung.

Zusehends rücken aber auch andere Baustellen in den Fokus, zu denen die Sicherheit am Arbeitsplatz gehört. Immer häufiger berichten auch Beschäftigte, die nicht bei der Polizei oder den Rettungsdiensten arbeiten, von Übergriffen und Verbalattacken. Es muss dringend mehr für den Schutz der Beschäftigten getan werden! Denn wer will sich in ein Büro setzen, in dem er um seine Gesundheit fürchten muss, sei es durch übergriffige und gewaltbereite Kunden, sei es wegen der immensen psychischen Last durch zu hohe Arbeitsbelastung oder Schichtdienste oder sei es wegen Überstunden ohne die Möglichkeit zum Ausgleich.

Die Kernpunkte der dbb-Forderung im Überblick:
• Erhöhung der Tabellenentgelte (TV-L und TVÜ-Länder) um 5,5 Prozent, mindestens aber um 175€
• Erhöhung der Entgelte für alle Auszubildenden um 100€ monatlich
• Laufzeit 12 Monate
• Zeit- und inhaltsgleiche Übertragung der Tarifeinigung auf den Beamtenbereich
• Dauerhafte Übernahme aller Auszubildenden im Länderbereich
• Schaffung einer Entgeltordnung für Lehrkräfte

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