(openPR) Wenn am 1. August die neuen Auszubildenden in den Kommunen und im Landesdienst von ihren Chefs zum Ausbildungsstart begrüßt werden, dann wird die Deutsche Beamtenbund-Jugend Nordrhein-Westfalen vor der Staatskanzlei in Düsseldorf auf die schweren Zeiten aufmerksam machen, die diesen jungen Menschen im Öffentlichen Dienst bevor stehen.
Am Montag, 1. August, ab 9 Uhr, wird der gewerkschaftliche Jugenddachverband vor der Staatskanzlei in Düsseldorf mit einer Aktion auf die Misere aufmerksam machen. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich der Verband den Starttermin der neuen Azubis ausgewählt, um einen Appell adressiert an die Ministerpräsidentin des Landes NRW, Hannelore Kraft, zu übergeben – unter anderem hatte der WDR hatte inhaltlich darüber berichtet.
In diesem Jahr wird die dbb jugend nrw in ihrem Positionspapier den Blick richten auf die demografische Schieflage in den Verwaltungen und damit die Zukunft des Öffentlichen Dienstes richten. Chef der Staatskanzlei Franz-Josef Lersch-Mense nimmt dieses Papier stellvertretend für die Ministerpräsidentin von den jungen Beschäftigten im Öffentlichen Dienst entgegen.
„Mit dem Motto der Aktion „Staa®t in die Zukunft“ wollen wir darauf aufmerksam machen, dass es in der derzeitigen Lage Situation im Öffentlichen Dienst schlecht für die Zukunft aussieht. Die Konsequenzen der Versäumnisse, die jetzt entstehen, werden die Bürger des Landes in naher Zukunft tragen müssen“, erklärt der Vorsitzende der Deutschen Beamtenbund-Jugend NRW (dbb jugend nrw), Markus Schallenberg.
Nach wie vor sehen sich die Auszubildenden im Öffentlichen Dienst nämlich schlechten Übernahmechancen gegenüber und das, obwohl der demografische Wandel zudem dringend erforderlich macht, mehr junge Menschen in den Verwaltungen einzusetzen.
„Ab 2013 werden im öffentlichen Dienst in NRW 4000 Personen mehr in Rente gehen als ausgebildet werden“, betont, Markus Schallenberg. Hinter diesen Zahlen aber stecken Personen und dahinter wiederum Aufgaben, die diese wahrnehmen. Für die jungen Menschen, die bereits im Öffentlichen Dienst ihre Arbeit tun, ist dieser Wandel greifbar und täglich zu spüren. „Die Aufgaben verdichten sich immer mehr. „Das, was sich mit Blick auf die Altersstruktur derzeit z.B. schon in den Eichämtern abspielt, ist ein Drama. Betroffen sind fast in gleichem Maße auch die Kommunen“, betont Schallenberg. Durchschnittlich sind schon jetzt die Beschäftigten im öffentlichen Dienst 46,7 Jahre alt. Beim Eich- und Messdienst sind sie sogar über 50 Jahre alt.
Noch sind es nur die Beschäftigten in den Verwaltungen, auf deren Rücken die personelle Fehlplanung des Landes getragen wird. „Wenn aber die Gesundheitsämter ihre Arbeit weiter einschränken müssen, wenn Waagen auf Märkten und im Supermarkt nicht mehr das wiegen, was tatsächlich auf ihnen liegt oder Bürgerbüros tageweise geschlossen bleiben, dann wird der Aufschrei in der Bevölkerung groß werden und man wird fragen, warum nicht rechtzeitig gegengesteuert wurde“, so blickt Schallenberg sorgenvoll in die Zukunft.
Durchschnittlich sind schon jetzt die Beschäftigten im öffentlichen Dienst 46,7 Jahre alt. Beim Eich- und Messdienst sind sie sogar über 50 Jahre alt. Dennoch reagiert das Land NRW nicht. „Die Aussetzung der Wehrpflicht“ und auch ein komplett doppelter Abiturjahrgang durch das „G8“ werden schlicht und ergreifend ignoriert“, mahnt Schallenberg an. Sie wären eine Chance, auf einen Streich viel mehr qualifizierte Bewerber zu haben, als dies normalerweise der Fall ist. Das Land mache sich zudem unglaubwürdig, wenn es Appelle herausschicke, sich in der Wirtschaft und an Hochschulen auf dieses „Plus“ an jungen Leuten vorzubereiten, es selbst aber für sich nicht zu bedenken.
179.000 junge Menschen machen – nach Hochrechnungen des Schulministeriums NRW – durch den Doppeljahrgang 2013 ihr Abitur. Das sind dann 50 000 mehr als im Jahr 2012. Das Land NRW verschwenkt zwei große Chancen, wenn es jetzt nicht handelt. Die jungen Beschäftigten, die jetzt ihre Ausbildung antreten, werden die Leidtragenden sein und auch die, die bereits dort seit Jahren für die Bürger in NRW ihren Dienst tun.













