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Politik ignoriert männliche Jugendarbeitslosigkeit

26.05.201411:37 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Politik ignoriert männliche Jugendarbeitslosigkeit

(openPR) In Deutschland ist in allen Bundesländern die männliche Jugendarbeitslosigkeit höher als die weibliche. Im Bundesdurchschnitt beträgt die Differenz etwa 21%, ist aber von Bundesland zu Bundesland verschieden. Besonders hoch ist sie in Hamburg (43,5%) und Berlin (39,6%). Die Gleichstellungspolitik sieht die geschlechterspezifische Arbeitslosenquote als Gleichstellungsindikator. Die Einführung der gesetzlich geforderten Benachteiligung von Männern auf dem Arbeitsmarkt durch Frauenquote wird die Situation sicher nicht verbessern.



Die Arbeitslosenquote gilt in der Geschlechterpolitik als Gleichstellungsmaßstab. So heißt es z.B. im Programm Transfer-21 des Landes Schleswig Holstein auf dessen Homepage zur Arbeitslosenquote:

Die Differenz zwischen Frauen- und Männerarbeitslosigkeit ist ein Indikator für die Gleichbehandlung der Geschlechter. Dieser Indikator wurde gewählt, weil im Rahmen der Agenda21 auch Chancengleichheit und Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern im Nachhaltigkeitsbegriff enthalten sind.

Wir fragten bei den Arbeitsmarktexperten der im Bundestag vertretenen Parteien, bei der außerparlamentarischen Opposition und der Bundesagentur für Arbeit nach, was gleichstellungspolitisch bezüglich der höheren männlichen Jugendarbeitslosigkeit unternommen wird bzw. unternommen werden sollte. Die ausführlichen Antworten werden ab Seite 3 vorgestellt.

Die Vertreter der regierenden Parteien waren durchweg zu keiner Stellungnahme bereit, weder Stephan Stracke (CDU/CSU) und Katja Mast (SPD) als Fachleute der regierenden Bundestagsfaktionen, noch die regierenden Bürgermeister aus Berlin Klaus Wowereit (SPD) und aus Hamburg Olaf Scholz (SPD), wo die höchsten geschlechterspezifischen Unterschiede in den Jugendarbeitslosigkeit zuungunsten der männlichen Jugendlichen existieren.

Von Bündnis 90/Die Grünen (Markus Kurth und Brigitte Pothmer) und FDP (Marco Buschmann) wird das Problem von männlicher Jugendarbeitslosigkeit zwar wahrgenommen. Als Hauptursache für die höhere männliche Jugendarbeitslosigkeit wird primär die schlechtere Bildungssituation von Jungen gesehen. Bündnis 90/ Die Grünen sehen zudem in Familie und Jobcentern notwendige Ansatzpunkte zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit. Gleichstellungspolitische Maßnahmen gegen männliche Jugendarbeitslosigkeit gibt es aber nicht.

Obwohl sich alle Antwortenden in der Bildungssituation als einer wichtigen Ursache für männliche Jugendarbeitslosigkeit einig sind, nennt keiner von ihnen erforderliche Maßnahmen, um das geschlechterspezifische Bildungsgefälle zuungunsten der Jungen zu reduzieren.

Wenig konstruktiv war die Antwort von Matthias W. Birkwald (DIE LINKE), der auf den Gender Pay Gap hinwies.

Gleichstellung, das haben die Antworten gezeigt, wird immer noch parteiübergreifend als Vorrecht von Frauen und Mädchen wahrgenommen. Jungen und Männer werden in der Gleichstellungspolitik lediglich als „positiv“ zu diskriminierendes Tätergeschlecht wahrgenommen. Daran hat auch „Gender Mainstreaming“, jene geschlechterpolitischen Strategie, nach der die Anliegen und Belange beider Geschlechter gleichberechtigt zu berücksichtigen wären, nichts geändert.

Die Bundesagentur für Arbeit antwortete nicht. Sie unterstützt männliche Arbeitslose weniger als weibliche Arbeitslose, sanktioniert sie dagegen in Hartz IV häufiger. Insbesondere die Partei Bündnis 90/Die Grünen sieht denn bei der Arbeit der Jobcenter dringend Verbesserungen als erforderlich an.

Der Bericht ist unter http://manndat.de/leitartikel/maennliche-jugendarbeitslosigkeit.html downloadbar.

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