openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Tarifautonomie führt weiterhin zu Lohnverfall

30.01.201218:11 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Tarifautonomie führt weiterhin zu Lohnverfall

(openPR) Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg (IAB) ist mittlerweile schon jeder fünfte Arbeitnehmer nicht mehr in der Lage, sein Leben mit Arbeiten ausreichend finanzieren zu können. Zum Niedriglohnsektor wird folgendes Fazit gezogen (IAB-Newsletter 01/2012): "..... In nur elf Jahren verzeichnet man hierzulande einen Anstieg um über vier Prozentpunkte oder um rund ein Viertel auf knapp 19 Prozent. Der Anstieg findet sich in fast allen Berufsbereichen und in vielen Wirtschaftszweigen. ..... Auffällig ist jedoch, dass auch viele Personen mit berufsqualifizierendem Abschluss in diesem Bereich zu finden sind. ..... So gesehen geht der Strukturwandel zur Dienstleistungsgesellschaft mit einer zunehmenden Niedriglohnproblematik einher."

Vor diesem besorgniserregenden Hintergrund verwundert es doch sehr, dass in diesem Monat im Bundestag der Antrag auf einen gesetzlich festgeschriebenen Mindestlohn mal wieder abgeschmettert und das x-te Mal auf die Errungenschaft der Tarifautonomie verwiesen wurde. Demnach soll die Festlegung von Mindestlöhnen den Tarifparteien überlassen bleiben. Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften sollen eigenverantwortlich die jeweiligen Tarife festlegen. Es stellt sich allerdings die Frage, welchen Anteil des Arbeitsmarkts diese beiden Institutionen eigentlich repräsentieren.

Tarifverträge gelten nur dann für Unternehmen, wenn diese ein (tarifbindendes) Mitglied eines Arbeitgeberverbandes sind. Leider ist dies beim Gros aller Unternehmen nicht der Fall. Tarifautonomie bedeutet bei uns also, dass Institutionen etwas aushandeln, das für die Gesamtheit aller Unternehmen nicht bindend ist. Dies ist sozusagen der gesetzlich legitimierte Freibrief für die Wirtschaft, um Beschäftigte in Sachen Gehalt gegeneinander ausspielen zu können. Jeder Personaler weiß nur zu gut, dass er für bestimmte Tätigkeiten irgendwann und irgendwo einen Bewerber finden wird, der es noch billiger macht. Dem Lohnverfall ist so Tür und Tor geöffnet, was die Fakten beweisen.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 603183
 126

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Tarifautonomie führt weiterhin zu Lohnverfall“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Bewerbungs-Center Schwetzingen

Bild: In vier Wochen zum besseren JobBild: In vier Wochen zum besseren Job
In vier Wochen zum besseren Job
Das neue Buch von Dieter L. Schmich mit passenden Bewerbungsstrategien für eine veränderte Arbeitswelt ist erschienen: Vorbei ist die Zeit, als man noch zeitungslesend den Stellenmarkt sondieren konnte, um sich einen Gesamtüberblick über alle aktuell offenen Positionen verschaffen zu können. Dies gilt ebenso für die zahlreichen Online-Jobbörsen. Der Großteil interessanter Vakanzen wird heute nicht mehr als Stellenanzeige im Internet oder in den Zeitungen öffentlich ausgeschrieben. Selbst die klassische Form sich initiativ zu bewerben, stößt b…
Die Best Ager sind wieder im Kommen
Die Best Ager sind wieder im Kommen
„Ich bin zu alt — ich muss durchhalten, wechseln lohnt nicht mehr.“ „Ich würde am liebsten noch einmal Karriere machen — jetzt ist es aber sicher zu spät.“ „Ich wurde gekündigt — das war‘s.“ Solche und ähnliche Aussagen höre ich nahezu täglich, jedoch ohne Grund. Derzeit sind erfahrene Arbeitnehmer gefragt wie nie zuvor. Natürlich waren 50plus-Berufstätige die letzten zehn Jahre am stärksten von Rationalisierungsmaßnahmen betroffen und taten sich besonders schwer im Wettbewerb um die besten Jobs. Die Zeiten haben sich jedoch dramatisch geänd…

Das könnte Sie auch interessieren:

Mindestlöhne: Anerkannte Standards anlegen
Mindestlöhne: Anerkannte Standards anlegen
… Bundestag: Aktuell werden drei Bedenken gehandelt: ▪ Mindestlöhne könnten zu hoch ausfallen, ▪ Mindestlöhne würden das Lohngefüge verzerren, ▪ und Mindestlöhne wären ein Eingriff in die Tarifautonomie. Dazu sage ich zwei Mal Nein und einmal Ja-Aber. ▪ Nein, weil Mindestlöhne nicht irgendwie ausfallen dürfen, sondern an rechtlich bereits anerkannte Sozialstandards …
Bild: CGB ERWARTET VOM SENAT MEHR RESPEKT VOR TARIFAUTONOMIE UND KRITISIERT GEPLANTEM ALLEINGANG BEI MINDESTLOHNBild: CGB ERWARTET VOM SENAT MEHR RESPEKT VOR TARIFAUTONOMIE UND KRITISIERT GEPLANTEM ALLEINGANG BEI MINDESTLOHN
CGB ERWARTET VOM SENAT MEHR RESPEKT VOR TARIFAUTONOMIE UND KRITISIERT GEPLANTEM ALLEINGANG BEI MINDESTLOHN
… unabhängige Mindestlohnkommission. Regionale Mindestlöhne und politi­sche Einflussnahme auf die Festlegung des Mindestlohnniveaus lehnt der CGB als unzulässigen Eingriff in die Tarifautonomie ab. Ein unter wahltaktischen Überlegungen politisch festgelegter überhöhter Landesmindestlohn wäre nicht nur ein Affront gegen die Gewerkschaften, sondern könnte sich …
Kein Eingriff in die Tarifautonomie
Kein Eingriff in die Tarifautonomie
Zum Ergebnis der Behandlung des Vermittlungsausschusses zur Forderung der Union auf eine Lockerung der Tarifautonomie erklärt der wirtschafts- und arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Klaus Brandner: Wir haben den Eingriff in die Tarifautonomie erfolgreich verhindert. Das Günstigkeitsprinzip bleibt unangetastet. Auch zukünftig …
"Viel Spielraum für Interpretationen"
"Viel Spielraum für Interpretationen"
… verfahren ist, in denen wie bei der Zeitarbeit Tarifkonkurrenz herrscht. Aber wie diese Klarstellung so vorgenommen werden soll, dass die verfassungsrechtlich geschützte Tarifautonomie erhalten bleibt, steht in den Sternen.“ In einem Rechtsgutachten hatten die beiden renommierten Arbeitsrechtler Prof. Thüsing und Dr. Lembke festgestellt, dass die Aufnahme …
Bild: Stagnation statt RückgangBild: Stagnation statt Rückgang
Stagnation statt Rückgang
… Gesundheitswesen und der Ärztevermittlung, steigt die Nachfrage im Moment exponentiell“, ergänzt Rehder. Tiempo sieht einen flächendeckenden Mindestlohn als erheblichen Einschnitt in die Tarifautonomie an. In keiner Branche gab es in den letzten Jahren höhere Tarifabschlüsse als in der Zeitarbeit. Gerade Langzeitarbeitslose und Personen mit geringen …
Gesetzlicher Mindestlohn nicht aktuell
Gesetzlicher Mindestlohn nicht aktuell
… Klaus Brandner: Die Loehne bestimmen in Deutschland in erster Linie die Tarifvertragsparteien. Das ist gut so. Deshalb haben wir mit Entschiedenheit die Tarifautonomie verteidigt. Tarifautonomie bedeutet auch, dass wir keinen einheitlichen Mindestlohn haben, sondern einen nach Branchen differenzierten. Die Gewerkschaften selbst lehnen uebrigens einen …
FDP-Plan zum Arbeitslosenbegehren gleicht einer Windmaschine
FDP-Plan zum Arbeitslosenbegehren gleicht einer Windmaschine
… SPD-Bundestagsfraktion, Klaus Brandner: Die FDP fordert in zunehmend unorthodoxer Weise die Aufhebung der allgemeinen Verbindlichkeit von Tarifvertraegen und will offensichtlich die Tarifautonomie zerschlagen. Der FDP-Vorschlag ist Populismus pur. Die FDP-Vorstellungen nehmen zudem immer abenteuerlichere Zuege an. Jetzt soll ein Teil der Bevoelkerung …
AfA: Tarifautonomie kein Thema für das Vermittlungsverfahren
AfA: Tarifautonomie kein Thema für das Vermittlungsverfahren
… die jeweiligen besonderen Kompetenzen der Arbeitsämter und Sozialhilfeträger im Interesse der Betroffenen möglichst optimal zu verzahnen. Die lehnt jedweden Eingriff in die Tarifautonomie entschieden ab. Die Tarifautonomie hat sich in hohem Maße bewährt. Sie vermag, differenzierte Herausforderungen sachgerecht zu lösen. Ihr entscheidender Beitrag ist, …
Arbeitgeberverband will Tarifautonomie abschaffen
Arbeitgeberverband will Tarifautonomie abschaffen
… Arbeitgeberverband Mittelständischer Personaldienstleister (AMP) setzt auch bei der von der Regierungskoalition beschlossenen Lohnuntergrenze für die Zeitarbeit auf die Wahrung der Tarifautonomie und warnt vor Stimmen aus dem Arbeitgeberlager, die dieses Verfassungsprinzip aushebeln wollen. "Der Bundesverband Zeitarbeit (BZA) will offenbar die Tarifautonomie …
NIEBEL: Verbändestaat zurückführen
NIEBEL: Verbändestaat zurückführen
BERLIN. Zur Drohung der Gewerkschaften, im Fall gesetzlicher Einschränkungen der Tarifautonomie Klage beim Bundesverfassungsgericht einzureichen, erklärt der arbeitsmarktpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Dirk : Tarifautonomie bedeutet nicht Stärkung der Verbändemacht, sondern dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich organisieren können, um …
Sie lesen gerade: Tarifautonomie führt weiterhin zu Lohnverfall