(openPR) Aktuell und in Zukunft werden Unternehmen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft gleich aus mehreren Gründen einer harten Belastungsprobe ausgesetzt. Die Problematik des demographischen Wandels sowie des zu erwartenden Fach- und Führungskräftemangels sind in der Praxis derzeit (und perspektivisch) die drängensten Probleme.
Um dem Personalnotstand vorzubeugen bzw. bewältigen zu können, ist ein zielgerichtetes Personalmarketingsystem notwendig.
Ein zielgerichtetes Personalmarketing umfasst die gesamte Personalpolitik, also die Bedürfnisse von gegenwärtigen und zukünftigen Mitarbeitern.
Methoden des internen Personalmarketings haben die Zufriedenheit und die Bindung der eigenen Mitarbeiter zum Ziel.
Als wesentlicher Schlüssel ist hier eine mitarbeiterorientierte, wertschätzende Unternehmenskultur zu nennen, in der Glaubwürdigkeit, Fairness und Respekt sowie der im Unternehmensleitbild beschriebene Umgang miteinander im Alltag gelebt werden.
Dies bedeutet, dass sich die Organisation aktiv um die Belange der Mitarbeiter kümmert und Bedingungen schafft, unter denen „gut und gerne“ gearbeitet wird.
Um Möglichkeiten der Mitsprache und der Diskussion zu geben, hat sich in der Praxis bewährt, einen Teil von Teamsitzungen zu einem außerfachlichen Austausch zu nutzen. Hier können sowohl mit einem „Blitzlicht“ die aktuelle Befindlichkeit der Mitarbeiter abgefragt werden, als auch bestimmte Themen (z.B. Kommunikation, Umgang miteinander, Partizipation, etc.) diskutiert werden. Auch mittels Projektgruppen, vor allem einzusetzen bei Veränderungs- oder Reorganisationsprojekten, sollten die Mitarbeiter aktiv mit eingebunden werden.
In der Praxis der Gesundheits- und Sozialwirtschaft haben sich insbesondere folgende Instrumente des internen Personalmarketings bewährt:
• Personalentwicklung, regelmäßige Fort- und Weiterbildungen (z.B. Weiterbildungen zur PDL)
• Individuelle Karrierepfade (z.B. vom Altenpfleger zur PDL, zur Hausleitung)
• Monetäre Leistungsanreize (Grundgehalt, Boni, erfolgs- und zielorientierter Anteil, Altersvorsorge)
• Interne Preise (z.B. „Pflegekraft oder Arzt des Monats“ oder für Ideenmanagement)
• Nutzung von Mitarbeiternewslettern, Mitarbeiterzeitschriften, Intranet als Kommunikationsplattform
• Gemeinsame Feste, Exkursionen, Geburtstagsfeiern, Betriebssportangebote und Entspannungskurse
• Regelmäßige Teamsitzungen, Vorgesetztenfeedbacks, Mitarbeitergespräche und Erfahrungsaustausch
• Gesundheitsmanagement, (Team-)Supervisionen, Coaching, Mentoring und Patenprogramme
• Partizipationsorientierte Führungsmodelle mit hohem Autonomiegrad für die Mitarbeiter
• Verbindliche Vertretungsmodelle, flexible und familienfreundliche Arbeitszeitmodelle und Sabbatical-Möglichkeiten (Der aus den USA stammende Terminus „Sabbatical“ kennzeichnet ein Arbeitszeitmodell. In diesem haben Mitarbeitende die Möglichkeit, ein Jahr der Teilzeitarbeit oder ein Jahr der Auszeit zu nehmen. Ziel dieser Möglichkeit ist eine Steigerung der Motivation und Kreativität sowie letztlich die gerade in der Pflege wichtige Burn-Out-Prävention)
Mögliche Maßnahmen der Personalentwicklung können durch Job Rotation (Arbeits- oder Aufgabenwechsel), Job Enrichment (Aufgabenanreicherung zur Höherqualifikation) oder Job Enlargement (Aufgabenerweiterung strukturell ähnlicher Aufgaben) verwirklicht werden.
Gelingen kann eine zielführende und zukunftsträchtige Personalentwicklung durch die Konzeption sog. Personal-Portfolios. In diesen werden Leistung und Qualifikation des Personals kontinuierlich bewertet.
Praxiserfahrungen zeigen, dass die meisten Kündigungsgründe in einem schlechten Teamklima liegen. Durch regelmäßige Zufriedenheitsabfragen, gesundheitsfördernde Maßnahmen zur Belastungsreduktion und Austrittinterviews können Organisationen sich ein Bild vom eigenen Betriebsklima machen und durch gezielte Interventionen die Mitarbeiterzufriedenheit im Team erhöhen.
Thomas Müller, Kompentenzkoordinator, Personalberatung conQuaesso®,
Weitere Informationen zum Thema unter www.conQuaesso.de
Unseren Artikel über „Personalnotstand vermeiden! – So finden Sie Ihr Personal“ finden Sie ebenfalls hier bei openPR












