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Steit um das geplante \"Zigeuner-Mahnmal\": Vertreter der Jenischen treffen Ministerialdirigent Roik in Bonn

22.03.200720:27 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Steit um das geplante \"Zigeuner-Mahnmal\": Vertreter der  Jenischen  treffen Ministerialdirigent Roik in Bonn
JENISCHER BUND IN DEUTSCHLAND & EUROPA
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(openPR) Diskussion um das geplahnte "Zigeuner-Mahnmal" - Anhörung in Bonn: Die offiziellen Vertreter Jenischer Opferverbände treffen Ministerialdirigent Roik in Bonn

„Vom NS-Regime wurden Hunderttausende Jenische als sog. „Zigeuner“ o.ä. verfolgt und in Konzentrationslagern ermordet. Ihrer muß angemessen gedacht werden. Ein Mahnmal nur für „Sinti und Roma“ grenzt unsere Toten und die vieler anderer sog. "Zigeuner-Völker" aus.



Eine solche erneute Diskriminierung können und wollen wir nicht dulden! “ sagte Timo A. Wagner, Vors. des Bundesrates der Jenischen in Deutschland (JBiD) und Mitglied im Europarat der Union der Jenischen Minderheit in Europa (UJME).

Bereits am Mittwoch setzte sich in Bonn eine Delegation Jenischer mit dem Mitarbeiterstab von Bernd Neumann, dem Kulturbeauftragten der Bundesregierung, in konstruktiver Atmosphäre über ihren Standpunkt zum geplanten Mahnmal für alle in der NS-Zeit als „Zigeuner“ Verfolgte auseinander.

„Es muß in Deutschland eine Gleichstellung der Jenischen mit den Sinti und Roma her“, forderte Alois Lucke, Präsident des Jenischen Kulturverbandes Österreich e.V. und Mitglied des Europarates der UJME, „bei uns ist das längst geschehen, die offizielle Bezeichnung lautet „Sinti, Roma und Jenische“. Unsere Volksgruppe muß in dieser Diskussion endlich gleichberechtigt berücksichtigt werden!“ forderte er und fragte: „Gibt es überhaupt eine Bereitschaft der deutschen Bundesregierung, dieses Mahnmal zu verwirklichen?“

„Ja, deshalb sitzen wir ja heute hier, um Sie anzuhören“ entgegnete Ministerialdirigent Roik. Befragt nach dem aktuellen Stand der „Mahnmals-Diskussion“ meinte er: „ Der Brunnen, Entwurf von Daniel Liebeskind, sei in Arbeit, man diskutiere noch technische Einzelheiten, „und wir“ fügte er hinzu, „sind im Gespräch mit Romani Rose vom Zentralrat der Sinti und Roma, mit Natascha Winter von der Sinti-Allianz, und heute mit Ihnen.“ Ministerialdirigent Roik umriss „die Problematik der Geschichte des Mahnmals, das ja ursprünglich für „Sinti und Roma“ sein sollte…“, und wies auf die Nichtakzeptanz einer möglichen Widmung „Allen als Zigeunern Verfolgten…“ durch Romani Rose hin.

„Wir Jenischen sind aber keine Roma und werden auch nicht durch den Zentralrat der Sinti und Roma vertreten“, betonte Timo A. Wagner, „wir Jenischen sind eine autochthone Volksgruppe mit eigener Sprache und Kultur, die sich erheblich von der Kultur der Sinti und Roma unterscheidet, und, wir Jenischen sind ein ureuropäisches Kulturvolk und schon immer hier im Europäischen Raum ansässig.“

Zur Widmung des Mahnmals meinte Alois Lucke:“ Manche von uns nennen sich „Zigeuner“, manche nicht, aber, wir wurden durch unsere ähnliche, nomadische Lebensart, die dadurch bedingten gleichen Gewerbe die Jenische wie auch Sinti ausübten und durch nicht zuletzt auch durch die Rassentheorien eines Dr. Dr. Ritter und Eva Justin usw. von den Nationalsozialisten als „Zigeuner“ verfolgt und ermordet, das ist eine historische Tatsache, das darf nicht vergessen werden.“

„Und im Übrigen“, sagte er, „wenn die Bundesregierung Deutschland den vom NS-Regime verfolgten Zigeunern ein Mahnmal widmet, sehen wir Jenischen keine Berechtigung des deutschen Zentralrats der Sinti und Roma, für alle betroffenen Opfer zu sprechen und allein über die Widmung zu entscheiden, zumindest für die österreichischen Zigeuner spreche ich ihm das ab. Es muß das „Recht auf Gleichbehandlung“ gelten, und auch die Jenischen NS-Opfer und andere Betroffene müssen hier benannt werden“.

Timo A. Wagner stimmte dem auch für die Jenischen in der BRD zu und betonte: „ Die BR Deutschland als Nachfolge-Staat des NS-Regimes steht in der Verantwortung allen NS-Opfern gegenüber!“ Von Seiten der Jenischen wurde darauf hingewiesen, daß dem auch die Sinti-Allianz bereits mehrfach zugestimmt hätte. Abschließend wurde noch gesagt, man hoffe, dass durch dieses Gespräch deutlich geworden sei, dass im Gegensatz zum Beginn der Mahnmalsdiskussion 1992, die etwa 400.000 Jenischen in Deutschland nun sichtbar geworden sind und mit dem JBiD nun endlich auch in der BRD eine Stimme haben die nicht überhört werden kann und darf.

Im Laufe dieses Gespräches wurde auch ein eigener Kompromiss-Vorschlag der Jenischen Opferverbände für die umstrittene Widmung auf diesem Mahnmal übergeben. Ministerialdirigent Roik betonte, wie wichtig ihm dieses Gespräch mit den Jenischen gewesen sei, das er inhaltlich „vom sachlichen und menschlichen Standpunkt her wirklich beeindruckend fand“.

Seine Abteilung sei eingerichtet worden um alle Vorschläge zu überprüfen, im geschichtlichen Bereich mithilfe unabhängiger Historiker, und um Empfehlungen auszusprechen. Die Entscheidung liege dann letztendlich bei den Politikern und wird weitere Gespräche mit allen Beteiligten erfordern.

22.03.2007 g.h.

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