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Tibet eine der beiden unfreiesten Regionen der Welt - Tourismusboom auf Kosten der Tibeter

02.03.200713:53 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Wie von Tibetan Review, Februar 2007, berichtet, veröffentlichte die unabhängige NGO Freedom House aus den USA am 17. Januar ihren Jahresbericht 2006, in dem das chinesisch besetzte Tibet als eines der zwei Territorien der Erde mit dem niedrigsten Niveau an politischen und bürgerlichen Freiheiten eingestuft wird. In dem Bericht mit dem Titel "Freedom in the Word 2007, in dem die politischen und bürgerlichen Freiheiten in den einzelnen Ländern analysiert werden, tauchte das von der Russischen Föderation beherrschte Tschetschenien dann auf dem nächst untersten Platz auf.



Im Gegensatz zu Amnesty International, das Tibet kategorisch als chinesisches Staatsgebiet behandelt, führt Freedom House es in seinen jährlichen Bewertungen unter der Rubrik "umstrittene Territorien" auf.

Bei der Bemessung des jeweiligen Grads von Freiheit in den einzelnen Ländern bekam Tibet bei den politischen und bürgerlichen Freiheitsrechten die Note 7 (was die schlechteste Beurteilung darstellt), während China bei den politischen Rechten bei 7 und bei den bürgerlichen bei 6 lag. Sowohl was China als auch was Tibet betrifft, sind diese Bewertungen mit denen des Vorjahres identisch.In der Studie werden 90 Länder und damit 47% der Weltbevölkerung als "frei" aufgeführt, während 45 Länder, die 23% der Weltbevölkerung ausmachen, als "nicht frei" gewertet werden.

Weiter berichtet Tibetan Review über den boomenden Tourismus in Tibet und China: Wer über die richtigen politischen Verbindungen oder das nötige Geld verfügt, um sich welche zu erkaufen, kommt in den Genuß aller damit verbundenen Vorteile. Gleichzeitig damit nimmt jedoch die Armut der örtlichen Bevölkerung infolge der Zerstörung ihrer traditionellen Lebensformen immer weiter zu. Folgendes ist ein Parade-Beispiel: Die tibetischen Bauern müssen ihre alten Häuser abreißen, weil die Touristen keinen guten Eindruck von der chinesischen Politik bekommen könnten. Die unglücklichen Bauern werden gezwungen, neue, mit Hilfe von Krediten, die sie entweder gar nicht bekommen oder kaum jemals zurückzahlen können, nur nach außen hin schmucke Häuser zu bauen.

Wie die Los Angeles Times am 30. Dezember in ihrem Feuilleton berichtete, dürfen die 1.400 Einwohner des in den Gelben Bergen der südchinesischen Provinz Anhui gelegenen Dorfes Hongcun (das bekannt wurde, nachdem Ang Lee dort seinen populären Actionfilm "Crouching Tiger, Hidden Dragon" gedreht hatte) ihre Fenster nicht mehr öffnen und im Ort keine Schweine mehr halten, während Tausende von Touristen über das Kopfsteinpflaster des Dorfes latschen.

In dem Artikel heißt es weiter, die deftigen Eintrittsgelder, die Touristen für den Besuch der Großen Mauer, der antiken Terracotta-Krieger in Xian sowie weniger bekannter Kulturdenkmäler wie Hongcun bezahlen müssen, flössen häufig in die Kassen von Gesellschaften mit politischen Konnexionen, die sich von Peking bis Tibet den Zugang zu den kostbaren Tempeln, Gräbern, Grotten und anderen Altertümern gesichert hätten. Die Bewohner am Ort hingegen dürften oftmals ihre eigenen Tempel nicht aufsuchen und ihre Bauten und ihr Land nicht nutzen, weil diese als historische Monumente klassifiziert wurden. Man fühlt sich unwillkürlich an die Lage in Tibet erinnert, wo die Tibeter für sie horrende Preise zahlen müssen, um im Jokhang-Tempel, im Potala-Palast oder an anderen heiligen Stätten ihre Gebete zu verrichten - was historisch gesehen unvorstellbar ist.

In dem Artikel in der Los Angeles Times wird auch das Beispiel von Zhongdian erwähnt (tib. Gyalthang, das von den Chinesen mittlerweile in Shangri-La umbenannt wurde, um mehr Touristen anzulocken), wo sich vor einigen Jahren die Zhongdian Qianhushan Ecotourism Development Co. die Rechte zum Bau eines neuen, in der Nähe des Dorfes Jisha gelegenen Touristenkomplexes sicherte. Dieser Komplex soll den Zugang zu den heiligen tibetischen Bergen ermöglichen, die atemberaubende Aussichten auf Bergseen und üppige Wiesen bieten. Die lokalen Behörden überredeten Dutzende tibetischer Familien, die von der Yakzucht lebten, ihr Land an die Firma abzutreten. Die des Lesens und Schreibens unkundigen Dorfbewohner mußten ihre Fingerabdrücke unter Verträge setzen, deren Inhalt ihnen verborgen blieb. Später erfuhren sie dann, daß man Landstraßen durch ihre besten Weiden bauen würde, wofür das ganze Dorf eine pauschale jährliche Gesamtzahlung von mageren 31.000-50.000 Dollar bekommen würde.

Hunag Nubo, der Besitzer der Firma, die das Tourismus-Geschäft in Hongcun betreibt, ist der ehemalige Chef der Propaganda-Abteilung der kommunistischen Partei, dessen Nettovermögen auf 531 Mio. US-Dollar geschätzt wird und der von dem Forbes Magazine als einer der reichsten Männer Chinas bezeichnet wurde. Wie die Los Angeles Times schrieb, ist dieser Absolvent der Universität Peking immer noch als Top-Verwaltungsmann im Bauministerium tätig, eines der Departements, die für die Erhaltung historischer Stätten zuständig sind.

Die Einwohner haben allerdings kein Anrecht auf Beteiligung am Erlös aus dem Verkauf der Eintrittskarten, wodurch ihre durch den boomenden Tourismus verursachte Verluste und ihre Armut etwas ausgeglichen werden könnten.

Die von auswärtigen Chinesen betriebene Ausbeutung der kulturellen Ressourcen sogenannter ethnischer Minderheiten führte bereits zu Protestaktionen, etwa in Xinjiang: Im Dorf Tuyoc, wo sich ein "Ensemble von historischen Häusern" befindet, blockierten die Einwohner die Straßen, bis sich die Gesellschaft, die die Touren ins Dorf veranstaltet, bereit erklärte, diesem von jedem der um 30 Yuan verkauften Tickets zwei Yuan abzutreten. Wie Reuters am 3. Januar mitteilte, meinte ein junger Mann dazu: "Wir forderten, daß sie uns zumindest einen Teil von dem Geld geben, das sie dank unserer Traditionen und unseres Lebens hier scheffeln".

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