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Zitate in Pressemitteilungen: Wie Sie O-Töne richtig einsetzen und mehr Medienresonanz erzielen

Vielleicht kennen Sie das aus der eigenen Erfahrung: Sie lesen einen Pressetext – und was bleibt am Ende hängen? Oft sind es die Zitate. Journalisten greifen sie gerne auf, weil sie eine Nachricht lebendiger, persönlicher und glaubwürdiger machen. Und doch werden Zitate in Pressemitteilungen oft stiefmütterlich behandelt – als bloße Pflichtübung oder als Platzhalter für Selbstverständlichkeiten. Dabei steckt in ihnen enormes Potenzial.

Warum Zitate in Pressemitteilungen so wichtig sind

Zitate in Pressemitteilungen richtig nutzen
Zitate in Pressemitteilungen richtig nutzen
Pressemitteilungen sollen in erster Linie sachlich, neutral und informativ sein. Schließlich liefern sie Journalisten die Basis für die eigene Berichterstattung.

Doch genau hier kommt den Zitaten in Pressemitteilungen eine besondere Bedeutung zu: Inmitten nüchterner Fakten bieten sie Raum für Emotionen, Einschätzungen und Bewertungen. Hier darf – und soll – Persönlichkeit durchscheinen.

Die zitierten Aussagen verleihen der Meldung eine menschliche Dimension, bringen Nähe zum Thema und helfen Journalisten dabei, O-Töne für ihre Berichte zu gewinnen.

Nicht selten sind es genau diese Zitate, die als einziges später wortwörtlich in Medienberichten übernommen werden. Gut formulierte Zitate erhöhen also direkt die Chance auf mediale Präsenz.

Kurz gesagt: Ein gutes Zitat liefert Journalisten Stoff, den sie ohne große Nachbearbeitung direkt übernehmen können.

Wer sollte in Pressemitteilungen zitiert werden?

Die Auswahl der zitierten Personen hat großen Einfluss auf die Wirkung einer Pressemitteilung. Entscheidend ist, dass die Personen glaubwürdig sind und direkt mit dem Thema in Verbindung stehen.

Geeignet sind zum Beispiel:

  • Geschäftsführer und Vorstände bei strategischen Themen, Investitionen, Kooperationen oder Meilensteinen.

  • Fach- und Bereichsleiter bei Produktentwicklungen, Innovationen oder Markteinführungen.

  • Projektverantwortliche bei konkreten Umsetzungen und internen Initiativen.

  • Wissenschaftler und externe Experten bei Studien, Forschungsergebnissen oder fachlichen Einschätzungen.

  • Kunden, wenn es um die konkrete Nutzung und den erlebten Mehrwert geht.

openPR-Tipp: In einer Pressemitteilung sollten Sie in der Regel ein bis zwei Zitate einbauen: Ein Zitat von einer zentralen Person (z. B. Geschäftsführer, Projektleiter, Expertin). Ein weiteres Zitat kann sinnvoll sein, wenn es eine zweite relevante Perspektive gibt (z. B. Kooperationspartner, betroffene Person, Kunde).

Gerade Kundenzitate werden häufig unterschätzt, sind aber enorm wertvoll: Sie liefern eine authentische Außenperspektive und zeigen, welchen praktischen Nutzen ein Produkt oder eine Dienstleistung tatsächlich bietet.

Beispiel:

„Dank der neuen Softwarelösung konnten wir unsere Bearbeitungszeiten um 40 Prozent reduzieren. Das spart uns jeden Monat mehrere Arbeitstage“, berichtet Max Mustermann, IT-Leiter der Muster GmbH.

Solche Stimmen aus der Praxis machen eine Pressemitteilung für Journalisten oft besonders interessant.

 

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Was macht ein gutes Zitat aus?

Ein gutes Zitat bringt der Meldung zusätzliche Substanz. Es sollte nicht bloß wiederholen, was ohnehin schon im Text steht, sondern neue Aspekte hinzufügen: persönliche Bewertungen, konkrete Auswirkungen, Emotionen, weitere Details oder Hintergründe.

Stellen Sie sich beim Formulieren folgende Fragen:

  • Welchen Mehrwert bietet diese Aussage?

  • Welcher neue Blickwinkel kommt hier zum Ausdruck?

  • Ist das Zitat prägnant und gut verständlich?

Wenig hilfreich:

„Wir freuen uns über die positive Entwicklung.“

Besser:

„Die Verdoppelung unseres Marktanteils zeigt, dass unsere Investitionen in Nachhaltigkeit genau den Nerv unserer Kunden treffen“, betont Max Mustermann, Geschäftsführer der Muster AG.

Zahlen und Fakten: Zitate mit Substanz

Besonders gerne übernehmen Journalisten Zitate, die konkrete Zahlen oder belastbare Daten enthalten. Sie liefern dem Redakteur direkten Stoff für die eigene Berichterstattung und erhöhen den Nachrichtenwert der Meldung.

Beispiel:

„Mit dem neuen Standort steigern wir unsere Produktionskapazität um 25 Prozent und schaffen 150 zusätzliche Arbeitsplätze“, erläutert Pertra Müller, Leiterin Produktion.

Auch hier gilt: Konkrete Informationen bleiben besser im Gedächtnis als allgemeine Aussagen.

Persönliche Haltung zeigen

Zitate bieten die Möglichkeit, Emotionen und persönliche Motivation einzubringen. 

Persönlicher Einsatz und Resultat:

„Nach drei Jahren Entwicklungsarbeit haben wir endlich einen Algorithmus gefunden, der erstmals auch bei komplexesten Datenstrukturen zuverlässig funktioniert. Das war bislang unmöglich“, erklärt Projektleiterin Pertra Müller.

Klare Bewertung der Bedeutung:

„Unsere Studie zeigt, dass wir bei 82 Prozent der Testgruppe das Tumorwachstum vollständig stoppen konnten – das hat es in dieser Form noch nie gegeben“, betont Max Mustermann, Leiter der Onkologischen Forschung am Universitätsklinikum Musterstadt.

Nachhaltiges Engagement konkret belegt:

„Wir investieren jährlich über fünf Millionen Euro in regionale Ausbildungs- und Umweltprojekte, weil wir langfristig in unserer Region wachsen wollen“, erläutert Geschäftsführer Max Mustermann.

Klimaschutz mit konkretem Effekt:

„Mit unserem System sparen unsere Kunden pro Jahr rund 12.000 Tonnen CO₂ ein – das entspricht dem jährlichen Ausstoß von 2.500 Haushalten“, sagt CEO Pertra Müller.

Meinungsstarker Wettbewerbsvergleich:

„Wir stellen mit diesem Produkt den bisherigen Marktstandard auf den Prüfstand. Unsere Effizienz liegt 30 Prozent über dem Branchenschnitt – das wird den Markt verändern“, erklärt Entwicklungsleiter Max Mustermann.

Persönliche Betroffenheit mit greifbarem Nutzen:

„Unser Modell ermöglicht 24 zusätzliche Betreuungsplätze für unter Dreijährige — allein in unserer Region gibt es derzeit 200 Kinder ohne Kita-Platz“, erläutert Projektleiterin Pertra Müller.

Solche Zitate kombinieren emotionale Botschaften mit handfesten Informationen – genau das macht sie für Journalisten attraktiv.

Namen und Titel richtig einsetzen

So kommt Ihr Zitat in die Zeitung
So kommt Ihr Zitat in die Zeitung
Ein Stolperstein in vielen Pressemitteilungen sind überfrachtete Titel und umständliche Namensnennungen. Achten Sie darauf, die Personen möglichst leserfreundlich einzuführen:

  • Verzichten Sie grundsätzlich auf Anreden wie „Herr“ oder „Frau“.

  • Nennen Sie Titel nur, wenn sie thematisch relevant sind.

  • Bauen Sie die Funktion der Person lieber in den begleitenden Text ein, statt eine lange Titelliste vor den Namen zu setzen.

Beispiele:

Wirtschaftliches Umfeld:

Ungünstig:

„Herr Dr. Max Mustermann, Geschäftsführer der Mustermann GmbH, sagt: ...“

Besser:

Max Mustermann, Geschäftsführer der Mustermann GmbH, betont: ...

Wissenschaftliches Umfeld:

Ungünstig:

„Prof. Dr. Petra Müller, Leiterin des Instituts für Umweltforschung an der Universität Musterstadt, sagt: ...“

Besser:

„Unsere Ergebnisse zeigen erstmals einen klaren Zusammenhang zwischen Feinstaubbelastung und dem Rückgang der Artenvielfalt“, erläutert Pertra Müller, Professorin für Umweltwissenschaften und Leiterin des Instituts für Umweltforschung an der Universität Musterstadt.

Wiederholungen vermeiden:
Wird dieselbe Person mehrmals zitiert, genügt nach der ersten Nennung der Nachname:

Max Mustermann, Geschäftsführer der Mustermann GmbH, betont: „Die Nachfrage nach unserer neuen Lösung übertrifft alle Erwartungen.“
Weiter führt Mustermann aus: „Bereits nach wenigen Wochen konnten wir mehrere Großkunden gewinnen.“

openPR-Tipp: Beachten Sie, dass Zitate in Pressemitteilungen der inhaltlichen Vertiefung dienen, nicht der bloßen Präsentation von Personen.

Wo platziert man Zitate sinnvoll im Text?

Die Position der Zitate trägt wesentlich zum Lesefluss bei:

  • Nicht am Anfang: Starten Sie mit den Fakten: Was ist passiert?

  • Nach dem Einstieg: Platzieren Sie Zitate nach der Kernnachricht, um Hintergründe zu vertiefen.

  • Zur Auflockerung: Zitate lockern sachliche Abschnitte auf und bringen persönliche Stimmen ein.

  • Bei neuen Aspekten: Nutzen Sie Zitate beim Themenwechsel, um Einschätzungen einzuführen.

openPR-Tipp: Zitate gehören in den Fließtext integriert. Grafische Hervorhebungen sind in Pressemitteilungen unüblich. Wörtliche Zitate werden aber immer in Anführungszeichen gesetzt. Die Anführungszeichen markieren klar den Beginn und das Ende des Zitats. Im Deutschen nutzt man die typografisch korrekte Form: „…“ (unten öffnend, oben schließend).

Was Journalisten gerne übernehmen

Journalisten suchen nach Zitaten, die:

  • persönlich und authentisch klingen,

  • konkrete Aussagen mit Substanz liefern,

  • neue Blickwinkel eröffnen,

  • greifbare Fakten oder Zahlen enthalten,

  • emotional, überraschend oder meinungsstark formuliert sind.

Phrasenhafte Floskeln, Werbebotschaften und Allgemeinplätze werden dagegen meist aussortiert.

 

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Praktische Tipps für gute Zitate

  • Natürlichkeit wahren: Schreiben Sie so, wie die Person sprechen würde.

  • Kürze bevorzugen: Zwei bis drei Sätze genügen meist.

  • Sprachbilder nutzen: Vergleichbare Bilder bleiben besser im Kopf.

  • Abstimmung sicherstellen: Stimmen Sie die Zitate mit den genannten Personen ab.

openPR-Tipp: Lesen Sie auch unsere Ratgeber zum Thema "Pressemitteilung schreiben" und "Wie komme ich in die Zeitung?"

Checkliste: Starke Zitate für Pressemitteilungen formulieren

Zitate sind ein zentrales Element jeder Pressemitteilung – sofern sie bewusst eingesetzt werden. Sie liefern Journalisten O-Töne, machen Meldungen lebendiger und erhöhen die Chancen, in der Berichterstattung zitiert zu werden. Entscheidend sind Authentizität, Substanz und der Verzicht auf Phrasen. Nutzen Sie das Potenzial gezielter und gut formulierter Zitate – und Ihre Pressearbeit wird spürbar erfolgreicher.

Wer spricht?
Wählen Sie Personen mit direktem Bezug zum Thema: Geschäftsführung, Fachexperten, Projektleiter, Wissenschaftler, Kunden.

Neuer Aspekt?
Das Zitat soll neue Informationen liefern – keine bloße Wiederholung des vorherigen Textes.

Konkrete Aussagen?
Fakten, Zahlen und greifbare Beispiele machen Zitate für Journalisten interessant.

Emotion mit Substanz?
Persönliche Einschätzungen und Begeisterung sind erlaubt, aber immer verbunden mit einer konkreten Aussage.

Meinung und Haltung?
Zeigen Sie klare Standpunkte, aber vermeiden Sie plumpe Eigenwerbung.

Natürlichkeit prüfen:
Spricht die Person wirklich so? Keine gestelzten Formulierungen, sondern echte, authentische Sprache.

Kompakte Formulierung:
Ein Zitat sollte selten länger als zwei bis drei Sätze sein.

Titel sinnvoll einsetzen:
Titel nur nennen, wenn sie für das Thema relevant sind – besser Funktion im Text erläutern als vor dem Namen auflisten.

Richtige Platzierung:
Zitate nicht an den Anfang stellen. Erst die Nachricht, dann die Einordnung durch die Stimmen.

Freigabe einholen:
Lassen Sie jedes Zitat von der zitierten Person freigeben.

openPR-Tipp: Lesen Sie auch unseren Ratgeber zum Thema "Pressemitteilung zitieren".

 

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