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Verhindert rückständiger Feminismus eine längst fällige Jungenförderung?

06.09.200622:45 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Stuttgart, den 07.09.06. MANNdat e.V. begrüßt, dass die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Frau Erdsiek-Rave, mit der ersten Jungenkonferenz endlich das Problem der Bildungsdiskriminierung von Jungen angegangen hat. Auf dieser Konferenz am 31. August kam es allerdings schnell zum Eklat, als eine feministische Fraktion es ablehnte, jungenspezifische Interessen und Belange in der Schule zu berücksichtigen. Studien belegen den Zusammenhang zwischen schlechter Lesekompetenz von Jungen und der mangelnden Berücksichtigung ihrer geschlechtsspezifischen Leseinteressen. Die Bildungskrise der Jungen ist den Fachleuten seit den 90er Jahren bekannt.



"Wir sind froh, dass sich endlich jemand dem Problem stellt.", so MANNdat-Mitarbeiter Dr. Bruno Köhler, Leiter der bundesweit bekannten und genutzten Jungenleseliste mit Büchern für Jungs. "In den letzten Jahrzehnten hat man versucht die Perspektiven der Mädchen zu verbessern und dabei die Jungen völlig aus dem Blick verloren. Mädchenförderung und Jungensanktionierung haben zu einer Bildungsdiskriminierung von Jungen geführt, die sich mittlerweile eklatant auf den Arbeitsmarkt auswirkt. Die männliche Jugendarbeitslosenquote ist um über 40% höher als die weibliche, Tendenz steigend." Eine MANNdat-Studie über die Berücksichtigung jungenspezifischer Belange in den Bildungsministerien in Deutschland ergab erheblichen Handlungsbedarf. Zwölf Bildungsministerien waren mangelhaft oder ungenügend. In Sachsen-Anhalt gibt es beispielsweise über 30 Frauen- und Mädchenförderprojekte aber kein Jungenförderprojekt.

Die zunehmende Feminisierung des Lehrbetriebs wird als eine wesentliche Ursache der wachsenden Bildungsdiskriminierung von Jungen angesehen. In keinem einzigen der 17 Bildungsministerien in Bund und Ländern gibt es jedoch bislang konkrete Maßnahmen zur Integrationsförderung von jungen Männern in den Beruf des Grund- oder Hauptschullehrers gibt. In Landesgleichberechtigungsgesetzen muss statt dessen in gewissem Umfang auch in Kindertagesstätten und in Grund- und Hauptschulen Frauenförderung betrieben werden. Deutschland ist damit vermutlich das einzige Land weltweit, das die zunehmende Feminisierung des Bildungsbereichs sogar noch gesetzlich fördert. Hier ist noch viel Potential zur Verbesserung der Integration von jungen Männern in den Beruf des Lehrers gegeben.

Die Studie über die Berücksichtigung jungenspezifischer Belange in den Bildungsministerien ist unter http://www.manndat.de/index.php?id=361, die Jungenleseliste ist auf www.manndat.de, Thema „Jungen lesen“, eingestellt.

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