(openPR) Alle Zivilisation fängt mit der Theokratie an und hört mit der Demokratie auf. (Victor Hugo)
Auf ihrem Sonderparteitag hat sich die SPD mit der knappen Mehrheit von 56 Prozent für Koalitionsgespräche mit CDU/CSU entschieden. Jetzt kommt es darauf an, ob sie das inakzeptable Ergebnis der Sondierungsgespräche deutlich verbessern und wieder mehr soziale Gerechtigkeit in unserem Land durchsetzen kann. Sollte das nicht gelingen und würden die Sozialdemokraten ihre Klientel dann mit einer Trotzdem-Koalition weiter verraten, dürften sie einer schwierigen Zukunft entgegen gehen.
Vernünftige Antworten auf die immer drängendere soziale Frage lassen weiter auf sich warten. Für die sogenannten Christlichen scheinen soziale und Steuergerechtigkeit keine Themen zu sein. Ebenso wie für die Freie Demokratische Partei der Besserverdiener. Die apathische Masse der Benachteiligten glänzt auf der politischen Bühne mit Abwesenheit. Wie lange wird das noch gutgehen?
Den Klimaschutz hat haben die Groko-Sondierer ja bereits auf „weniger wichtig“ herabgestuft. Das kommt verständlicherweise bei denen gut an, die bedenkenlos auf Kosten der Zukunft unserer Kinder und Enkel wirtschaften. Man faßt sich an den Kopf. Die Probleme infolge der Erderwärmung sind bereits spürbar und es wird irgendwann – das weiß niemand so genau – einen Point-of-no-return geben. Dann wird es keine Rettung mehr vor dem Wärmetod geben. Trotzdem möchten unsere Politiker auf Drängen der Wirtschaftslobby, also derer, die am meisten zu verlieren haben, das Geld für den Klimaschutz lieber sparen, d.h. nichts anderes, als es denen zu lassen, die mehr als genug davon haben. Es lebe die Kurzsichtigkeit. Dabei würde das Geld im Falle des ökologischen Kollapses der Erde niemandem noch etwas nützen können. Nur gut, daß die großen Selbstbediener ebenso von den Folgen dieser Fehlentscheidung betroffen sind wie ihre Millionen Mitmenschen auch.
Sollten wir von dem elenden Weiter-So! in asoziale Verhältnisse und Umweltzerstörung nicht wegkommen, wäre es vielleicht sogar gut, wenn sich die Menschheit durch zunehmende Verheerung ihrer Umwelt abschaffte. Denn das Verhalten ihrer Alphatiere scheint Arthur Koestler Recht zu geben, der den Menschen als „Irrläufer der Evolution“ bezeichnete. Wer das Treiben der „Eliten“ und ihrer nützlichen Idioten beobachtet, wird längst zu dem Schluß gekommen sein, daß Koestler (und andere) mit ihrer Vermutung von der Unfähigkeit des Menschentiers, sein Schicksal vernünftig in die Hand zu bekommen, wahrscheinlich richtig liegen.
Denn Unvernunft und Beutegier beherrschen das Menschentier uneingeschränkt, obwohl immer unübersehbarer wird, daß die Zukunft des Weiter-So! für die Mehrheit der Menschen nicht lebenswert sein wird. Aber das räuberische Rudeltier „Mensch“ kann eben nicht aus seiner Haut.
Längst nicht mehr überraschend ist auch, daß der Kampf gegen die Kriminalität selektiv geführt wird. In Wuppertal soll die neue nordrheinwestfälische Landesregierung, gestellt von CDU und FDP, gerade eine Art von Piratenflagge gehisst haben. Der seit einigen Jahren von der dortigen Steuerfahndung sehr erfolgreiche Kampf gegen Steuerbetrüger soll von den neuen politischen „Herren“ ausgebremst worden sein, indem die Steuerfahndung durch den Abbau von Fachpersonal geschwächt wurde. Die regierenden „Christlichen“ und „Freien Demokraten“ werden sicherlich gewichtigen Gründe für die (Wieder-)Entfesselung der sozialen Freibeuter haben.
Es ist ja ohnehin bezeichnend, daß die Regierungen weltweit nichts gegen die zahlreichen Steueroasen unternehmen.
In den USA bedienen sich die großen Beutemacher und ihre nützlichen Idioten noch unverschämter auf Kosten der Mehrheit ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger als in Deutschland. Das gilt nicht nur für die beschlossenen massiven Steuersenkungen auf Pump für hohe und höchste Einkommen, die nicht zuletzt auch dem Milliardär Donald Trump zugutekommen. Nun ist allerdings wieder einmal die Schuldenobergrenze erreicht und Trump steht vor einem großen Problem. Denn seine Pläne sind ohne weitere massive Verschuldung der USA in Billionenhöhe nicht zu verwirklichen.
Eine erneute Erhöhung der Schuldenobergrenze, die derzeit bei 19,86 Billionen (!) Dollar liegt, wurde im Senat abgelehnt. Als Folge des sogenannten "Shutdown" muß das Finanzministerium jetzt seine Ausgaben auf ein Minimum herunterfahren. Große Teile des Öffentlichen Dienstes werden stillgelegt und die Bediensteten müssen vorerst auf ihre Gehälter verzichten. Nur besonders wichtige Bereiche wie z.B. die Strom- und Wasserversorgung und das Militär werden funktionsfähig gehalten. Präsident Trump muss jetzt handeln, um eine längere Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden. Nur wie?
Auch wer der Preisfindung an den Börsen vertraut, sollte sich in Acht nehmen. Wo es für die Akteure um viel Geld geht, ist schon wegen der vielen Menschen angeborenen Beutegier in Verbindung mit eher mäßiger Moral höchste Vorsicht geboten. Auch Börsenkurse „ergeben“ sich nur im Resultat aus Angebot und Nachfrage. Dahinter stehen Angst und Gier, mal in stärkerer und mal in geringerer Ausprägung, und wer sich Vorteile verschaffen kann, wird kaum darauf verzichten. Der Mensch ist nun einmal ein räuberisches Rudeltier und deshalb (mit individuellen Unterschieden) immer an Beute interessiert.
Bei den Großspekulanten, vor allem auch den spekulierenden Investmentbanken, ist das offensichtlich. Bei den Edelmetallen, die vor allem in Großbritannien und den USA gehandelt werden, sind Indizien für Kursmanipulationen unübersehbar und werden auch öffentlich diskutiert.
An der us-amerikanischen Comex, um nur ein Beispiel zu nennen, „regulieren“ die als sogenannte Marketmaker fungierenden Banken z.B. die Gold- und Silberkurse, indem sie sogenannte Derivate verkaufen, die sie beliebiger Menge herstellen können, ohne für eine Deckung durch physisches Metall zu sorgen. Inzwischen gibt es Derivate in einer Menge, die die physisch verfügbare Menge der Edelmetalle um ein vielfaches übersteigt. Damit ist fast eine perfekte und rechtlich einwandfreie Preismanipulation möglich. Das Angebot kann immer der Nachfrage entsprechend reguliert werden und – wenn gewünscht – auch eingesetzt werden, um die Kurse zu drücken. Man könnte auch sagen: Die Bankster werden von denen, die für die Spielregeln verantwortlich sind, geradezu zur Manipulation verleitet. Die Kursmanipulationen sind offensichtlich politisch gewollt.
Tatsächlich kann es den „Eliten“ der USA nicht gleichgültig sein, ob mit heißer Luft oder ausschließlich mit physisch verfügbarem Gold und Silber spekuliert wird. Denn der marode Dollar ist langfristig nicht zu halten. Die Tage, in der der US-Dollar weltweit als Weltleit- und Handelswährung genutzt wurde, sind längst gezählt. Die künftige Weltleit- und Reservewährung werden die Chinesen bestimmen und dabei wird Gold die Hauptrolle spielen. Alle Aktivitäten der Chinesen deuten darauf hin, daß sie mit einigen anderen Ländern im Schlepptau eine goldbasierte, stabile (Handels-)Währung vorbereiten. Das wäre das Ende des ohnehin durch die immense Verschuldung der USA ausgehöhlten US-Dollars.
Ironie der Geschichte: Mit dem (noch) unermüdlichen Versuch, den Goldpreis zu drücken, helfen die USA den Chinesen bei Akkumulation der für einen goldbasierten Renminbi benötigten Goldreserven.
Noch halten die meisten Zentralbanken US-Dollars als Reservewährung. Ob sie das weiterhin tun werden, wenn der Wert des Dollars erodiert? Ob sie weiterhin große Dollarmengen halten werden, wenn der Renminbi, der inzwischen auch zu den großen Welthandelswährungen gehört, seinen Vormarsch als Reservewährung fortsetzt und eines wahrscheinlich gar nicht mehr so fernen Tages als goldunterlegte Währung den US-Dollar in den Orkus der Geschichte stürzt? Der Prozeß de Dollarniedergangs ist längst in Gang gekommen und die als Folge der Ponzi-Eskapaden von FED und EZB zu erwartende Weltfinanz- und -wirtschaftskrise dürfte ihn beträchtlich beschleunigen.
Was die manipulierten Gold- und Silbermärkte betrifft, werden die Chinesen den Amerikanern immer mehr in die Suppe spucken. Der Aufbau eigener Handelsplätze mit anderen Regeln als in den USA wird zur gefährlichen Konkurrenz. Was würde zum Beispiel passieren, wenn an der Börse Shanghai ausschließlich gehandeltes physisches Gold deutlich teurer wäre als papiernes Phantasiegold in London oder New York? Würde dann die COMEX zum reinen Spielcasino umgewandelt?
Was würde passieren, wenn das bevorstehende Platzen der weltweiten Spekulationsblasen die aufgeblähten Derivatemärkte in den Orkus der Geschichte schleuderte und Bankstern wie Spekulanten Billionen Dollar verlören? Was werden unsere „Eliten“ unternehmen, wenn Bankenpleiten die Realwirtschaft ruinieren? Wie würden sich in dieser Situation die Edelmetallpreise entwickeln, wenn sie nicht mehr mit bloßen Papierfetzen manipuliert werden könnten?
Die Zukunft ist spannend. Heute mehr denn je.
Seit vielen Jahren beobachtet und kommentiert Prof. Querulix das fragwürdige Treiben der Menschentiere, vor allem das ihrer „Eliten“ und der von ihnen Protegierten. Seine Beobachtungen dokumentiert und kommentiert er in der eBook-Reihe „Tacheles“, in der bisher 7 Bände erschienen sind. Der jüngste trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3). Wie seine 6 Vorgänger ist er im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort sowie in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro zu haben.
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