(openPR) Die Franzosen haben gewählt. Die geringe Wahlbeteiligung war eine Schlappe für das System und könnte sich als Menetekel für Frankreichs Zukunft herausstellen. Nicht zu wählen war aber zugleich auch das Dümmste was diejenigen tun konnten, die mit der „Elite“ nicht einverstanden sind. Deshalb sollten Macrons ca. 32 Prozent nicht zu früh gefeiert werden. Eine mögliche absolute Mehrheit im Parlament macht noch nicht die überfälligen Reformen an Hupt und Gliedern. Wie die „Eliten“ mit der neuen Situation umgehen, ist die Nagelprobe für die (französische) Demokratie. Sie wird aber auch für den Fortbestand der Europäischen Union entscheidend sein.
Skepsis ist angebracht. Wenn die Menschen – man kann schon sagen: notorisch – von denen belogen und betrogen werden, die sich offiziell dafür bezahlen lassen, daß sie für allgemeines Wohl sorgen, dann braucht man sich nicht zu wundern, daß die Fundamente der Demokratie bröckeln.
Viele Bürgerinnen und Bürger haben angesichts der skrupellosen Selbstbedienung der „Eliten“ längst resigniert. Sie sind die geborenen Underdogs, die Dulder, die wie Schafe fast alles mit sich machen lassen – bis ihnen der Kragen platzt. Frankreichs Geschichte ist in dieser Hinsicht hoch interessant. Macron sollte also wissen, auf was er sich einläßt.
Die geringe Wahlbeteiligung könnte sich als die Ruhe vor dem Sturm erweisen. Menschen – nicht allein die Franzosen – die wissen wie sie belogen, betrogen und ausgebeutet werden, sind zunächst meistens zu träge, daraus die zum Selbstschutz notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Ihnen ist ihre kleine Lebensnische im großen Gerangel um Macht und Beute lieb und teuer und fürchten, sie durch Aufbegehren in Konflikte zu verwickeln. So funktionieren Staaten, große und kleine gleichermaßen: Es beginnt zu brodeln vor dem großen Ausbruch, und es brodelt manchmal sehr lange.
Staaten funktionieren deshalb so, weil die Menschentiere genetisch so programmiert sind: Rudeltiere, die ihren Alphas folgen und gegebenenfalls vor ihnen kuschen – bis zu einem gewissen Punkt. Gewiß, es gibt Ausnahmen. Aber die stören das Bild nicht besonders. Underdogs, die sich trotz Ausbeutung auch noch freiwillig aufopfern, sind den Alphas als nützliche Idioten hoch willkommen. Aber darauf wurde noch nie dauerhaft ein funktionierender Staat aufgebaut.
Wer das Debakel sieht und nicht dösig genug ist, es einfach aus seiner Wahrnehmung zu verbannen oder als „gottgewollt“ hinzunehmen, der kann – je nach persönlicher Situation – für kürzere oder längere Zeit in die innere Emigration gehen oder sich in Beschäftigungen flüchten, die ihn das Elend des menschlichen Miteinanders vergessen lassen. Von sehr ernsthaft und aufwendig betriebenen Hobbys bis zur wissenschaftlichen Arbeit gibt es reichlich Ablenkung. Einfachen Gemütern genügt der Konsum von Unterhaltungssendungen des Fernsehens.
Wählen gehen? Was soll der Zirkus. Die machen doch alle sowieso was sie wollen, füllen sich eigenen Taschen, sichern sich gute Posten und versorgen ihre Klientele. Das denken sie oder sagen sie. Politiker sollten das ernst nehmen.
In der vorindustriellen Zeit wurden nur wenige Menschen von den Herrschenden gebraucht, um die eigene Macht und den eigenen Reichtum zu erhalten und zu mehren. Das ist heute anders. Ohne zahlreiche kluge Köpfe sind Macht und Reichtum nicht zu erhalten und schon gar nicht unaufhörlich weiter zu steigern. Bildung auf breiter Basis ist deshalb unverzichtbar. Leider kommen dabei nicht nur Fachidioten heraus, sondern auch viele kritische Köpfe.
Die sehen, daß alles immer mehr auf Ausbeutung hinausläuft, auf Sklavenarbeit zu Hungerlöhnen und auf Arbeit bis zum Umfallen, weil auch die Renten den notwendigen Lebensunterhalt nicht mehr decken. Immer mehr Menschen arbeiten nur noch für Hungerlöhne und zahlen Beiträge zur Rentenversicherung, die ihnen im Alter nicht mehr (oder gar weniger) einbringen als die Sozialhilfe.
Wer zu den klugen Köpfen gehört und sich nicht (s.o.) die Decke der Ablenkung über den Kopf ziehen kann (oder will) müßte eigentlich über die Dummheit der Menschentiere verzweifeln, denen die Natur zwar ein hoch leistungsfähiges Gehirn spendiert hat, die es aber nur dazu benutzen, ihresgleichen zu drangsalieren und eine Spur von Unterdrückung, Raub, Mord und Krieg zu hinterlassen. Aber er weiß, daß die Menschentiere, die sich schließlich genetisch gerade einmal eine Winzigkeit von ihren räuberischen Vorfahren abgesetzt haben, gar nicht anders können.
So beuten auch die Christen ihre Mitmenschen aus und die Sozialisten stehen ihnen nicht nach. Menschentiere eben. Andere hissen von vornherein eine Parteiflagge, unter der alles möglich ist. Ekelhaft? Nein. Menschen eben. Und deren Alphas sind weltweit gerade dabei die Errungenschaften von vielen Jahren und Jahrzehnten in die Tonne zu treten und Millionen ihrer Mitmenschen gleich mit.
Prof. Querulix beobachtet und kommentiert – ebenso besorgt wie amüsiert – das ebenso interessante wie fragwürdige Treiben der Menschentiere und vor allem das ihrer „Eliten“. Seine Beobachtungen dokumentiert und kommentiert er in der eBook-Reihe „Tacheles“. 7 Bände sind bisher erschienen. Der jüngste trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3). Wie seine 6 Vorgänger ist er im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort sowie in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro zu haben.
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