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Zum Golde drängt nicht alles, aber das Gold bedrängt den Dollar

01.03.201709:45 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Zum Golde drängt nicht alles, aber das Gold bedrängt den Dollar
Prof. Querulix,
Prof. Querulix, "Tacheles" 7 "Rien ne vas plus", eBook, ISBN 978-3-943788-43-3, 264 S., 9,95 Euro

(openPR) Die politische Welt wird neu arrangiert; die Machtverteilung ändert sich. Die USA müssen künftig bescheidener auftreten. China und Rußland werden zu Partnern auf Augenhöhe. Europa bleibt bis auf Weiteres ein Flickenteppich aus Staaten der ersten bis dritten Weltliga. Es wird sich neu erfinden müssen, bevor es durch gewonnene eigene Stärke dieses Dreigestirn der Macht zu einem Quartett erweitern kann, in dem es dann allerdings eine sehr starke wichtige Rolle spielen könnte.



Während Trump das Regieren probiert und am Spagat zwischen seinen Träumen und der Realität laboriert, kündigt sich der Niedergang des US-Dollars als Weltleit- und Reservewährung an. Die Wegbereiter dieser Entwicklung sind China, Saudi-Arabien, der Iran und Rußland.

Auslöser waren – Ironie des Schicksals – die USA. Mit ihren Einmischungen in die Angelegenheiten anderer Länder, Sanktionen und angezettelten Kriegen haben sie jene Entwicklung angestoßen, die jetzt dabei ist, den US-Dollar von seiner privilegierten Position zu vertreiben. Nichts wird die Ablösung des Dollars – zunächst wohl durch eine Art goldgedeckter Handelswechsel – noch aufhalten können. Was sich bisher auf Grund notwendiger pragmatischer Lösungen im Rohölgeschäft der von den USA beargwohnten und zum Teil mit Sanktionen bekämpften Länder bewährt hat, wird schneller als von vielen erwartet zu einer faktischen Goldbindung des Renminbi führen.

Nicht zufällig hat China die Shanghai Gold Exchange eröffnet, die bereits der größte Umschlagplatz für physisches Gold sein soll. Auch die Japaner haben in Tokio und die Koreaner in Seoul den Handel mit physischem Gold etabliert. In Dubai wird ebenfalls mit physischem Gold gehandelt. Die USA sind dagegen Weltmeister im Papiergoldhandel. Dieser übt dort den maßgeblichen Einfluß auf den Goldkurs aus. Das wird sich allerdings in dem Maße ändern, wie „echte“ Goldkurse für physisches Gold, zum Beispiel aus China, von den Marktteilnehmern stärker wahrgenommen werden. China dürfte ohnehin sehr daran interessiert sein, den dominierenden Einfluß der us-amerikanischen Marktteilnehmer auf den weltweiten Goldmarkt zurückzudrängen.

Die unangenehme Folge der zu erwartenden Ablösung des Dollars durch eine goldbasierte Handelswährung wäre für die USA auch, daß sie sich nicht mehr wohlfeil und unbegrenzt auf Kosten anderer Nationen verschulden könnten. Schon jetzt haben einige Staaten damit begonnen, die Bestände ihrer US-Treasurys zu verringern. Allen voran Saudi Arabien, aber auch China. Der Trend wird sich fortsetzen und auf zahlreiche andere Staaten übergreifen. Dabei wird er sich verstärken, denn die Letzten werden auch in diesem Fall die Hunde beißen. US-Staatsanleihen sind dann nämlich im Handel für die übrige Welt ganz überflüssig und entsprechend der Überschuldung der Vereinigten Staaten dann von eher fragwürdigem Wert.

Man darf sich angesichts der sich abzeichnenden Entwicklung nicht wundern, daß der Notenbank der USA steigende Goldpreise ein Dorn im Auge sind und sie alles in ihrer Macht liegende tun, um sie zu verhindern. Besorgte Gemüter haben sich schon des öfteren gefragt, ob all das zur „Kursdämpfunge“ durch hilfreiche Bankster benutzte Papiergold überhaupt durch physisches Gold gedeckt ist. Aber das wissen wohl nur die Bankster selbst und die hinter ihnen stehende FED. Mögliche Schieflagen im weiteren Verlauf der Goldgeschichte werden uns klüger machen. Sie würden die ohnehin fällige autonome „Lösung“ der Banken- und Finanzkrise mit zusätzlicher Brisanz versehen und beschleunigen. Einzig sicher scheint nur, daß die kommende Weltfinanzordnung nicht mehr von der FED und den Wallstreet-Bankstern beherrscht werden wird.

Anstatt aus berechtigter Furcht um Machtverlust Unsinn zu machen, sollten Regierung und Notenbank der USA schnellstens darüber nachdenken, wie sie auf vernünftige Art ihren Platz in einer Welt finden, die sie nicht mehr (mit Hilfe der Sonderstellung ihrer Währung) dominieren können. Der Welthandel der Zukunft braucht den Dollar nicht.

Die immer noch virulente weltweite Banken- und Staatsschuldenkrise wird durch die Ponzi-Spiele der FED, der EZB und der BoJ weiterhin weder wirklich beherrscht noch irgendwann einmal planvoll und erfolgreich beendet werden. Vielmehr ist damit zu rechnen, daß sie als Folge der Geldvermehrungsorgien der Notenbanken autonom mit einem katastrophalen Crash enden und damit maßgeblich dazu beitragen wird, die Machtverhältnisse in der Welt gründlich zu verändern. Der größte Verlierer werden die USA mit ihrem siechen Dollar sein, die größten Gewinner China und Rußland mit einer goldbasierten Handelswährung, die sich schneller in der Welt verbreiten wird, als die Verteidiger des Status quo glauben oder hoffen mögen.

In Europa hat vor allen anderen Deutschland eine gute Chance, einigermaßen ordentlich aus der Krise herauszukommen – jedenfalls wenn seine „Eliten“ endlich begreifen, daß dazu innerer Friede und Zusammenhalt der Gesellschaft notwendig sind. Der Niedergang der USA ist nämlich maßgeblich auf die Spaltung ihrer Gesellschaft durch maßlosen Beutekapitalismus und Banksterismus zurückzuführen. Die Deutschen sind unter Führung ihrer derzeitigen „Eliten“ dabei, diesen kapitalen Fehler zu kopieren. Für einen Kurswechsel ist es aber noch nicht zu spät, und die kommenden Wahlen bieten genug Gelegenheit, den „Eliten“ eie Kursänderung nahezulegen.

Der sich abzeichnende unabwendbare Machtverlust der USA und seine Wirkung auf deren „Eliten“ macht diese schwer berechenbar. Der neue, politisch unerfahrene und impulsive Präsident ist zudem nicht gerade hilfreich, um die damit verbundenen Gefahren zu beherrschen. Die Europäer sollten sich aber auf gar keinen Fall von den Amerikanern in politische oder gar militärische Abenteuer verstricken lassen. Europa muß seine eigenen Probleme lösen und seine eigenen Interessen angesichts der bevorstehenden Neuordnung der Machtverhältnisse in der Welt konsequent vertreten.

Seit vielen Jahren beobachtet und kommentiert Prof. Querulix das fragwürdige und nicht selten auch selbstzerstörerische Treiben der Menschentiere. Seine Kommentare faßt er in der eBook-Reihe „Tacheles“ zusammen. Inzwischen ist der 7. Band der Reihe erschienen. Sein Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3), 264 S. Wie seine 6 Vorgänger ist er im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort sowie in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro erhältlich.

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