(openPR) Wir leben heute in einer Zeit, in der nicht mehr gewählte Politiker in erster Linie über das Schicksal der Völker entscheiden, sondern die Herrschaften in den Zentralbanken, vor allem die bei der FED, der EZB und der BoJ. Die wenigsten Menschen kennen diese mächtigen Herrscher/innen über das Geld und damit auch über unser Schicksal, und niemand hat sie gewählt. Aber genau diese wenigen Menschen sind für das verantwortlich, was mit unserem Geld geschieht und was mit seiner offenbar geplanten Entwertung auf uns alle zukommt.
Um die Zukunft des Weltfinanzsystems zu begreifen, braucht es nur Nachdenken und ein wenig Mathematik. Dann kommt man zwangsläufig zu dem Schluß: Es geht gar nicht mehr ohne ein Ende mit Schrecken. Denn exponentielles Wachstum ist immer endlich. Das gilt auch für das Wachstum der Verschuldung. Die Schuldenorgie hat deshalb Grenzen. Denen nähern wir uns immer schneller. Die Orgie kann aber auch nicht einfach beendet werden, wenn die Notenbanker/innen meinen, es sei an der Zeit, mit dem Gelddrucken aufzuhören. Denn dann würden Schuldner massenweise zusammenbrechen wie ein Junkey, den man plötzlich trocken legt.
Exponentielles Schuldenwachstum, das derzeit von den Notenbanken kräftig gefördert und beschleunigt wird, kann nur im inflationären Fiasko enden. Man kann es nicht einfach anhalten. Die vorhandenen Sachwerte reichen in vielen Ländern jetzt schon nicht mehr für eine sichere Deckung der Gesamtverschuldung von Staaten, Unternehmen und Privaten aus. Schon in gar nicht mehr ferner Zukunft wird die Weltgesamtverschuldung die Weltwirtschaftsleistung übersteigen und sie dann rasch hinter sich lassen. Stellen Sie sich das einmal vor: Selbst wenn Sie zu denen gehörten, die ihre Einkommen jährlich um 10 Prozent steigern können, wüchsen Ihre Schulden schneller als Ihre Bezüge und würden ihren Vorsprung vor Ihrem Einkommen laufend vergrößern. Unglaublich, aber wahr. Das kommt beim Ponzi-Spiel der Notenbanken heraus – theoretisch. Denn praktisch wird eine Hyperinflation die Relationen zwischen Wirtschaftsleistung und Verschuldung wieder in Ordnung bringen. Die Deutschen haben das in der ersten Hälfte der Zwanzigerjahre des vorigen Jahrhunderts erlebt, in Simbabwe und in Venezuela erleben es die Menschen heute.
Auch damals wurden Millionen ehrbare Menschen, fleißige Arbeiter und Sparer bettelarm, während sich Zocker und Schieber die Taschen vollstopften und die eigentlich Schuldigen ihre üppigen Pensionen genossen. Und darum geht es Draghi und Co. wohl auch: Die skrupellosen Schuldner auf Kosten der Geldsparer zu sanieren. Das ist mit massenhaftem „Gelddrucken“ und der damit verbundenen Geldentwertung auch zu schaffen. Leider kann weder Draghi noch sonst wer die einmal in Schußfahrt gekommene Inflation stoppen. Deshalb ist mit sehr unangenehmen sozialen und politischen Folgen zu rechnen.
Daß die Inflation langsam Fahrt auf nimmt, ist schon jetzt bemerkbar. Seit längerer Zeit schon sind die Preise für Anleihen, Aktien und Immobilien in absurde Höhen gestiegen. Jetzt ziehen auch die Preise an, die die Lebenshaltungskosten bestimmen. Hier nur zwei Beispiele, die nicht zufällig aus der Versicherungswirtschaft stammen, die unter der Draghi-Kur besonders leidet: Die Jahresprämie für die Haftpflichtversicherung eines älteren Fahrzeugs der oberen Mittelklasse steigt bei der HUK Coburg trotz über 30jährigen unfallfreien Fahrens des Versicherungsnehmers zum Beispiel um 11,76 Prozent. Ein seit Jahrzehnten bei der Signal-Iduna Versicherter muß für seine Private Krankenversicherung 5,9 Prozent mehr bezahlen. Zusätzlich beginnt die Versicherung beim Kostenersatz für notwendige Arzneimittel zu knausern. Die Einkommen der Versicherten werden, wenn sie Glück haben, in diesem Jahr vielleicht um 2-2,5 Prozentsteigen. Es sei denn, die Gewerkschaften sorgen mit massivem Druck für eine gerechtere Einkommensverteilung.
Ersparnisse bringen so gut wie keine Erträge mehr und die relative Steuerlast des unteren Teils des Mittelstandes steigt weiter, weil er im Vergleich mit den Besser- und Vielverdienern zusätzlich zu seinen Einkommensteuern relativ sehr viel stärker mit Verbrauchssteuern belastet wird. Auf diese Weise verstärkt und beschleunigt die EZB die Spaltung unserer Gesellschaft. Sobald die Inflation noch mehr Fahrt aufnimmt wird dieser Prozeß erheblich beschleunigt und die Geldvermögen aller Art werden sich mit zunehmendem Tempo in Luft auflösen. Nur das, was inneren, also nicht von der Zahlungsfähigkeit oder Zahlungswilligkeit eines Schuldners abhängigen Wert hat, wird in Zukunft seinen Wert behalten oder ihn sogar noch steigern.
Die Vernichtung der Geldvermögen wird die schon beträchtliche Spaltung unserer Gesellschaft weiter vertiefen und unweigerlich politische Konsequenzen haben. Hinzu kommen bisher mehr als 1,5 Millionen Zuwanderer, die meisten mit geringer oder gar keiner beruflichen Qualifikation. Bestehende Integrationsprobleme infolge fundamentalistischer religiöser Ausrichtung und mangelnder Sprachkenntnisse werden dadurch erheblich gesteigert.
Die deutsche Gesellschaft befindet sich durch den sich beschleunigenden Niedergang des wirtschaftlich benachteiligten Teils in einer gefährlichen Streßsituation. Dabei müßten wir topfit sein, um die Trümmer so schnell wie möglich beseitigen zu können, die das Ponzi-Spiel der Notenbanken zwecks „Rettung“ von Bankstern und skrupellosen Schuldenmachern weltweit anrichtet. Nicht nur die europäischen Südländer, sondern auch die USA steigern ihren Schuldenberg unaufhörlich weiter. Allein Obama hat die Verschuldung in seinen 8 Regierungsjahren auf 20 Billionen (20.000.0000.000.000) US-Dollar verdoppelt. Auch Draghis Inflationierungsshow geht munter weiter. Es kostet nicht viel und an einen Abtrag des Schuldenbergs ist sowieso nicht gedacht.
Wenn Trump seine Wahlversprechen einlösen möchte, muß er das bereits exponentielle Schuldenwachstum in den USA noch erheblich weiter beschleunigen. Dumm nur, daß die dann unvermeidlich kräftig ansteigende Inflation nicht nur die Anleiherenditen in die Höhe treiben wird, sondern auch zusätzliche große soziale Probleme verursachen wird. Das dürfte populistischen Rattenfängern Steilvorlagen liefern. Darüber zu lamentieren, wie es die Politiker der Parteien notorisch tun, die für die soziale Schieflage in unserem Land verantwortlich sind, ist allerdings lächerlich. Das einzige, was die drohende politische Katastrophe vermeiden (oder wenigstens mildern) helfen könnte, wäre die strikte Orientierung allen politischen Handelns am Allgemeinwohl und die Beendigung der systematischen sozialen Deprivation der Unter- und Mittelschichten durch die Sozialbürokratie und die ungerechte Besteuerung. In dieser Hinsicht sind allerdings keinerlei Bemühungen der „Eliten“ erkennbar.
Die Stellung des US-Dollars als Weltleit- und Reservewährung macht es den USA möglich, sich unbegrenzt auf Kosten der übrigen Welt zu verschulden – noch. Denn das Ende dieser Vorzugsstellung ist absehbar. Trump könnte das Ende dieses Privilegs durch unausgegorene Entscheidungen noch sehr viel schneller herbeiführen, als es vorauszusehen ist. Zahlreiche Staaten, auch in Europa, sind so verschuldet, daß sie nur noch durch das fortgesetzte Ponzi-Spiel der EZB vor dem Bankrott bewahrt werden können. Auch da könnte das Ende plötzlich und unerwartet kommen. Denn Italien braucht zum Beispiel sehr viel mehr Geld, um seine von Bankstern zugrunde gerichteten Banken zu rekapitalisieren, als die 20 Milliarden Euro, die Italien für Monte dei Paschi locker gemacht hat.
Weitere schlimme Beispiele für hoffnungslos überschuldete Staaten sind neben Griechenland auch Italien, Portugal und Spanien. Und weltweit hängen noch viel mehr Länder faktisch am Tropf der Notenbanken. Inzwischen kaufen unter anderem die EZB und die BoJ auch munter drauflos private Anleihen, die von (börsennotierten) Unternehmen ausgegeben werden. Das ist jetzt ein riesiges Geschäft für deren Vorstände und Aufsichtsräte. Sie legen eine Anleihe auf, die Notenbank kauft sie und die Vorstände kaufen damit die Aktien ihres eigenen Unternehmens. So treiben sie den Börsenkurs in wahrhaftig abstruse Höhen und können mit dadurch steigenden Boni und „Erfolgs“-beteiligungen auch noch für sich selbst sorgen. Die Unbedarften unter den Beobachtern dieses Treibens meinen in den überhöhten Aktienkursen ein Zeichen wirtschaftlicher Prosperität zu sehen. Na, dann viel Glück, kann man dazu nur sagen – und vergeßt nicht, rechtzeitig vor dem unvermeidlichen Kollaps zu verkaufen.
Ja, manche „verdienen“ ihr Geld tatsächlich im Schlaf. Aber auch sie müssen sehr aufpassen, daß sie die vielen Millionen behalten, die durch mögliche Windfall-Profits auf ihren Konten landen können. Denn offensichtlich ist den Verantwortlichen in den Notenbanken längst klar, daß die Schuldenorgie nicht einfach gestoppt werden kann und deshalb wahrscheinlich auf eine Hyperinflation hinauslaufen wird. Vor 94 Jahren haben die Deutschen damit Erfahrungen gesammelt. Heute tun es zum Beispiel Simbabwe und Venezuela. Inflation wird, wenn sie eine bestimmte Steigerung erreicht hat, zu einer Geldlawine, die niemand mehr stoppen kann. Da lösen sich Geldvermögen rasend schnell in wertlose Papierberge auf.
Wenn kein Wunder geschieht, wird die große Mehrheit der Menschen in Europa auch diesmal ihre Ersparnisse verlieren und die Einkommen werden nicht genügen, um die Kosten der Lebenshaltung zu bestreiten. Zahlungsunfähigkeit wird zum Normalzustand. Die Realwirtschaft wird deshalb auch zusammenbrechen, obwohl sie überwiegend kerngesund ist. Notprogramme – hoffentlich sind sie griffbereit – für die Versorgung der Bevölkerungen mit dem Notwendigsten müssen gestartet werden. Der inflationäre Tsunami könnte diesmal sogar große Teile der Welt erfassen. Und das alles nur deshalb, weil Politiker nicht in der Lage waren, die Bankster rechtzeitig an die Kandare zu legen.
Um nicht zu denen zu gehören, die alles verlieren werden, muß eine/r sein Geldvermögen in wirklich nachhaltig knappe, in ihrem Wert nicht vom Zustand der Realwirtschaft abhängige und nicht durch Politiker und Notenbanken im Wert manipulierbare Güter tauschen. „Papiervermögen" wie zum Beispiel Anleihen oder Bargeld taugen also nicht. Aber auch die wenigsten Aktien, z.B. denen von Gold- und Silberminen sowie einiger sehr solide finanzierten und marktstarken Unternehmen, sind mit äußerster Vorsicht zu betrachten. Ohne die Bilanzen sowie Gewinn- und Verlustrechnungen der letzten drei, vier Jahre lesen zu können: Besser Finger weg! Gute Immobilien sind so lange eine sichere Anlage, als die Einnahmen die laufenden Kosten übersteigen. Zu hohe Kreditkosten oder zahlungsunfähige Mieter können zum Bankrott führen.
Es gibt kein Patentrezept für das soziale Überleben dessen, was auf uns zukommt. Aber ein wenig Nachdenken und die Besinnung auf die Ursachen und mögliche Auswege aus der multiplen Krise, in der die Menschheit steckt, werden sicherlich nicht schaden. Eine große Seereise beginnt auch mit einer Rettungsübung. Die sollte man übrigens sehr ernst nehmen. Was im Falle des Falles dann wirklich geschieht, kann trotzdem niemand voraussehen. Aber wer gut vorbereitet ist, hat es leichter, sich dann zu seinem Vorteil zurechtzufinden und möglicherweise lebensrettende Entscheidungen zu treffen.
Prof. Querulix‘ beobachtet und kommentiert seit vielen Jahren das fragwürdige Treiben des Menschentiers und seiner Alphas. In bisher sieben Bänden der Serie „Tacheles“ sind die Ergebnisse seiner Beobachtungen dokumentiert. Die eBooks im Umfang zwischen ca. 180 und 280 Seiten kosten je 9,95 Euro. Der jüngst erschienene Band trägt den Titel „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-42-6). Alle Bände sind im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort sowie in allen gut sortierten (Internet-)Buchhandlungen erhältlich.
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