(openPR) Frankfurt am Main · Ein Krimiautor könnte es kaum spannender machen: Man nehme einen Zirkus mit exotischen Tieren, aufmerksame Tierschützer, Behörden die nicht durchgreifen können oder wollen und lasse der Geschichte ihren Lauf – mit vielen Verquickungen, Orts-, Namens- und Besitzänderungen, gegenseitigen Überwachungen, Anzeigen und Beschuldigungen sowie allerhand Protagonisten, deren Ziele nicht einfach zu durchschauen sind. Die Geschichte wäre sehr unterhaltsam zu lesen – ein Kampf zwischen Ethik und Kommerz. Wäre da nicht das unsägliche Leid der Tiere.
Ein Zirkusleben ist für die Tiere per se nicht artgerecht, aber was sich rund um Circus Giovanni Althoff in den letzten Jahren zugetragen hat, ist geradezu unglaublich. Waren es einst über 20 Elefanten, sind lediglich 3 verblieben, und die wurden ins Ausland verschleppt. Die anderen Elefanten wurden nach und nach beschlagnahmt, sind elendig gestorben oder eingeschläfert worden bzw. wurden an Zoos abgegeben. Der große „Althoff-Skandal“ birgt viele Unterskandale, sei es die Rolle einiger untätiger Amtsveterinäre, seien es die Ordnungsämter, die offensichtlich gern mal die Augen zudrücken, Hauptsache der Zirkus wandere schnell in den nächsten Ort und macht dort die Sorgen, die man hier nicht haben möchte. Seien es die Zirkusleute selbst, die nicht nur ihre Tiere schlecht behandeln, sondern auch Tierrechtler und Beamte bedrohen.
Nun kommt es einmal mehr zu einer Verhandlung: Giovanni Althoff, seine Frau Evelyn und die Zirkusmanagerin Barbara Rothmund müssen sich wegen Verdachtes auf Tierquälerei sowie Beleidigung, Bedrohung und Körperverletzung vor dem Landgericht Hanau verantworten. Das Gericht hat drei Verhandlungstage vorgesehen. Leider zeigten andere Fälle, wie z.B. der von der elendig verreckten Elefantenkuh Rani des Zirkus Harlekin, dass trotz eindeutiger Fakten das Urteil meist zugunsten der Tierquäler ausfällt.
Die TierrechtsInitiative Rhein-Main verfolgt seit Jahren die Geschehnisse bei G. Althoff, hat sich hinter den Kulissen die Tiere angesehen, Anzeigen erstattet, Demonstrationen organisiert und zum "Bündnis zur Befreiung der Althoff-Tiere" aufgerufen. Das plötzliche öffentliche Interesse an diesem „Paradebeispiel“ nimmt der gemeinnützige Verein zum Anlass, insgesamt auf die Problematik der Wanderzirkusse hinzuweisen. „Althoff“ ist überall – es gibt ca. 300 Wanderzirkusse in Deutschland und die bekannt werdenden „Tierschutz-Fälle“ sind lediglich die Spitze des Eisberges.
Die Tierrechtler schließen sich der Forderung www.zirkus-ohne-tiere.de an, endlich das 2003 im Bundesrat beschlossene Haltungsverbot von Wildtieren umzusetzen. Zudem setzen sie sich für ein Verbot von allen Tieren im Zirkus ein, denn ein artgerechtes Leben ist in Gefangenschaft nie möglich und unter den speziellen Zirkus-Verhältnissen (Enge, Transporte, Dressur, fehlende Mittel) ganz besonders schlimm. »Wir bitten die Bevölkerung, keine Zirkusse mit Tierhaltung zu besuchen – was nicht schwer fällt, denn es gibt fantastische Zirkusse, die komplett ohne Tierdarbietungen auskommen!«, so Viola Kaesmacher von der TierrechtsInitiative Rhein-Main.
Hinweise an die Redaktion:
Giovanni Althoff, seine Frau Evelyn und die Zirkusmanagerin Barbara Rothmund müssen sich wegen Verdacht auf Tierquälerei sowie Beleidigung, Bedrohung und Körperverletzung verantworten. Die Anklageschrift ist 30 Seiten lang. Für den Prozess sind 15 Zeugen und 26 Sachverständige aus Deutschland, Österreich, den USA und Skandinavien geladen.
Das Gericht hat drei Verhandlungstage vorgesehen. Vielleicht können Sie ja auch an den Verhandlungstagen teilnehmen? Termine: Am 12.06. und 16.06. ab 9:00 Uhr im Landgericht Hanau. Wir hoffen, dass auch Sie mit Ihrer Publikation dazu beitragen, die Öffentlichkeit zu informieren: über die Problematik für Tiere im Zirkus und das Leiden, das damit verbunden ist.
Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Die TierrechtsInitiative Rhein-Main ist ein Zusammenschluss von aktiven Tierrechtler/-innen aus dem Rhein-Main-Gebiet und Umgebung. Durch Aktionen und Öffentlichkeitsarbeit weisen wir auf die alltäglich stattfindende Ausbeutung von wehrlosen Tieren in unserer Gesellschaft hin. Die TierrechtsInitiative Rhein-Main ist seit Mitte 2005 ein Verein und wurde vom Finanzamt Frankfurt/Main als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt.













