openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Das ist Eichels Maastricht-Defizit

29.04.200402:06 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Für die Übernahme eines Teils möglicher Sanktionszahlungen durch die Länder fehlt eine rechtliche Handhabe

23. April 2003: Zum voraussichtlichen Überschreiten des 3%-Defizitkriteriums in diesem Jahr erklärt der haushaltspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dietrich Austermann MdB:



Angesichts des Milliardendefizits im Bundeshaushalt 2003 ist so gut wie sicher, dass Deutschland auch in diesem Jahr die 3%-Defizitgrenze überschreiten wird. Nach Artikel 104 des Maastricht-Vertrages kann ein erneuter Verstoß gegen die Stabilitätskriterien finanzielle Sanktionen zur Folge haben. Die zusätzlichen Lasten will Eichel zur Hälfte den Ländern aufbürden. Dies dürfte ihm jedoch nicht gelingen, denn dafür fehlt die entsprechende rechtliche Grundlage. Sollte es aufgrund der permanenten Verletzung des Europäischen Stabilitätspaktes zu erheblichen Bußgeldern kommen, müsste Eichel diese allein bezahlen. Das bei der Europa-Universität in Auftrag gegebene Rechtsgutachten hätte der Bundesfinanzminister sich sparen können. Das Maastricht-Problem liegt einzig und allein beim Bund.

Bund und Länder haben sich zur Einhaltung des Europäischen Stabilitätspaktes im Finanzplanungsrat lediglich auf eine strikte Begrenzung ihrer Ausgaben verständigt. Für die Übernahme eines Teils möglicher Sanktionszahlungen durch die Länder fehlt eine rechtliche Handhabe, etwa in Form eines Staatsvertrages. Der Bund ist alleiniger Vertragspartner der EU und somit auch in der Pflicht hinsichtlich möglicher finanzieller Konsequenzen aus dem Maastricht-Vertrag. Die Länder verfügen über eine grundgesetzlich verankerte Haushaltsautonomie (Art. 109 Abs. 1 GG), in die der Bund nicht eingreifen kann.

Für die Aufteilung des zulässigen Defizits haben sich Bund und Länder auf ein Verhältnis von 55 Prozent für die Länder und die Kommunen und von 45 für den Bund und die Sozialversicherungen geeinigt. Diesen Anteil hat der Bund in 2002 mit gut 24 Prozentpunkten oder rund 15 Mrd. € deutlich überschritten; die Länder hingegen liegen mit rund 4 Prozentpunkten (knapp 3 Mrd. €) sogar unter dem für sie zulässigen Defizit. Das heißt: Der Bund - zusammen mit den Sozialversicherungen - ist im vergangenen Jahr der alleinige Verursacher der Defizitüberschreitung gewesen. Das zusätzliche Defizit im Bundeshaushalt 2003 von 13 bis 15 Mrd. € deutet darauf hin, dass auch in diesem Jahr der Bund im Wesentlichen für die erneute Verletzung des Maastricht-Kriteriums verantwortlich sein wird.

Auch wenn in diesem Jahr noch keine Sanktionen fällig werden, da die EU-Kommission Deutschland aufgrund der konjunkturellen Lage bis 2004 Aufschub gewähren will, ist das Problem drohender Geldbußen nicht gelöst. Es wird sich spätestens im kommenden Jahr mit einer möglichen weiteren Defizitüberschreitung stellen, wenn die rot-grüne Bundesregierung bis dahin keine Kehrtwende in der Steuer-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik vollzieht. Diese Kehrtwende hätte schon längst erfolgen müssen. Die Chancen für einen drastischen Politikwechsel stehen jedoch immer noch nicht besonders gut.

Autor(en): Dietrich Austermann

 

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 8889
 1474

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Das ist Eichels Maastricht-Defizit“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von CDU/CSU-Fraktion

Bayerisches Volksbegehren für Mietenstopp unzulässig // Rückenwind für Klage gegen Berliner Mietendeckel
Bayerisches Volksbegehren für Mietenstopp unzulässig // Rückenwind für Klage gegen Berliner Mietendeckel
(Berlin, 16. Juli 2020) Der Bayerische Verfassungsgerichtshof hat das Volksbegehren „Sechs Jahre Mietenstopp“ für unzulässig erklärt. In seiner Begründung verwies das Gericht darauf, dass dem Bundesland Bayern für eine entsprechende Regelung die Gesetzgebungskompetenz fehle. Hierzu erklärt Dr. Jan-Marco Luczak, der die abstrakte Normenkontrolle gegen den Berliner Mietendeckel für die Bundestagsabgeordneten der CDU/CSU koordiniert: „Die Entscheidung aus Bayern gibt Rückenwind für unser Verfahren gegen den Berliner Mietendeckel in Karlsruhe. …
Trittins Sturheit beim Dosenpfand schadet allen
Trittins Sturheit beim Dosenpfand schadet allen
Viele Fragen zur Umsetzung des Dosenpfandes noch offen 19. Dezember 2002 Zur Diskussion um die Einführung des Dosenpfandes zum 1.1.2003 erklären der umweltpolitische Sprecher, Dr. Peter Paziorek MdB, der stellvertretende Vorsitzende, Dr. Klaus Lippold MdB, und der Berichterstatter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zum Dosenpfand, Werner Wittlich MdB: Trittins Unbelehrbarkeit in Sachen Dosenpfand schadet allen. Die augenblickliche Dialogunfähigkeit des Ministers verhindert eine praktikable Handhabung des gegenwärtigen Schwebezustandes beim Vol…

Das könnte Sie auch interessieren:

REXRODT: Eichel manipuliert schon wieder
REXRODT: Eichel manipuliert schon wieder
… schwersten wiegt der dritte Aspekt: Der totale Vertrauensverlust im Ausland, vor allem bei ausländischen Investoren, in die deutsche Politik. Geradezu unverschämt ist die Ankündigung Eichels, in den Haushaltsplanungen für 2004 nichts zu ändern. Jeder, der sich mit dem Haushaltsentwurf 2004 befasse, könne erkennen, dass das Defizit in die Größenordnung …
Deutsche Bundesbank - Maastricht-Schuldenstand 2008
Deutsche Bundesbank - Maastricht-Schuldenstand 2008
… und zur Verschuldung des Staates (Gebietskörperschaften und Sozialversicherungen) an die Europäische Kommission zu übermitteln. Hierzu werden vom Statistischen Bundesamt das Maastricht-Defizit (0,1 % des BIP im Jahr 2008) und von der Bundesbank der Maastricht-Schuldenstand (konsolidierte Brutto-Verschuldung) berechnet. Deutsche Bundesbank, Frankfurt, …
Bild: k3 mapa GmbH: die Schuldenfalle schnappt zuBild: k3 mapa GmbH: die Schuldenfalle schnappt zu
k3 mapa GmbH: die Schuldenfalle schnappt zu
Wiesbaden, 17. Januar 2024. Die Schuldenfalle in den USA schnappt zu. Im Dezember 2023 betrug das Haushaltsdefizit der Bundesregierung ca. 130 Milliarden. Dieses sind ca. 50% mehr als im Dezember 2022.   Der Dezember 2023 stellt einen weiteren Rekord in der Geschichte des Schuldenmachens dar. Die Bundesregierung der USA hatte Ausgaben in Höhe von 559 Milliarden US Dollar. Das sind 3% mehr als im Dezember 2022. Die Einnahmen beliefen sich auf 429 Milliarden US Dollar. Ein Rückgang um 6% im Vergleich zum Vorjahresmonat. Das Defizit des Monats…
Eichel kapituliert beim Maastricht-Kriterium - Bundeshaushalt 2003 steht auf tönernen Füßen
Eichel kapituliert beim Maastricht-Kriterium - Bundeshaushalt 2003 steht auf tönernen Füßen
… Dietrich Austermann MdB: Die Ausführungen des Bundesfinanzministers vor dem Haushaltsausschuss gestern Abend haben gezeigt, dass die rot-grüne Finanzpolitik am Ende ist. Nach Aussagen Eichels wird bei einem Prozent Wachstum das Maastricht-Kriterium in diesem Jahr gerade erfüllt. Inzwischen gehen die Sachverständigen von einem erheblich niedrigeren Wachstum …
Mittelstand bleibt Stiefkind der neuen Bundesregierung – Finanzminister Peer Steinbrück bleibt hart gegenüber der Wirtschaft
Mittelstand bleibt Stiefkind der neuen Bundesregierung – Finanzminister Peer Steinbrück bleibt hart gegenüber der Wirtschaft
Bonn/Düsseldorf – Ob Peer Steinbrücks (SPD) Haushaltsrede im Bundestag nahtlos an die Politik Hans Eichels (SPD) anknüpfte oder eine „massive Generalabrechnung mit seinem Amtsvorgänger“ (CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer) darstellte, dieser Streit wird wohl zwischen Rot und Schwarz ausgetragen werden. Wichtiger ist, wer von der Politik des Bundesfinanzministers …
Seriöses Konzept für Gemeindefinanzen im Bundesrat
Seriöses Konzept für Gemeindefinanzen im Bundesrat
Eichels Kommission zur Reform der Gemeindefinanzen kann sich nicht einigen 23. Mai 2003: Zu den heutigen Bundesratsinitiativen des Freistaates Bayern für ein Programm zur finanziellen Entlastung der Kommunen erklärt der kommunalpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Götz MdB: Eichels Kommission zur Reform der Gemeindefinanzen kann …
Michael Glos: Waigels Stabilitäts-Erbe in nur vier Jahren verspielt
Michael Glos: Waigels Stabilitäts-Erbe in nur vier Jahren verspielt
Eichels Eingeständnis ist dreister Wählerbetrug 17. Oktober 2002 Zum Eingeständnis von Bundesfinanzminister Hans Eichel, dass das deutsche Defizit in diesem Jahr drei Prozent überschreiten wird, erklärt der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, : Nicht die Tatsache an sich, dass das deutsche Defizit in diesem Jahr die Maastricht-Obergrenze …
Einhalten der Defizitgrenze nicht realistisch
Einhalten der Defizitgrenze nicht realistisch
Wachstumserwartungen der führenden Forschungsinstitute nach unter korrigiert Zur jüngsten Einschätzung der EU-Kommission, Deutschland unterschreite in 2005 die 3%-Defizitgrenze erklärt der haushaltspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dietrich Austermann MdB: Nach den bisher bekannten Daten zum Bundeshaushalt 2005 ist die Einschätzung der EU-Kommission, Deutschland werde im nächsten Jahr mit 2,8% die Defizitgrenze des Maastricht-Vertrages einhalten, nicht nachvollziehbar. Im vergangenen Jahr belief sich das Staatsdefizit gem…
Maastricht-Kriterien auch in 2003 nicht zu schaffen
Maastricht-Kriterien auch in 2003 nicht zu schaffen
Dramatische Folgen für die öffentlichen Haushalte 7. Februar 2003 - Zur Diskussion um die Defizitentwicklung in den öffentlichen Haushalten erklärt der haushaltspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dietrich Austermann MdB: Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar auf über 4,6 Millionen hat die schlimmsten Befürchtungen übertroffen. Alle Zeichen deuten daraufhin, dass die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in 2003 wesentlich schlechter verlaufen wird als von Rot-Grün in den aktuellen Haushaltsplanungen unterstellt. Damit wird…
REXRODT: Haushaltsloch dürfte sogar mehr als 10 Milliarden Euro betragen
REXRODT: Haushaltsloch dürfte sogar mehr als 10 Milliarden Euro betragen
BERLIN. Zu Meldungen über ein Milliardenloch im Haushalt für 2005 erklärt der haushaltspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Günter : Auch der Haushalt 2005 ist in seinen Planansätzen Makulatur, bevor er bereits endgültig aufgestellt ist. Herr Eichel geht von den Strukturzahlen der mittelfristigen Finanzplanung aus. Dies sind Mondzahlen. Allein aufgrund der hohen Arbeitslosenzahlen, der hohen Arbeitslosigkeit und der überbordenden Sozialausgaben insbesondere für die Rente dürfte das zusätzliche Defizit mehr als 10 Milliarden Eu…
Sie lesen gerade: Das ist Eichels Maastricht-Defizit