(openPR) Den Bürgern wird immer Nebel in den Kopf geblasen, wenn Politiker sich ein Denkmal setzen, ihrer Klientel nützlich sein möchten, oder – aus welchen Beweggründen auch immer – ein Prestigeprojekt fördern wollen. Der Nutzen für die Allgemeinheit wird dann schöngeredet, die Risiken, die ihr aufgebürdet werden sollen, werden verharmlost. Wenn durch das Vorhaben überhaupt ein Nutzen entsteht, dann in der Regel für wenige. Von den Einschränkungen und Belastungen sowie den finanziellen Defiziten wird aber die Masse der Bürgerinnen und Bürger betroffen.
Hamburg hat bereits miserable Erfahrungen mit der Elbphilharmonie gemacht, deren Kosten sich vervielfachten. Die große Mehrheit der Hamburgerinnen und Hamburger hat nichts von dem Prestigeprojekt, trägt aber die dadurch entstandenen Belastungen gezwungenermaßen mit. Daß die wenigsten Großprojekte im Rahmen ihrer Kalkulation abgewickelt werden und die meisten mit erheblichen Defiziten, wenn nicht sogar mit der Pleite ende, weiß man auch.
Olympische Spiele sind wirtschaftlich gesehen Hochrisiko-Veranstaltungen. Horror-Beispiele sind Athen, Montreal und Sidney. Es ist unverantwortlich, dieses Risiko auf die unbeteiligten Bürgerinnen und Bürger abzuwälzen, während wenige risikolos den Nutzen genießen.
Es wird höchste Zeit, solche Großprojekte, die nicht im Interesse des Allgemeinwohls liegen, sondern vor allem die wirtschaftlichen Interessen einer Minderheit befriedigen, diese auch allein von den wirtschaftlichen Profiteuren finanzieren zu lassen. Es muß strikt die Forderung gelten: Fertigstellungsgarantie und ausschließliche Finanzierung durch die Profiteure. Die Steuerzahler müssen vor jeglicher Haftung geschützt und die Bürgerinnen und Bürger für alle möglichen unvermeidlichen Einschränkungen und Belastungen entschädigt werden.
Den Veranstaltern ist es freigestellt, Zuschüsse bei denen einzufordern, die sogenannte Windfallprofits erwarten, wie zum Beispiel Hotellerie, Gastronomie, Sportartikelhersteller und Fluglinien. Beihilfen oder steuerliche Vergünstigungen auf Kosten der Allgemeinheit kommen aber nicht in Frage.
Olympia ist auch kein Projekt, das moralisch und politisch korrekt durch Mehrheitsentscheid beschlossen werden kann. Denn es liegt nicht im Interesse des Allgemeinwohls. Im Gegenteil. Von Olympischen Spielen profitieren wenige, die Mehrheit bezahlt den Aufwand. Das gilt sogar für die Hauptdarsteller, die um Medaillen kämpfen. Echte Amateure haben bei den Olympischen Spielen nämlich keine Chance. Den Medaillenrahm können nur hochgezüchtete professionelle „Sportmaschinen“ abschöpfen. Insofern ist die ganze Veranstaltung ein Geschäftsbetrieb und muß auch genauso behandelt werden.
Die heutigen Olympischen Spiele sind ein wirtschaftliches Großprojekt im pekuniären Interesse einer kleinen Gruppe von Sportfunktionären und Unternehmern, das ausschließlich privat finanziert werden darf. In den Vereinigten Staaten wurde das bei den Spielen in Los Angeles und Atlanta auch bereits mit einigem Erfolg versucht. Die Veranstalter müssen künftig aber auch für alle Kosten und Lasten aufkommen, die der Allgemeinheit indirekt durch das Spektakel entstehen. Nur so ist eine gerechte Verteilung von Kosten und Lasten auf der einen und Profiten auf der anderen Seite möglich.
Im Falle Hamburgs sollt außerdem nicht vergessen werden, daß die Stadt noch Anderes und Wichtigeres zu finanzieren hat. Dabei sind die Kosten des Zustroms von Flüchtlingen vergleichsweise Bagatellen gegen die Beträge, die aus der Schieflage der HSH Nordbank zu stemmen sind. Da dürften für Hamburg mindestens zwischen 6 und 11 Milliarden Euro Kosten anfallen, vielleicht auch mehr. Wer unter diesen Umständen noch ein Projekt mit unkalkulierbarem aufwand begänne, handelte sträflich leichtsinnig. Nicht vergessen werden darf auch, daß vermehrte Aufwendungen für Sozialämter und Polizei notwendig werden.
Prof. Querulix redet Tacheles und hofft, daß der Kelch an Hamburg vorbeigeht. Immerhin bewerben sich auch einige andere Weltstädte um das Hochrisikoprojekt auf Kosten und zu Lasten Unbeteiligter. Die zeitlos-zeitkritischen Beobachtungen und Kommentare des Essayisten und Alltagsphilosophen zum fragwürdigen Treiben des Menschentiers erscheinen gesammelt in einer eBook-Reihe, die bisher fünf Bände umfaßt. Ein sechster Band wird zur Zeit vorbereitet. Alle eBände im Umfang zwischen ca. 180 und 220 Seiten kosten je 9,95 Euro und sind beim eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital sowie in allen gut sortierten (Internet-)Buchhandlungen erhältlich.
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