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Equal Pay Day 2014: Minijobs als Einkommensfalle

17.12.201316:03 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Equal Pay Day 2014: Minijobs als Einkommensfalle
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Den "Equal Pay Day" gibt es in Deutschland seit 2008

(openPR) Noch immer verdienen Frauen in Deutschland 22 Prozent weniger als Männer. Mit dem jährlich stattfindenden Equal Pay Day soll auf die Entgeltungleichheit, deren Ursachen und Folgen hingewiesen werden. Aktuelles zum kommenden Equal Pay Day 2014 gab es auf einer Informationsveranstaltung am 29. November in Düsseldorf.



Unter dem Motto "… und raus bist du? Minijobs und Teilzeit nach Erwerbspausen" fand am 29. November in der Villa Horion in Düsseldorf eine Informationsveranstaltung im Rahmen des anstehenden Equal Pay Days 2014 statt. Der sog. Equal Pay Day markiert die bestehenden Entgeltunterschiede zwischen Männern und Frauen: Aktuell verdienen Frauen rund 22 Prozent weniger als Männer. Mit unterschiedlichen Vorträgen machte der Veranstalter - Business und Professional Women - Germany e.V. (BPW Germany) - auf die Ursachen und Folgen der unterschiedlich hohen Bezahlung von Männern und Frauen aufmerksam.

Die Ursachen des sog. Gender Pay Gaps, also dem Unterschied des Bruttostundenverdienstes zwischen den Geschlechtern, lassen sich oftmals auf strukturelle Probleme zurückführen. So arbeiten Frauen öfter in Branchen bzw. Berufen, die generell schlechter bezahlt werden (z.B. im Einzelhandel oder in der Krankenpflege). Die späteren Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten sind in diesen Bereichen oftmals eher gering. Darüber hinaus üben Frauen sehr viel häufiger Teilzeit- oder Minijobs aus. Letztere scheinen für viele Frauen insofern attraktiv zu sein, als dass hierdurch Steuern und Sozialabgaben eingespart würden.

Prof. Stefan Sell, Direktor des Instituts für Bildung- und Sozialpolitik der Hochschule Koblenz, berichtete in seinem Vortrag über die Arbeitsmarktstrukturen und die Ergebnisse aus einer aktuellen Studie des IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung). So wies er unter anderem darauf hin, dass die Vollzeiterwerbstätigkeit der Frauen in Deutschland zwischen 1991 und 2010 um insgesamt 20 Prozent zurückgegangen sei. Gleichzeitig hätte der Umfang an Teilzeitarbeit und Minijobs sehr stark zugenommen. Hierdurch werde deutlich, dass nach wie vor großer Handlungsbedarf bestehe, um den Arbeitsmarkt sowie den Wiedereinstieg nach Erwerbspausen - besonders für Frauen - wieder attraktiver gestalten und um dadurch Gender Pay Gap zwischen Frauen und Männer zu reduzieren.

Nach wie vor sind es nämlich Frauen, die in ihrem Job pausieren bzw. den Arbeitszeitumfang reduzieren, weil sie sich vorranging um Kinderbetreuung oder die Pflege von Angehörigen kümmern. Oftmals wirkt sich diese "Unterbrechung" negativ auf den beruflichen Wiedereinstieg und die Weiterentwicklungsmöglichkeiten auf der Karriereleiter aus. Hinzu kommt, dass Frauen das Rückkehrrecht auf die Vollzeitbeschäftigung oftmals verwehrt wird. Auf der einen Seite sind viele Frauen folglich ungewollt in Teilzeit beschäftigt oder arbeiten auf Minijob-Basis. Auf der anderen Seite sind das Ehegattensplitting oder die beitragsfreie Familienversicherung zudem Faktoren, die das Aufstocken in eine Vollzeitstelle aus ökonomischer und individueller Sicht erst einmal auch unattraktiver machen. An die Folgen für die eigene Erwerbsbiografie und die spätere Rente denkt in dieser Situation kaum eine Frau. Sabrina Deiter, stellv. Landesjugendleiterin der dbb jugend nrw, hierzu: "Es ist wichtig, die Arbeitsmarktstrukturen für Frauen wieder attraktiver zu gestalten und die Infrastrukturen rund um Kinderbetreuung und Pflege von Angehören zu optimieren. Frauen müssen schon heute an ihre eigene Zukunft denken und dürfen nicht in die Minijob-Falle geraten. Denn Teilzeit- und Minijobs wirken sich besonders negativ auf die Alterssicherung aus."

Neben weiteren Fachvorträgen fand während der Infoveranstaltung eine moderierte Gesprächsrunde statt, bei der unter anderem auch Elke Stirken, Mitglied der dbb Bundesfrauenvertretung, anwesend war. Sie berichtete dem Plenum von aktuellen Daten und Fakten zur Entgeltungleichheit und Teilzeit im Öffentlichen Dienst. Die einhellige Meinung aller Beteiligten auf der Informationsveranstaltung zum Equal Pay Day war insbesondere, die Minijobs abzuschaffen, da es vorrangig ein de-qualifizierendes Image habe und Frauen in ihrer Erwerbsbiografie schade.

Der Equal Pay Day markiert den Zeitraum, den Frauen über das Jahresende hinaus arbeiten müssen, um auf das Vorjahresgehalt der männlichen Kollegen zu kommen. Im kommenden Jahr findet er am 21. März statt. Das heißt, dass Frauen bis zu diesem Tag arbeiten müssen, um das Einkommen zu erzielen, das Männer bereits am 31.12. des Vorjahres hatten.

1966 wurde der Equal Pay Day erstmalig in den USA ins Leben gerufen. Im Jahr 2007 hat das Berufs­frauen­netzwerk "Business und Professional Women - Germany e.V. (BPW Germany)" diese Kampagne auch in Deutschland umgesetzt und 2008 zum ersten Mal einen eigenen "Equal Pay Day" durchgeführt. Seither wird mit jährlichen Aktionen auf die bestehenden Entgelt­unterschiede zwischen den Geschlechtern aufmerksam gemacht. Der Equal Pay Day wird unter anderem vom Bundes­familien­ministerium gefördert.

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