(openPR) Grün- und blauäugige Politiker Europas müssen endlich wach werden
von Jürgen P. Fuß
Es war eine großartige und machtvolle Demonstration, die wir am Samstag letzter Woche in Bochum von türkischstämmigen Bürger erleben durften. Mehr als 20.000 Bürger aus der gesamten Bundesrepublik waren gekommen, um uns Deutschen – und hoffentlich auch möglichst vielen Politikern –die reale Politik des türkischen Ministerpräsidenten deutlich zu machen.
Offensichtlich wissen diese Bürger besser als viele verantwortungsvolle Politiker in Deutschland und Europa, wie die türkische Wirklichkeit tatsächlich aussieht. Es ist höchste Zeit, dass diese „verantwortungsvollen Politiker“ sich ihrer Verantwortung für unser Land deutlich werden.
Was uns durch die Bochumer Demonstration besonders deutlich vor Augen geführt wurde, war die quasi unpolitische Dimension des Protestes.
BOCHUM: EINE FRIEDVOLLE, QUASI UNPOLITISCHE DEMONSTRATION
Der Zentralrat der Armenier Deutschlands war es gewesen, der zunächst den Skandal um die geplante Verleihung eines seiner Natur nach völlig unbedeutenden „Auszeichnung" öffentlich gemacht hatte. Schließlich ist der Steiger Award nicht mehr als die Idee eines Bochumer Jungunternehmers, der auf sich und seine kleine Firma möglichst viel Aufmerksamkeit lenken möchte.
Doch das, was die Bochumer Demonstration schließlich so eindrucksvoll machte, war das Engagement einer religiösen Gruppe , die von Erdogan in der Türkei mehr oder minder unterdrückt wird – auch wenn er auch hier immer wieder das Gegenteil behauptet!
Während die in Deutschland lebenden Armenier und Kurden nur mit einigen hundert Gleichgesinnten in Bochum angereist waren, schafften es die Aleviten rund 20 – 22.000 gläubige Demonstranten in Bochum zu versammeln. Zur Klarstellung: das ist keine von den Aleviten, sondern die von der deutschen Polizei genannte Zahl.
NICHT LÄNGER AUF DIE PROPAGANDA-MASCHINERIE DES TÜRKISCHEN MINISTERPRÄSIDENTEN REINFALLEN
Die Demonstration war aber nicht nur eine gute Gelegenheit, sich mit Erdogan – dem Meister der Täuschung – auseinander zu setzen. Sie hat vielmehr auch deutlich gemacht, dass es an der Zeit ist, die türkischstämmigen Bürger in Deutschland wachzurütteln. Sie dürfen nicht länger kritiklos auf die raffinierte Propaganda-Maschinerie des türkischen Ministerpräsidenten reinfallen. Sie müssen sich entscheiden.
Entweder glauben sie Recep Tayyip Erdogan und seinen Storys über die blühende Türkei. Dann sollten sie möglichst schnell in die Türkei gehen und am vermeintlichen Aufbau des türkischen Wunderlandes mitarbeiten.
Wenn sie sich aber einen klaren Blick behalten haben, werden sie feststellen , dass sie in Deutschland und Europa ungleich bessere Chancen haben, sich beruflich, persönlich und - wenn gewünscht - auch europa-politisch mit Erfolg zu engagieren.
Das bedeutet aber auch, sich in die europäische Gemeinschaft einzufügen. Natürlich können dabei die religiöse Überzeugung – als persönliche Angelegenheit - und die familiäre Identität beibehalten werden.
Dann werden sie auch erkennen, dass Erdogans Reden über die vermeintliche Assimilierung nur einem Zweck dient: Damit sollen Erdogans Machtziele weit über die Grenzen der Türkei hinaus unterstützt und gefördert werden.













