(openPR) Frankfurt am Main, 28.1.2011 (se): Der Convent deutscher Akademiker-verbände (CDA) verurteilt die zunehmende Gewalt gegen Studenten-verbindungen, die bis zur Gefährdung von Menschenleben reichte. Er fordert die zuständigen Sicherheitsbehörden auf, sich verstärkt und mit mehr Nachdruck um den Schutz der Angehörigen studentischer Korporationen und der Verbindungshäuser zu kümmern. Unterstützung erhält der CDA vom Innenpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Hans-Peter Uhl: „Der Rechtsstaat hat auch die Unversehrtheit der Korporationen zu schützen.“
In einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main präsentiert der CDA zum ersten Mal eine Statistik über die Gewalt gegen Korporationen in Deutschland und Österreich. Danach wurden im Jahr 2010 über 100 Straftaten gegen Mitglieder von Studentenverbindungen sowie gegen deren Eigentum verübt.
Insbesondere fünf Fälle von schwerer Brandstiftung an Verbindungshäusern und Autos sind besorgniserregend, wobei auch die Gefahr für Leib und Leben der Studenten, aber auch Unbeteiligter in Kauf genommen wird, kritisiert der Vorsitzende des CDA, Rechtsanwalt Joachim Schön.
Brandanschläge gab es 2010 auf Studentenverbindungen in Bonn, Bielefeld, Erlangen, Greifswald und Innsbruck. Zudem listet der Verband mehr als zehn Fälle schwerer Körperverletzung sowie über 50 Fälle von Vandalismus an Verbindungshäusern und Veranstaltungsräumen auf, die im Einzelfall einen Sachschaden von bis zu 50.000,- Euro verursachten.
Die meisten Straftaten wurden von Linksextremisten bzw. selbst-ernannten „Antifaschisten“ verübt. Oftmals gab es Bekennerschriften der Täter im Internet. Der Bundestagsabgeordnete Uhl verurteilt die Gewalt gegen Studentenverbindungen scharf: „Sollte sich herausstellen, dass es sich dabei um eine gezielte Kampagne der linken 'Antifa' handelt, dann muss dagegen vorgegangen werden.“
Der CDA-Vorsitzende Schön beklagt, dass die Polizei die Anzeigen zum Teil nur widerwillig aufnimmt und die Entschlossenheit zum Ermitteln oft fehlt. Der überwiegende Teil der Strafverfahren wurde bereits frühzeitig eingestellt – vor Gericht landete bislang kein Verfahren. Dies führt dazu – wie Schön sagt – „das Vertrauen in die Ermittlungsbehörden zum Teil erheblich beeinträchtigt wird.“
Der CDA verlangt daher von den zuständigen Behörden, dass sie zu den Gewalttaten Stellung beziehen. „Die Verantwortlichen müssen ausfindig gemacht und zur Rechenschaft gezogen werden.“
Laut der Statistik unterscheiden die militanten Gegner der Studentenv-erbindungen nicht unter den Korporationsarten. Sowohl Burschenschafter, Landsmannschafter und Turnerschafter als auch Corpsstudenten sowie Mitglieder von evangelischen, katholischen und überkonfessionellen Verbindungen wurden Opfer der Übergriffe. Insgesamt sind in Deutschland in den genannten Verbindungen über 150.000 Akademiker Mitglied.
Gerade die Studentenverbindungen gehören seit über 200 Jahren zum kulturellen und geistigen Leben in Mitteleuropa und haben wesentlich den Prozess zur Demokratisierung Deutschlands und Österreichs beeinflusst, betont der Convent deutscher Akademikerverbände. Insbesondere an der demokratischen Revolution von 1848 waren viele Korporierte wie Robert Blum und Heinrich von Gagern beteiligt. Unter den herausragenden historischen Mitgliedern finden sich Vertreter aller politischer Richtungen, von den Sozialdemokraten Ferdinand Lassalle und Victor Adler über den CDU-Bundeskanzler Konrad Adenauer bis hin zu den liberalen Politikern Thomas Dehler und Gustav Stresemann.











