(openPR) Frankfurt am Main, 31.5.2012 (se): Die linksextrem motivierte Gewalt gegen Studentenverbindungen nahm weiter zu. Im vergangenen Jahr wurde ein neuer Höhepunkt mit 144 Straftaten erreicht, die bis zur Gefährdung von Menschenleben gingen. Dies geht aus der vom Convent Deutscher Akademikerverbände (CDA) herausgegebenen umfassenden Dokumentation „Gewalt gegen Korporationen über das Jahr 2011“ hervor. Die Zahl der Taten nahm gegenüber dem Vorjahr um mehr als 40 Prozent zu. Insgesamt wurden in Deutschland und Österreich 111 Studentenverbindungen und ihre Mitglieder Opfer von Übergriffen.
Besorgniserregend sind die Zunahme von Brandstiftungen von 5 auf 13 Fälle und der Anstieg der versuchten und durchgeführten Körperverletzungen auf 20 Fälle (plus 81 Prozent) im vergangenen Jahr. Die Mitgliedsverbände des CDA sind erschüttert über die Aggressivität der Gegner von Studentenverbindungen und verurteilen die Taten auf das Schärfste. Sie mahnen eine konsequente Verfolgung der Straftaten durch die Behörden an. Verbindungshäuser und mit Ihnen Studentenwohnheime sind Ziel extremistischer Attacken, der Staat muss die Verbindungen und ihr Eigentum schützen. Unterstützung hat der CDA vom innenpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Dr. Hans-Peter Uhl, erhalten.
Die CDA-Dokumentation berichtet von einer Vielzahl von Gewalt- und Straftaten. So wurden 79 Sachbeschädigungen dokumentiert. Der Gesamtschaden beläuft sich auf mehrere
Hunderttausend Euro. An vielen Hochschulorten kam es zu Vandalismus an Verbindungshäusern; Verbindungsgegner beschmierten Fassaden oder warfen Fensterscheiben ein. In einigen Fällen wurden auch Fahrzeuge beschädigt oder angezündet, die vor Häusern geparkt waren. Betroffen waren praktisch alle Arten von Verbindungen, sowohl Burschenschaften als auch Landsmannschaften, Turnerschaften und Corps wie auch nichtschlagende christliche (evangelische wie katholische) und verbandsfreie Verbindungen.
Die meisten Straftaten wurden von Linksextremisten verübt, was zahlreiche Bekennerschreiben auf linksextremen Internetseiten, wie dem u.a. vom NRW-Verfassungsschutz beobachteten Forum „indymedia“ belegen. Brennpunkte der Gewalt waren Göttingen und Marburg, also Hochschulorte mit einer starken linksradikalen Szene, sowie Halle und Jena.
Dr. Hans-Peter Uhl, selbst Mitglied („Alter Herr“) einer Münchner Studentenverbindung, sagte: “Der Rechtsstaat muss die Unversehrtheit der Korporationen wahren“.
Die Zunahme der Gewalt gegen Korporationen ist auch vor dem Hintergrund der stark gestiegenen linksextremistischen Gewalt- und Straftaten zu sehen. Laut dem kürzlich vorgestellten Jahresbericht des Bundesministeriums des Innern gab es in der Bundesrepublik im vergangenen Jahr 1.809 linksextremistisch motivierte Gewalttaten (31,4 Prozent mehr als im Vorjahr). Die Zahl der rechtsextremistisch motivierten Gewalttaten liegt bei knapp über 800, wie das Innenministerium mitteilte. Gewalttaten gegen Andersdenkende sind nach Meinung des CDA in jedem Fall zu verurteilen.
Die Medien berichteten zwar vermehrt über die Übergriffe und Brandstiftungen gegen Korporationen, doch trotz fast 80 polizeilicher Anzeigen von Straftaten wurden nur 6 Strafverfahren eingeleitet und zwei Fälle kamen bislang vor Gericht.
Der CDA fordert vor dem Hintergrund einer bisher eher zögerlichen Aufnahme dieser Übergriffe durch die Polizei, dass die Strafverfolgung der Behörden entschiedener und konsequenter erfolgen muss. Korporierte Studierende, auch Studentinnen zählen dazu, haben gleiche Grundrechte wie alle Bürger des Landes. Sie haben ein Recht auf körperliche Unversehrtheit und Unantastbarkeit ihrer Würde. Korporierte sind kein Freiwild für Extremisten.
Der Convent Deutscher Akademikerverbände ist die Dachorganisation von zwölf studentischen und akademischen Verbänden mit rund 40.000 Mitgliedern. Insgesamt kommen alle Studentenverbindungen inklusive der christlichen und verbandsfreien in der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Österreich nach eigenen Schätzungen auf mehr als 140.000 Mitglieder.
Mehr Information über den CDA und Download der Doku-Kurzversion: www.cda-online.de
Hinweis: Diese Pressemitteilung wird von allen Mitgliedsverbänden mit Ausnahme der Alten Herren des Coburger Conventes (AHCC) und der Neuen Deutschen Burschenschaft (NeueDB) herausgegeben, deren Mitgliedschaft vorläufig ruht.











