openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Buschleute dürfen Angehörigen kein Wasser in die Kalahari-Wüste bringen

19.07.201014:11 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Buschleute dürfen Angehörigen kein Wasser in die Kalahari-Wüste bringen
Die Buschleute sind auf Esel angewiesen, um Wasser in das Reservat zu transportieren. © Survival
Die Buschleute sind auf Esel angewiesen, um Wasser in das Reservat zu transportieren. © Survival

(openPR) Behörden in Botswana hindern die Kalahari Buschleute daran, ihren Angehörigen Wasser in das Central Kalahari Game Reserve (CKGR) zu bringen, in eines der trockensten Gebiete der Erde.



Der Schritt deutet darauf hin, dass Botswanas Regierung ihre langjährigen Bemühungen verschärft, die Buschleute von ihrem angestammten Land zu vertreiben und in Lagern neu anzusiedeln.

Wildhüter erklärten Buschleuten, sie dürften für den Transport von Wasser keine Esel nutzen, da diese nicht länger erlaubt seien. Die betroffen Buschleute hatten versucht, ihren bedrängten Angehörigen im Central Kalahari Game Reserve (CKGR) Wasser zu bringen.

Ohne den Zugang zu Fahrzeugen sind die Buschleute für den Transport des Wassers dringend auf die Esel angewiesen, um Freunden und Familien in dem Reservat Hilfe leisten zu können.

Trotz eines Urteils von Botswanas Oberstem Gerichtshof, das besagt, dass die Buschleute das Recht haben auf dem Land ihrer Vorfahren im Reservat zu leben, hat die Regierung den Bewohnern den Zugang zu einem Wasserbohrloch auf ihrem Land untersagt. In der Trockenzeit sind sie daher abhängig von Wasser von außerhalb des Schutzgebietes. Dieses ist ohne Esel äußerst schwierig zu transportieren.

Im vergangenen Monat zogen die Buschleute vor Gericht, um den Zugang zu ihrem Wasserbohrloch juristisch zu erstreiten. Das Urteil des Richters steht noch aus, wurde jedoch für Mittwoch, den 21. Juli, angekündigt.

Die neue Politik von Botswanas Regierung erscheint als eindeutige Verletzung von Vorschrift 25(1) der Nationalpark- und Wildpark-Regeln. Diese besagt, dass jeder in das Schutzgebiet eintreten kann, „auf einem Pferd, Kamel, Esel oder einem anderen Tier reitend, das der Parkleiter genehmigt hat.“

Vermutlich auf dieser Grundlage hat das Ministerium für Naturschutz und Nationalparks erklärt, dass „Safaris auf dem Rücken eines Tieres (Kamel, Pferd etc.) genehmigt und gefördert werden müssen“, wenn es sich um „Zonen mit niedriger touristischer Dichte“ handele. Hierzu zählen auch Gebiete der Central Kalahari Game Reserve. Was für Buschleute inakzeptabel ist, scheint also für Touristen akzeptabel zu sein. Der Unterschied ist nur, dass letztere Geld bezahlen.

Botswanas Regierung hat außerdem die Eröffnung eines luxuriösen Safari-Camps genehmigt, inklusive Bar und Swimming Pool für Gäste. Neue Wasserlöcher wurden gebohrt, um - ausschließlich - wilde Tiere mit Wasser zu versorgen. In naher Zukunft wird die Regierung wahrscheinlich eine Lizenz für eine Diamantenmine ausstellen, die sich auf dem Land der Buschleute befindet. Auch für die Mine würden neue Wasserlöcher gebohrt, aber nur unter der Voraussetzung, dass die Buschleute nicht mit Wasser versorgt werden.

Survival International-Direktor Stephen Corry erklärte heute: „Wenn Touristen mit ethischer Gesinnung erkennen, was dort passiert, werden sie nicht in Gegenden reisen wollen, in denen sie Rechte genießen, die den indigenen Völkern ausdrücklich verweigert werden. Botswana sagt zwar, dass es mehr Touristen will, aber sein Handeln könnte kaum besser geeignet sein, um Touristen abzuschrecken. Die unablässige Unterdrückung der ersten Bürger Botswanas stellt einen weiteren Sargnagel für den Ruf des Landes dar.“



Lesen Sie diese Meldung online: http://www.survivalinternational.de/nachrichten/6241

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 449161
 91

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Buschleute dürfen Angehörigen kein Wasser in die Kalahari-Wüste bringen“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Survival International Deutschland e.V.

Bild: Indigene im Amazonas-Regenwald vereinigt gegen kanadischen ÖlkonzernBild: Indigene im Amazonas-Regenwald vereinigt gegen kanadischen Ölkonzern
Indigene im Amazonas-Regenwald vereinigt gegen kanadischen Ölkonzern
Indigene aus dem Amazonas-Regenwald in Peru und Brasilien haben sich zusammengetan, um ein kanadisches Öl-Unternehmen davon abzuhalten, ihr Land zu zerstören und das Leben unkontaktierter Völker zu bedrohen. Hunderte Matsés-Indianer haben sich letzten Samstag an der Grenze zwischen Peru und Brasilien versammelt und ihre Regierungen aufgefordert, Erkundungen zu stoppen, da die Bauarbeiten ihre Heimat im Wald zerstören würden. Der Ölkonzern Pacific Rubiales, mit Hauptsitz in Kanada, hat bereits begonnen, in Perus “Block 135” nach Öl zu suchen…
Bild: Gericht verpasst Chance, ‘Menschensafaris’ endgültig zu stoppenBild: Gericht verpasst Chance, ‘Menschensafaris’ endgültig zu stoppen
Gericht verpasst Chance, ‘Menschensafaris’ endgültig zu stoppen
Das Oberste Gericht Indiens soll gegen die Aufrechterhaltung eines “provisorischen Beschlusses” vom Januar entschieden haben, mit dem es “Menschensafaris” auf den Andamanen-Inseln untersagt hatte. Dies ist ein tragischer Rückschlag für die Kampagne gegen die kontroversen Touristentouren durch das Gebiet der indigenen Jarawa. Der Beschluss vom Januar hatte die Anzahl von Fahrzeugen, die durch das Schutzgebiet der Jarawa fahren, um zwei Drittel reduziert. Zuvor waren täglich Hunderte Touristen entlang der illegalen Andaman Trunk Road unterwegs…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Safari-Lodge ist Symbol für Missachtung der BuschleuteBild: Safari-Lodge ist Symbol für Missachtung der Buschleute
Safari-Lodge ist Symbol für Missachtung der Buschleute
Nur wenige Tage vor dem Börsengang eines Tourismusunternehmens, das auf dem angestammten Land der Gana Buschleute in Botswana ein Urlaubsresort eröffnet hat, macht Survival International erneut auf die Lage der Buschleute aufmerksam. Das Unternehmen Wilderness Safaris wird am 8. April 2010 in Botswana und Johannesburg an die Börse gehen. Der Vorstandschef …
Bild: Durchbruch: Brunnen für Botswanas BuschleuteBild: Durchbruch: Brunnen für Botswanas Buschleute
Durchbruch: Brunnen für Botswanas Buschleute
… fördern können. Dies ist nach einer Grundsatzentscheidung des Obersten Gerichtshof 2006 ein weiterer bedeutender Schritt für die Rückkehr auf ihr angestammtes Land in der Kalahari-Wüste. Während des längsten Gerichtsverfahrens Botswanas wurde bereits 2006 das Recht der Buschleute bestätigt, auf ihrem Land leben zu dürfen. Ihr Menschenrecht auf Zugang zu …
Bild: Appell an Puma: Investition in kontroverses Touristikunternehmen zurückziehenBild: Appell an Puma: Investition in kontroverses Touristikunternehmen zurückziehen
Appell an Puma: Investition in kontroverses Touristikunternehmen zurückziehen
… International ruft den deutschen Sportartikelhersteller Puma dazu auf, seine Investition in das Tourismusunternehmen Wilderness Safaris zurückzuziehen. Wilderness Safaris betreibt auf dem Land der Gana Buschleute in Botswana eine Lodge. Puma erwarb 20% der Anteile an dem Unternehmen im Rahmen einer Privatplatzierung, kurz bevor Wilderness Safaris am 8. April …
Bild: Oberstes Gericht verweigert Buschleuten in Botswana Zugang zu WasserBild: Oberstes Gericht verweigert Buschleuten in Botswana Zugang zu Wasser
Oberstes Gericht verweigert Buschleuten in Botswana Zugang zu Wasser
… in dem Reservat Diamanten zu schürfen, unter der Bedingung, dass die Buschleute kein Wasser von dem Unternehmen erhalten würden. Einige Buschleute werden daran gehindert ihren Angehörigen Wasser in das Reservat zu bringen. Stephen Corry, Direktor von Survival International, sagte heute: „In den letzten zehn Jahren ist Botswana für indigene Völker zu …
BOTSWANA - VATIKAN BAUT BEZIEHUNGEN ZU BOTSWANA AUF – BUSCHLEUTE APPELLIEREN AN DEN PAPST
BOTSWANA - VATIKAN BAUT BEZIEHUNGEN ZU BOTSWANA AUF – BUSCHLEUTE APPELLIEREN AN DEN PAPST
Die Buschleute der Kalahari Wüste haben an den Papst appelliert, ihnen bei ihrem Kampf wieder auf ihr Land zurückkehren zu dürfen, zu helfen, da der Vatikan seit Anfang dieses Monats diplomatische Beziehungen zu Botswana aufbaut. Ein Sprecher der Buschleute sagte heute: „Wir flehen den Papst an uns zu helfen und für uns zu beten, so dass die Regierung …
Bild: Entrüstung über Auszeichnung für Botswanas TourismusbehördeBild: Entrüstung über Auszeichnung für Botswanas Tourismusbehörde
Entrüstung über Auszeichnung für Botswanas Tourismusbehörde
… Tourismusbehörde vergeben und damit Empörung ausgelöst. Survival International hatte im Vorfeld die Regierung für ihren Umgang mit den indigenen Buschleuten in der Kalahari-Wüste verurteilt. Das Botswana Tourism Board ist eine Regierungsbehörde. Sie gewann den „Destination Stewardship“ Preis, mit dem „Einsatz und Erfolg in der Unterstützung eines Programms …
Bild: Recht auf Wasser: Buschleute vor Berufungsverfahren „fest entschlossen“Bild: Recht auf Wasser: Buschleute vor Berufungsverfahren „fest entschlossen“
Recht auf Wasser: Buschleute vor Berufungsverfahren „fest entschlossen“
Am 17. Januar beginnt vor Botswanas Berufungsgericht eine Anhörung im Fall der Gana und Gwi Buschleute, bei welcher ihr Recht auf den Zugang zu Wasser auf ihrem angestammten Land in der Kalahari verhandelt wird. Die Buschleute, die nach einem vorherigen Erfolg vor Gericht auf ihr Land im Central Kalahari Game Reserve zurückkehrten, sind gegen ein Urteil …
Bild: Recht auf Wasser: Klage gegen Botswanas RegierungBild: Recht auf Wasser: Klage gegen Botswanas Regierung
Recht auf Wasser: Klage gegen Botswanas Regierung
Die indigenen Buschleute der Kalahari klagen gegen die Regierung Botswanas, die ihnen den Zugang zu einem Wasserbohrloch auf ihrem Land verweigert. Die Verhandlung ist für den 9. Juni 2010 an Botswanas Oberstem Gerichtshof in Lobatse angesetzt. Seit der Vertreibung der Indigenen aus dem Central Kalahari Game Reserve durch die Regierung im Jahre 2002, …
BOTSWANA: FOLTER VON BUSCHLEUTEN - SCHOCKIERENDE EINZELHEITEN
BOTSWANA: FOLTER VON BUSCHLEUTEN - SCHOCKIERENDE EINZELHEITEN
Im Fall der gefolterten und geschlagenen Gruppe von Buschleuten im Kaudwane Umsiedlungslager in Botswana sind neue schockierende Einzelheiten bekannt geworden. Ende September wurden fünfzehn Männer wegen Jagens festgenommen und mindestens zehn von ihnen gefoltert. Mit diesen Vorfällen ist die Gesamtzahl der wegen Jagens verhafteten Buschleute in diesem …
Bild: Botswanas hitziger Streit um Wasser: Urteil angekündigtBild: Botswanas hitziger Streit um Wasser: Urteil angekündigt
Botswanas hitziger Streit um Wasser: Urteil angekündigt
… vor Gericht gehen, um das Recht auf Wasser zu erkämpfen. Das lang erwartete Grundsatzurteil des Obersten Gerichtshofs Botswanas im Streit um das Recht auf Wasser der indigenen Kalahari Buschleute, ist nun für den 21. Juli 2010 in Lobatse, Botswana angekündigt. Die Anhörung fand bereits am 9. Juni statt. Zu diesem Anlass hatten viele Mitglieder der …
Sie lesen gerade: Buschleute dürfen Angehörigen kein Wasser in die Kalahari-Wüste bringen