(openPR) Der Exekutiv Yuan, die Exekutive der Regierung der Republik China auf Taiwan, hat am 17. März 2010 bekannt gegeben, dass die Nationale Krankenversicherung (NHI) ihre Beiträge zum 01. April um 0,62 Prozent anheben wird. Die Erhöhung sei eine notwendige Anpassung an die steigenden Kosten, die durch die alternde Bevölkerung Taiwans und den Import neuer Medikamente entstehen. Die Beitragserhöhung ist erst die zweite seit Beginn des Programms vor 15 Jahren.
Die Nationale Krankenversicherung ist eine Form von Sozialversicherungssystem, das im Jahr 1995 eingeführt worden war, um jedem Menschen in Taiwan, unabhängig vom Einkommen, eine umfassende medizinische Versorgung zu bieten. Alle Bürger der Taiwans sowie alle Ausländer mit ständiger Aufenthaltsgenehmigung haben Anspruch auf die Leistungen des Systems. Die NHI deckt derzeit 99 Prozent der Bürger Taiwans ab, das verbleibende Prozent machen die taiwanesischen Staatsbürger aus, die im Ausland leben.
Seitdem das Programm gestartet wurde, blicken viele Länder neidvoll auf die NHI wegen der niedrigen Beitragssätze, des breitgefächerten Leistungsumfangs, der niedrigen Betriebskosten und dem unkomplizierten Zugang zu medizinischer Versorgung. Die NHI Taiwans deckt nicht nur die Behandlungskosten stationärer und ambulanter Patienten, sondern auch die Leistungen zahnmedizinischer Dienste, die in den meisten Ländern nur bedingt übernommen werden. Daneben baut die NHI ihren Versicherungsschutz kontinuierlich aus, und nimmt jedes Jahr mehr Behandlungen und neue Medikamente in ihren Leistungskatalog auf. Verglichen mit ähnlich strukturierten Gesundheitssystemen anderer Länder bietet Taiwan weitaus umfassendere Leistungen.
Da die Verwaltungskosten der NHI aus dem Regierungsetat bezahlt werden, werden sie mit größter Diskretion behandelt. Seit Gründung der NHI lagen sie stets unter zwei Prozent der Gesamtkosten für die medizinische Versorgung. Zum Vergleich betragen die Verwaltungskosten in Kanada 2,7 Prozent und in den USA 7,3 Prozent.
Wie unkompliziert der Zugang zu medizinischen Dienstleistungen ist, zeigt, dass 92 Prozent der medizinischen Institutionen Taiwans unter Vertrag mit der NHI stehen. Mit der Ausnahme von Spenderorganen gibt es für Patienten praktisch keine Wartelisten für Behandlungen.
Seit Taiwan im Juli 2002 einen pauschalen Vergütungsplan eingeführt hat, konnten Steigerungen bei den Behandlungskosten für die NHI auf jährlich fünf Prozent beschränkt werden, ein deutlich geringerer Anstieg als in den meisten anderen Ländern. Verglichen mit den Ländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bietet Taiwan eine umfassende medizinische Versorgung mit extrem niedrigen Kosten. Pro Kopf und Jahr werden in Taiwan US$ 982 ausgegeben, das sind lediglich 15 Prozent der Ausgaben in den USA und 33 Prozent der Japans. Die Gesamtausgaben für das Gesundheitssystem in Taiwan betrugen im vergangenen Jahr 6,1 Prozent des Bruttoinlandprodukts, auch das liegt weit unter den Ausgaben der meisten anderen Länder. Nach einer Umfrage, die die Gesundheitsbehörde im Jahr 2009 durchgeführt hat, waren 82,9
der Befragten in Taiwan mit dem Programm der NHI zufrieden.





