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Tibetische Autorin stellt Pekings Version der tibetischen Geschichte in Frage

25.05.200914:58 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Tibetische Autorin stellt Pekings Version der tibetischen Geschichte in Frage
Bild: Ausgewählte Folterinstrumente aus der Ming Dynastie von Wang Qi, Sancai tuhui
Bild: Ausgewählte Folterinstrumente aus der Ming Dynastie von Wang Qi, Sancai tuhui

(openPR) Durch Propaganda wird das alte Tibet dämonisiert

von Zhang Nan, Voice of America, 29. März 2009
Quelle: tibet.ca, World Tibet News, 31. März 2009

Am 28. März feierte das Regime in China den “Tag der Befreiung von Millionen Leibeigenen in Tibet”. Peking hat seine Kritik am Dalai Lama und dem „alten“ Tibet intensiviert. Der tibetischen Autorin Tsering Woeser zufolge sind all diese Medienberichte und Artikel nichts als Propaganda, um Tibet zu dämonisieren. „Das alte Tibet war durchaus nicht die ‚Hölle auf Erden’ wie Peking es beschreibt“, sagte Woeser. „Damals waren alle Tibeter, auch die Adligen und Beamten, gläubige Buddhisten. Es kann gar nicht so schlimm gewesen sein, wie es Peking mit seinen Übertreibungen darzustellen pflegt.“



Eine ganze Reihe von Folterinstrumenten wurde während der Qing-Dynastie in Tibet eingeführt

Die offizielle chinesische Geschichtsschreibung läßt das alte Tibet als einen barbarischen, feudalen Sklavenstaat erscheinen. In den Tibet-Ausstellungen in Peking werden stets in Tibet benutzte Folterwerkzeuge wie Käfige, Hand- und Fußschellen, Schandkragen, Steine, und Messer zum Ausstechen der Augen gezeigt.

Woeser zufolge gab es in Lhasa nur zwei kleinere Gefängnisse. „Sie waren gerade mal groß genug für 20 Gefangene. Die Haftbedingungen waren ziemlich locker. Die Häftlinge konnten nach draußen gehen und sich Essen erbetteln. Das tibetische Neujahrsfest durften sie zu Hause mit ihren Familien verbringen, aber mußten danach wieder ins Gefängnis zurückkommen.“ Wie Woeser sagte, wurden die brutalsten Folterwerkzeuge von den kaiserlichen chinesischen Gesandten der Qing-Dynastie (1644-1912) ins Land gebracht.

Kein einziger Aufstand in der Zeit, als „die Leibeigenen in der Hölle lebten“

„Anders als in China gab es in Tibet niemals größere Hungersnöte, die Menschen starben nicht des Hungers und es gab keine Bauernaufstände. Wenn wir dagegen die chinesische Geschichte betrachten, finden wir zahlreiche Aufstände, über die wir ja alle gut Bescheid wissen. In der tibetischen Geschichte gab es keine einzige durch Unterdrückung provozierte Revolte“.

Woeser stellt die Frage: „Wenn das alte Tibet die Hölle auf Erden war und das reformierte Tibet den Himmel auf Erden darstellt, warum kam es dann in den vergangenen 50 Jahren unter chinesischer Herrschaft immer wieder zu Protest und Aufruhr? Letztes Jahr war die Zahl der Protestaktionen so hoch wie nie zuvor und sie ergriffen ganz Tibet; sogar die Intellektuellen und Studenten machten mit“.

„Zuerst waren es ein paar hundert Leute von der Nordwest-Universität für Nationalitäten in Lanzhou, dann war es die Minzu-Universität in Peking sowie die Universitäten in Qinghai und Chengdu. Aber es waren nicht nur die Universitäten – es gab auch Aufbegehren in den Mittel- und Grundschulen. Sie begannen mit Sitzstreiks, ich glaube, das war am 16. März letzten Jahres. Sie hielten Plakate hoch, auf denen geschrieben stand: ‚Wir wollen Menschenrechte; wir wollen Freiheit; hört auf damit, Tibeter umzubringen’“. Woeser betonte, daß es sich bei diesen Demonstranten vorwiegend um Kinder der sogenannten früheren Leibeigenen handelte.

Bei ihrer Erklärung der Gründe, warum die Tibeter protestierten, erwähnte Woeser auch, daß kürzlich ein Mönch aus dem Kloster Ragya, der von der Polizei verhört worden war und dem weitere Verhöre drohten, in den Gelben Fluß sprang und sich das Leben nahm. Im Jahr 2007 hatte Woeser einen hochrangigen Lama aus diesem Kloster interviewt. Seinen Angaben nach zählte Kloster früher einmal über 2.500 Mönche. Während der Revolte gegen Peking im Jahr 1958 wurden viele von ihnen hinausgeworfen, etliche wurden verhaftet und über 800 wurden in ein Salzbergwerk ins Tsaidam-Becken geschickt, wo sie Zwangsarbeit leisten mußten. Nur 100 von ihnen kehrten zurück. Auch der jüngere Bruder dieses Lamas hatte sich im Anschluß an eine „Kampfsitzung“ während der Kulturrevolution umgebracht, indem er in den Gelben Fluß sprang.

Mit Lügen groß geworden

Woeser erläuterte, sie würde das alte Tibet nicht etwa wegen ihrer Herkunft verteidigen. Sie entstammt keineswegs der weltlichen oder geistlichen Hierarchie, die fast alles Land im alten Tibet besaß. Sie hat allerdings einen eindrucksvollen politischen Familien-Hintergrund. Ihre beiden Eltern waren Mitglieder der KPC – ihr Vater war Stellvertretender Kommandeur in einem militärischen Unterbezirk von Lhasa und ihre Mutter gehörte dem Ausschuß für Politik und Legislative der TAR an, ehe sie in den Ruhestand trat.

Woeser wuchs mit Filmen über „das tragische Leben der Leibeigenen“ in Tibet auf. „Dank dieser Erziehung glaubte ich lange an die (chinesische) Regierung. Als ich älter wurde und selbständig denken lernte, begann ich Fragen zu stellen und nach Antworten zu suchen. Da wurde mir klar, daß ich die ganze Zeit in die Irre geführt worden war.“

Anmerkung: Woeser benutzt den Begriff „altes Tibet“ für die Zeit vor der chinesischen Besetzung 1950.

„From Darkness to Light - Legal Punishment in Tibet from Imperial Chinese Rule to Independence“, ist ein empfehlenswerter Essay von Jamyang Norbu, der dieses Thema näher beleuchtet. http://www.jamyangnorbu.com/blog/2009/05/17/from-darkness-to-dawn/

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