(openPR) Unter der Tagungspräsidentschaft von Prof. Dr. Klaus-Dieter Jany, Vorsitzender des CEF-Gremiums der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA, trafen sich an zwei Tagen 200 Besucher zum 3. Karlsruher Lebensmittelsymposium. Die Vorträge zum Thema „Biologische Gefahren“ beleuchteten die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse bei Allergenen, Biofilmen im Trinkwasser, Phytotoxinen oder Parasiten. Danach muss zum Beispiel im Rahmen der HACCP-Gefahrenanalyse bedacht werden, dass Allergene, die in Deutschland nur moderate Auswirkungen haben, in anderen EU-Staaten das Potenzial zum anaphylaktischen Schock mitbringen können. Dass die globale Erwärmung zu einer Artenverschiebung führt, wurde gezeigt. Auch diese Veränderungen müssen in den HACCP-Konzepten ständig aktualisiert werden. Prof. Alfonso Lampen, Leiter der Abteilung Lebensmittelsicherheit des Bundesinstitut für Risikobewertung BfR und sein Kollege und Leiter der gleichnamigen Abteilung im Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit BVL, Dr. Gerd Fricke machten deutlich, wie schwierig angesichts der vielfältigen Einflüsse die Bestimmung von Grenzwerten für die biologischen Gefahren ist. Nicht nur unterscheiden sich die möglichen Auswirkungen einer Gefahr von Mensch zu Mensch, die an Tieren durchgeführten stellvertretenden Tests spiegeln auch nicht unbedingt die menschliche Empfindlichkeit. Daher werden Verrechnungsfaktoren angewendet, die weltweit allerdings nicht harmonisiert sind. Die Empfehlungen des BfR müssen auch nicht unbedingt in gesetzliche Grenzwerte münden, denn das BVL bezieht im Rahmen des Risikomanagements zusätzlich andere Überlegungen als nur die wissenschaftlichen Ergebnisse mit ein. Dies wurde denn auch den Unternehmen empfohlen, die unschlüssig nach dem Gewicht der Empfehlungen von BfR oder EFSA fragten. Was ist machbar, was ist letztendlich bezahlbar, ist ein wichtiger Aspekt für die Festlegung der unternehmenseigenen Produktsicherheit. Was erwartet der Verbraucher, sollte ebenso berücksichtigt werden. Dass es dafür aber kein gemeinsames Gremium gibt, stellten die Teilnehmer gemeinsam mit den anwesenden Experten fest. Bereits im letzten Jahr war vorgeschlagen worden, einen „runden Tisch“ zu organisieren, der die verschiedenen betroffenen Gruppen der Lebensmittelkette zusammenführt. Statt Gespräche zwischen Gesetzgeber und Lebensmittelindustrie hinter verschlossener Tür, sollten bei der Festlegung eines allgemein akzeptablen Sicherheitslevels auch Verbraucherschützer, Handel oder Vollzugsbehörden mitwirken. Statt komplizierter Alleingänge des Handels sollten die Produzenten angehört werden, was machbar ist. Nur gemeinsam kann es gelingen, die Lebensmittelsicherheit für alle befriedigend zu garantieren. Dass das Karlsruher Lebensmittelsymposium hierzu ein wichtiger Baustein ist, wurde vor allem von Seiten der Referenten bestätigt. Die Möglichkeit wissenschaftliche Erkenntnisse einer breiten Anwenderbasis bekannt zu machen, wurde ausdrücklich begrüßt. Umgekehrt nutzten die Forscher den Kontakt zu den Vertretern des Handels und der produzierenden Industrie, um zu erfahren, welche praktischen Probleme aktuell einer wissenschaftlichen Betrachtung bedürfen. Das Symposium, seine angeschlossene Ausstellung und das zugehörige Get-together wurde von allen Teilnehmern, ob Handel, Überwachung oder Produktion mit Bestnoten ausgezeichnet. "Wir überlegen, ob wir das KALS 2010 vielleicht 3-tägig organisieren, damit die Gäste weniger Stress mit An- und Abfahrt haben. Dann können wir auch die offenbar sehr attraktiven Workshops besser unterbringen.", sagt Dr. Andrea Dreusch, die Organisatorin des Symposiums und Leiterin des Food Production Quality Service FPQS, "Nach dem KALS ist halt vor dem KALS...!"












