(openPR) Berliner entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisationen fordern die kritische Prüfung von „Humana“ durch die Bundesregierung und erinnern an die Sorgfaltspflicht gegenüber den Jugendlichen
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat die Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen nach der Aufnahme der Organisation „Humana People to People Deutschland e.V.“ in das „weltwärts“-Programm beantwortet.
„weltwärts" ist der entwicklungspolitische Freiwilligendienst des BMZ. Junge Menschen im Alter von 18 bis 28 Jahren können im Rahmen des „weltwärts“-Programms einen Freiwilligendienst in Entwicklungsländern leisten. Die Entsendeorganisationen müssen zunächst vom BMZ anerkannt werden und wählen als solche die Freiwilligen aus, betreuen sie im Rahmen ihres Auslandsaufenthaltes und gewährleisten ein umfassendes Begleitprogramm. „Humana“ hat sich als Entsendeorganisation für „weltwärts“ beworben.
Die grüne Bundestagsfraktion wollte in ihrer Anfrage wissen, ob die Regierung die Aufnahme von „Humana“ als Entsendeorganisation befürworte und ob ihr die verschiedenen Kritiken an „Humana“-Organisationsgeflecht (gGmbH und e.V.) bekannt seien. Die Antworten des BMZ auf die zahlreichen Fragen sind spärlich ausgefallen. Immerhin befragt es im Prüfungsprozess Expertinnen und Experten, die sich mit so genannten Sekten und Psychogruppen beschäftigen.
Alexander Schudy, Koordinator des Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlags e.V. (BER ) sagt: „Die Bundesregierung darf im Rahmen des „weltwärts“-Programms nur solche Organisationen als Entsender zulassen, die die in der „weltwärts“-Richtlinie ausgeführten Kriterien und Qualitätsstandards angemessen sicherstellen und die für die Begleitung der Freiwilligen festgelegten Mindeststandards gewährleisten. Die bisherige Praxis von „Humana“ lässt unserer Meinung nach Zweifel daran aufkommen.“ Daher lehnte der BER 2005 einen Mitgliedsantrag der „Humana Kleidung für Entwicklung gGmbH“ ab.
Der BER kritisiert an „Humana“ u.a. die Art und Weise der bisherigen Arbeit mit Freiwilligen (die vor dem Auslandsaufenthalt zum Beispiel in „Humana“-Sortierfabriken arbeiten, Kleidercontainer leeren und in „Humana“-Second-Hand Shops aufräumen).
Eine im September 2007 gestellte Anfrage des BER zu „Humana“ beantwortete Reingard Stein, Expertin für konfliktträchtige Anbieter am Lebenshilfemarkt der Berliner Senatsverwaltung, wie folgt: „Die Berliner Senatsverwaltung für Bildung Wissenschaft und Forschung rät von einer Mitarbeit in bzw. einer Zusammenarbeit mit umstrittenen Organisationen wie Humana ab.“
Die Antwort der Bundesregierung: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/115/1611537.pdf









