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Der Weg zur Errichtung des Mahnmals für die im Nationalsozialismus verfolgten Zigeuner ist endlich frei

18.12.200814:27 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Nach fast einem Jahrzehnt ist der Kampf um eine Widmungsinschrift für das geplante Mahnmal für die verfolgten Zigeuner der NS-Diktatur vorbei.

Es konnte jedoch keine Einigung über die korrekte Bezeichnung diese Opfer erzielt werden.
Das Mahnmal wird daher ohne Widmungsinschrift errichtet. Dies, weil der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma kompromisslos nur ein Zitat aus einer Rede des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog als Inschrift wünschte. Die Sinti Allianz Deutschland ( SAD ) war jedoch der Auffassung, dass das vorgeschlagene Zitat mit seiner Beschränkung auf die Opfergruppen der Sinti und der der Roma den historischen Gegebenheiten der Verfolgung aller Zigeunergemeinschaften im deutschen Machtbereich nicht gerecht wird. Des weiteren war die Sinti Allianz Deutschland der Meinung, das keine Gruppe von Menschen aus dem Gedenken ausgeschlossen werden dürfe, die unter der Nazi-Diktatur wegen ihrer tatsächlichen oder vermeintlichen Zugehörigkeit zum Personenkreis der Zigeuner gezählt und dadurch verfolgt wurde.



Da aufgrund der Gesprächsverweigerung des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma kein Kompromiss zwischen den unterschiedlichen Standpunkten zu finden war, hat die SAD - nach zahllosen Alternativvorschlägen, die alle vom Zentralrat abgelehnt wurden - im Bundesrat 2005 angeregt, das Mahnmal ohne Widmungstext zu gestalten. Satt dessen sollte ein erläuternder Text (Chronologie) im Bereich des Mahnmals den Opfern gedenken und den besuchenden Touristen ergänzende Informationen über die Verfolgung der Zigeuner geben.
Dieser Vorschlag wurde vom damaligen Bundesratspräsidenten und den anwesenden Ländervertretern begrüßt und Herr Ministerpräsident Kurt Beck erklärte sich bereit, Herrn Staatsminister Neumann nach dessen Amtsübernahme diesen Vorschlag zu übermitteln. Der Kulturstaatsminister akzeptierte diesen Vorschlag.

Die Erstellung eine Chronologie gestaltete sich auch nicht konfliktfrei, u.a. deshalb, weil der Zentralrat in der Chronologie genannt werden wollte. Auch stellte der Zentralratsvorsitzende erneut Forderungen, die bereits die Jahre zuvor die Errichtung des Mahnmals verhindert hatten, wie beispielsweise die alleinige Nennung der Opfer der Sinti und der Roma. Dies widersprach jedoch dem Kernanliegen der SAD, das darin bestand, dass die Chronologie nach historischen Quellen erstellt und die Verfolgung aller Zigeuneropfer gleichermaßen dokumentiert wird.

Letztendlich ist es doch gelungen, Kompromisse zu finden, mit denen alle Beteiligten leben können.

Die SAD ist allen Parteien im Bundestag zu Dank verpflichtet, die geschlossen dafür eingetreten sind, dass allen Zigeunern die unter der NS-Diktatur gelitten haben ein würdiges Gedenken ermöglicht wird. Dank gebührt insbesondere der früheren Staatsministerin Christina Weiss, die sich unbeirrt für die Würdigung aller Opfer der Zigeuner eingesetzt hat, trotz massivem Widerstand und persönlichen Angriffen von Seiten der Befürworter eines Mahnmals nur für die Opfer der Sinti und Roma.
Eine besonderer Dank unserer Gemeinschaft gilt Herrn Staatsminister Neumann, mit dessen Geduld und Kompetenz es gelungen ist, dass dieses Mahnmal im Einvernehmen mit der Sinti Allianz Deutschland und dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma errichtet werden kann trotz unterniedlicher Positionen beider Opferverbände.
Der Errichtung des Mahnmals steht nun nichts mehr im Wege.

Herrn Staatsminister Neumann, wird am 19.12.2008 in einer Gedenkveranstaltung gemeinsam mit dem Berliner Senat, der Sinti Allianz Deutschland und dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma
einen Kranz zum Gedenken der Opfer der Zigeuner niederlegen. Anschließend wird ein Empfang mit den Opferverbänden im Bundeskanzleramt satt finden.

Natascha Winter
Vorsitzende

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