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Der Weg der Sinti und Roma

30.08.202310:52 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Der Weg der Sinti und Roma
 (© Foto:  Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma)
(© Foto: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma)

(openPR) Der lockere Zusammenschluss „Bebra wird bunter“ zeigt in Nordhessen von Samstag, 2. September (Eröffnung von 13.30 - 16.00 Uhr), bis zum 26. September 2023 die Ausstellung „Der Weg der Sinti und Roma“ des Hessischen Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma.

Die Ausstellung kann danach Montag bis Freitag jeweils von 12 – 18 Uhr sowie an Samstagen von 11 – 16 Uhr im Untergeschoss des Einkaufszentrum be! in Bebra, Nürnberger Straße 43 -47, besichtigt werden.

Unser Wissen über das Leben, auch über Einzelheiten der Geschichte der Sinti und Roma in der Vergangenheit, ist sehr begrenzt, da es fast keine eigenen Schriftquellen gibt. Fast alle Informationen wurden Jahrhunderte lang von Nicht-Sinti und -Roma gesammelt und weitergegeben, zum Teil aber auch nur abgeschrieben. Vieles liegt hier im Dunkeln.

Licht in dieses Dunkel bringen 37 Ausstellungstafeln, die im be! zu sehen sind. Audioguides und zwei Medienstationen, auf denen zahlreiche Informationen abgerufen werden können, runden das Angebot ab.

Es gibt Führungstermine für Schulkassen und andere Gruppen. Über die Hotline 0157 5578 5593 können diese Termine vereinbart werden. Experten führen dann durch „Der Weg der Sinti und Roma“.

Die Vorfahren der heute in Europa lebenden Roma und Sinti stammen ursprünglich aus Indien beziehungsweise dem heutigen Pakistan. Sie wanderten seit dem 8. bis 10. Jahrhundert über Persien, Kleinasien oder den Kaukasus (Armenien), schließlich im 13. und 14. Jahrhundert über Griechenland und den Balkan nach Mittel-, West- und Nordeuropa; und von dort aus auch nach Amerika. 

Hintergrund war kein – ihnen lange Zeit unterstellter – „Wandertrieb“, sondern sie waren oder sie sahen sich durch Kriege, Verfolgung, Vertreibung oder aus wirtschaftlicher Not zu dieser Wanderung gezwungen, die bezogen auf Mitteleuropa über 500 Jahre dauerte.

In Europa waren Sinti und Roma "neue Fremde". Sie unterschieden sich von den Einheimischen im Aussehen, in ihren kulturellen Traditionen und durch die eigene Sprache, durch das Romanes. Sie wurden als "Tartaren" (Norddeutschland, Skandinavien), als "Ägypter" (England, Frankreich), "Böhmen" (Frankreich) oder sehr häufig als "Heiden" bezeichnet. Ab dem 14./15. Jahrhundert werden sie "Cingari" oder "Volk des Pharaos" genannt oder auch "Athinganoi" (= Unberührbare), ins Deutsche übertragen als "Zigeuner", eine rassistische Fremdbezeichnung, die Angehörige der Minderheit ablehnen. 

Die Geschichte der Sinti und Roma ist regional in Europa sehr unterschiedlich. Beide Gruppen wurden als „Zigeuner“ diskriminiert, verfolgt und ermordet. Dem Völkermord während des Nationalsozialismus fielen 500.000 Minderheitsangehörige in Europa zum Opfer. Quelle: Dr. Udo Engbring-Romang ist Historiker und Diplom-Politologe. Er lebt in Marburg und steht in Bebra auf Wunsch für Führungen zur Verfügung. Mögliche Termine bitte per Hotline erfragen!

Samstag, 2. September, 13.30 – 16.00 Uhr

Ausstellungseröffnung

Einkaufszentrum be!, 36179 Bebra, Nürnberger Straße 43 - 47

• 13.30 Uhr: Musikalischer Auftakt mit der Band Ladscho Swing

• Grußwort von Barbara Brod, Regionalbeauftragte des Förderers LANDKULTURPERLEN

• Begrüßung und Einführung in die Ausstellung durch Rinaldo Strauß, stellvertretender Geschäftsführer des Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Hessen, sowie Fatima Stieb (Mitglied im Hessischen Landesverband Deutscher Sinti und Roma)

• Im Anschluss Möglichkeit zur Besichtigung der Ausstellung

Das Projekt wird gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst im Rahmen des Programms „LandKulturPerlen“ und ist Teil des „Bebra wird bunter“-Projekts im Bundesprogramm „Miteinander reden“.

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