(openPR) Terroropfer warnen vor „nachlässiger Untätigkeit“
Die "Deutsche Allianz Kapitalverbrechen", ein Zusammenschluss von Überlebenden und Hinterbliebenen politischer, religiöser und krimineller Gewalt, darunter auch des Terrors der RAF und Al-Qaida wirft der Regierung nachlässige Untätigkeit und Täuschung vor.
„Terrorgefahr masslos aufgebauscht“
„Wir wissen, wie sich eine Bombe anfühlt. Wir haben das Sterben erlebt. Die „Terrorgefahr“, die Generalbundesanwältin Harms erkennen möchte ist allerdings masslos aufgebauscht. Würde der gesamte Terror der RAF 100 mal hintereinander wiederholt, dann würden trotzdem eintausend Menschen weniger sterben als jedes Jahr im Straßenverkehr. Was uns hingegen nicht erzählt wird ist, dass unser Land auf einen Terroranschlag nicht vorbereitet ist“, so Michael Esper, dessen heute zehnjähriger Sohn vor acht Jahren beim Anschlag auf eine Synagoge auf Djerba fürchterlich verbrannt wurde.
Michael Esper musste damals, selber verletzt, seinen Sohn praktisch im Alleingang nach Deutschland evakuieren, da die Katastrophenhilfe nur schleppend anlief. „Hier in Deutschland parkten damals zig Regierungsflugzeuge - aber niemand kam auf die Idee uns da raus zu holen weil dafür keine Verwaltungsvorschriften existierten. Die einzige wirkliche Gefahr im Kampf gegen den Terror ist die nachlässige Untätigkeit unserer Regierung“.
Esper wird ab dem 5. Januar 2009 dem Prozess gegen die mutmasslichen Drahtzieher des Djerba-Anschlags in Paris als Nebenkläger beiwohnen.
Die Menschen sind in Deutschland nahezu ungeschützt
„Wir müssen dringend die Strukturen unseres Landes stärken, denn wir werden den nächsten Anschlag nicht verhindern können. Derzeit sind wir als Bevölkerung in Deutschland nahezu ungeschützt weil die Versorgung der Verletzten bereits jetzt katastrophal ist: Von den 217.923 bundesweit durch die Polizei aufgenommenen Gewalttaten im Jahre 2007 wurde nur 8484 Menschen tatsächlich geholfen**. Die meisten Überlebenden schwerer Verbrechen laufen völlig unbehandelt durch unser Land. Uns stellen sich Woche für Woche Menschen vor, die völlig entkräftet Hilfe brauchen“, so Bert Simon, der 2006 bei einem Mordanschlag in Hannover schwer verletzt wurde. "Besonders tragisch ist das "KAKH-Syndrom": Kein Antrag, keine Hilfe", so Simon "und da kennen die Ämter keine Gnade".
Wartezeiten auf Krankenhausaufenthalt: 8 - 12 Monate
"Ganz Deutschland als "Anschlagsziel" zu definieren löst keines der Probleme. Die strukturelle Versorgung der Überlebenden ist gänzlich ungelöst“. Derzeit warten traumatisierte Patienten, Überlebende der schwersten Verbrechen, in Deutschland zwischen acht und zwölf Monate auf einen Behandlungsplatz im Krankenhaus.
"Wir haben aufgrund unserer begrenzten Plätze leider Wartezeiten auf unserer traumaspezifischen Psychotherapiestation. Das ist ein Versorgungsengpass, den wir nicht innerhalb der Institution lösen können", schreibt etwa die Leiterin der Psychotraumatologie der Helios-Klinik in Bremen, an einen Patienten. In Bremen ist mit acht Monaten Wartezeit zu rechnen, in einer ähnlichen Fachklinik in Bielefeld mit zwölf Monaten.
Deutschland überfordert.
„Die größte Not, die der Terror anrichten kann, wird nicht von islamistischen Extremisten verursacht sondern von uns selbst. Deutschland ist zur Zeit völlig überfordert. Wir haben zur Zeit weder die Kapazitäten noch die strukturellen Möglichkeiten die Folgen eines Terroranschlags wegzustecken und das sollte die Menschen in unserem Lande interessieren", so Michael Esper.
** Im Jahre 2007 wurden laut Statistik bundesweit 6.284.661 Straftaten durch die Polizei aufgenommen, darunter 217.923 Gewalttaten. Rund 10 % der von Gewalt Betroffenen stellten einen Antrag auf Anerkennung nach dem Opferentschädigungsgesetz (23.404). Von diesen Anträgen wurden bundesweit nur 8.484 anerkannt. Rund 90 % der von Gewalt betroffenen Familien wurden nicht erfasst, da sich Überlebende und Hinterbliebene selber per Antrag um Hilfe bemühen müssen.
Mehr Informationen und Statistiken stellt die Deutsche Allianz Kapitalverbrechen auf der Homepage http://www.kapitalverbrechen.info im Internet zum Abrufen bereit.










