(openPR) Ausbildungsplatzabgabe bei Kulturberufen wäre absolut kontraproduktiv
21. April 2004: Zur geplanten Ausbildungsplatzabgabe der Regierung erklärt der kultur- und medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Günter Nooke MdB:
Das Bildungsniveau in Deutschland ist alarmierend. Zahlreiche Studien belegen dies für die kognitiven Bereiche ebenso wie für die kulturelle Bildung.
Der Ansatz, sich um die Ausbildung angehender Arbeitnehmer nach ihrem Schulabschluss zu kümmern, greift hier entschieden zu kurz. Es ist erwiesen, dass die Weichenstellungen für adäquate Bildungsgrundlagen - und damit die Chancen auf einen Arbeitsplatz - viel früher erfolgen.
Eine Ausbildungsplatzabgabe bei Kulturberufen wäre absolut kontraproduktiv, weil bei künstlerischen Berufen das duale Ausbildungssystem kaum greift. Zu erwarten wäre eine weitere Verschlechterung der Angebotsseite, gerade bei den freien Kulturbetrieben. Dies käme eher der Abgabe, wenn nicht sogar der Aufgabe von Bildung gleich.
Für den Arbeitsmarkt ist Bildung die wichtigste Voraussetzung, auch in der Kultur. Gäbe es eine wirkliche Kulturverträglichkeitsprüfung, so würde dieser Gesetzentwurf augenblicklich scheitern.
Statt neuer bürokratischer Regeln auch im kulturellen Bereich brauchen wir eine stärkere Förderung von Kindern und von kultureller Bildung.
Autor(en): Günter Nooke
