(openPR) (Radolfzell/Hagen - jsg) 11.02.2008
Nach den jüngsten Walfangaktivitäten der Japaner kritisieren die in der Vergangenheit durch viele spektakulären Walschutzaktionen bekannt gewordenen Walschützer Andreas Morlok und Jürgen Ortmüller (Vorsitzender des Wal- und Delfinschutz-Forum WDSF) die jüngsten Äußerungen eines Vertreters der Bundesregierung und der EU-Kommission als zynisch und unglaubwürdig. Agrarstaatsekretär Gerd Lindemann kritisierte den Walfang durch die Japaner als „Das ist für Deutschland nicht akzeptabel.“ Japan dürfe nicht mit der Behauptung, dies sei wissenschaftlicher Walfang, ökonomische Interessen durchsetzen und den Walfang wie vor dem internationalen Moratorium ungeschmälert fortsetzen, meint Lindemann.
Die Europäische Kommission fordert in einer am Wochende veröffentlichten Meldung einen Walfang-Stopp der Japaner und eine gemeinsame Haltung der EU-Staaten. Gleichwohl wird von EU-Kommissar Joe Borg darauf hingewiesen, dass die EU-Kommission nicht im Namen der Gemeinschaft verhandeln kann. Die EU habe auf der alljährlichen Konferenz der Internationalen Walfang Kommission (IWC) nur einen Beobachterstatus.
Über solche Äußerungen schütteln die Walschützer nur den Kopf, denn es vermag ihrer Meinung nach den Anschein erwecken, die Bundesregierung und die EU verurteilten den Walfang aufs Schärfste und sie würden sich angeblich für den Schutz der Meeressäuger einsetzen. Dennoch beurteilen die beiden Walschützer diese Statements als völlig unglaubwürdig und unzureichend. Andreas Morlok: „Ein Land wie Deutschland, das akzeptiert, selbst Cetaceen, also Delfine, wie Große Tümmler, Sotalias oder gar einen Beluga/Weißwal, zu importieren, ist mit solchen Äußerungen nicht sehr glaubwürdig, denn man beteiligt sich ja selbst an der Ausplünderung der Meere. Nach Deutschland werden nicht nur Vorerwerbsexemplare aus anderen Delfinarien verschleppt, sondern auch Tiere, welche aus der freien Wildbahn stammen."
Die beiden Walschutz-Aktivisten meinen, es sei heuchlerisch den japanischen Walfängern ökonomische Ziele vorzuwerfen, denn die nach Deutschland importierten Meeressäuger würden allesamt ebenfalls für kommerzielle Zwecke missbraucht und es sei skandalös, dass die Bundesregierung bisher noch kein Importverbot für Meeressäuger beschlossen hätte, obwohl sich die Parteien DIE LINKE und BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN, sowie große Teile der Bevölkerung und die Tierschutzorganisationen mit mehr als einer Million Mitgliedern gegen die Haltung von Meeressäugern in Delfinarien ausgesprochen hätten.
Mechthild Rawert von der Bundes-SPD hatte sich bereits im Dezember kritisch zu der Zurückhaltung der Bundesrepublik gegenüber dem japanischen Walfang geäußert.
Die beiden Walschützer Morlok und Ortmüller, welche auch schon an mehreren Tagungen der Internationalen Walfang Kommission (IWC) teilnahmen, haben erkannt, dass auch diese Kommission nicht in der Lage ist, die Wale vor den vielen Bedrohungen, denen sie ausgesetzt sind, zu schützen. Andreas Morlok: „Schon seit Jahren erhalten wir immer die gleichen und nicht wahrheitsgemäßen stereotypen Standardantwortschreiben von den japanischen Behörden. Auf einen konstruktiven Dialog legen die japanischen Politiker keinen Wert, was sich bei einem Gespräch von Jürgen Ortmüller vom WDSF in der japanischen Botschaft in Berlin letztes Jahr wieder bestätigte. Wir denken, wenn die Walfänger-Nationen schon nicht mit uns reden wollen, dann müssten sie eben eine andere Sprache verstehen. Deshalb haben wir uns entschlossen, einen weltweiten Boykottaufruf gegenüber Produkten und Dienstleistungen aus Walfang-Ländern zu starten. Unseren Boykottaufruf werden wir in mehreren Sprachen verfassen und Dank unserer umfangreichen Kontakte im In- und Ausland, nicht nur weit verbreiten, sondern mit dieser Hilfe auch umsetzen.“
Der ehrenamtliche WDSF-Vorsitzende Jürgen Ortmüller ist als selbständiger Steuerberater und Steuerstrafverteidiger immerhin Teilnehmer des renommierten Wirtschaftsclubs "Baden-Badener Unternehmergespräche" dem so ziemlich alle deutschen Konzern-Wirtschafts-Bosse angehören. Spitzenpolitiker, von Bundeskanzler-Ebene bis zum Minister, und Wirtschaftsfachleute aus den obersten Etagen geben sich dort die Ehre.
„Wir werden die größten Exportfirmen aus Japan wie Hitachi, Mitsubishi, Toshiba, Sanyo, Sharp, Sony usw. und die Touristik- und Fischindustrie in Norwegen auffordern, sich von dem heimischen Walfang zu distanzieren. Sollte diese Aufforderung unbeantwortet bleiben, werden wir auf unseren Internetseiten eine detaillierte Liste der entsprechenden Firmen veröffentlichen und zum gezielten Boykott aus ethischen Gründen aufrufen“, so der WDSF-Vorsitzende Jürgen Ortmüller.
Andreas Morlok: „Ich würde mir wünschen, dass die Bundesregierung und die EU zuerst ihre eigenen Hausaufgaben macht, anstatt nur verbal zu reagieren. Dazu gehört nicht nur ein ausnahmsloses Importverbot von Meeressäugetieren, sondern auch ein sorgsamerer Umgang mit den bedrohten Schweinswalen. Unbedachte Sprengungen von Munition aus dem 2. Weltkrieg und der Bau von riesigen Wind-Energie-Parks in der Nord- und Ostsee dürfen nicht dazu beitragen, diese letzte einheimische Walart aus unseren Küstenregionen zu vertreiben. Erst dann können Deutschland und die EU ebenfalls eine glaubwürdige und seriöse Rolle in Sachen Walschutz übernehmen, wie es uns Australien und Neuseeland bereits schon beispielhaft vormachen.“ -- (Copyright Journal Society GmbH)
Textquelle für die Äußerungen von Herrn Lindemann:
http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/Walfang;art1117,2472606
Brüssel fordert Walfang-Stopp:
http://newsticker.welt.de/index.php?channel=pol&module=dpa&id=16879312
Aktuelle PE – WDSF:
General-Boykott gegen Walfangländer Japan und Norwegen von WDSF gefordert / Walschützer wollen erneut japanische Walfangflotte stören
http://www.openpr.de/news/187352.html
Kontaktdaten:
Andreas Morlok
Delfin- & Walschützer
Buchautor
Haydnstr. 1
D-78315 Radolfzell
Internet: http://www.walschutzaktionen.de
E-Mail:
Tel.: 07732 14324











