openPR Recherche & Suche
Presseinformation

RECHTLEGAL - Newsticker 31 + 32/2007 vom 09.08.2007

12.08.200723:13 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 31 + 32/2007 vom 09.08.2007
Anwaltskanzlei Kronenberghs htt://www.rechtlegal.de
Anwaltskanzlei Kronenberghs htt://www.rechtlegal.de

(openPR) Arbeitsrecht - Sexuelle Belästigung und fristlose Kündigung

Das Landesarbeitsgericht (LAG) Schleswig-Holstein hat zum Az. 3 Sa 163/06 die Kündigungsschutzklage eines leitenden Angestellten, mit der sich dieser gegen eine fristlose Kündigung zu Wehr gesetzt hatte, geprüft und zurück gewiesen.

Die gekündigte Führungskraft hat ihre Mitarbeiterin wiederholt gezielt und unerwünscht berührt, ihr pornografische Fotos vorgelegt, darüber hinaus angeboten, solche Fotos auch von ihr zu machen.

Hierdurch hat der leitende Angestellte erheblich in die Intimsphäre der Kollegin eingegriffen, was die Kündigung, auch als fristlose Kündigung, rechtfertigt. Hieran konnte auch die sehr lange Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters und die bis dahin beanstandungsfreie Tätigkeit nichts ändern.

Arbeitsrecht - Reisezeit = Arbeitszeit?

Mit der Frage, ob Reisezeit gleich Arbeitszeit ist, was wiederum zur Folge hat, dass die Reisezeit vom Arbeitgeber bezahlt werden muss, hat sich letztinstanzlich das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt zum Az. 9 AZR 519/05 befassen müssen.

Das BAG kommt zum Ergebnis, dass grundsätzlich die Reisezeit keine Arbeitszeit ist, weder vergütungsrechtlich noch arbeitszeitrechtlich. Immerhin könne, so das BAG, der Arbeitnehmer bei der Dienstreise über seine Zeit selbst bestimmen. Er könne dabei privaten Angelegenheiten nachgehen oder sogar schlafen.

Dass er hierbei möglicherweise in seiner Freizeitgestaltung eingeschränkt oder behindert ist, muss der Arbeitnehmer hinnehmen, da eine leichte Beeinträchtigung der Freizeit nicht zu deren rechtlicher Bewertung als Arbeitszeit führt.

Etwas anderes gilt allerdings dann, wenn der Arbeitnehmer angewiesen ist, während der Dienstreise bestimmte Angelegenheiten für den Arbeitgeber zu erledigen. Auch wenn der Arbeitnehmer Auto fahren muss bei der Dienstreise, ist dies Arbeitszeit, was bereits aus dem weiter oben genannten Argument des BAG folgt, dass der Arbeitnehmer nur in seiner Freizeit schlafen könne, wie das Team von RECHTLEGAL augenzwinkernd anmerkt.

Versicherungsrecht - Zündschlüssel und Hilfeleistung

Unser betroffener Kfz-Führer sieht am Straßenrand ein Fahrzeug mit eingeschaltetem Warnblinklicht, hält daraufhin und schiebt das liegengebliebene Kfz von der Straße. Dummerweise lässt er bei seiner guten Tat den Zündschlüssel an seinem eigenen Kfz stecken, was ein Langfinger prompt ausnutzt.

Dieser - zugegeben etwas seltsam klingende - Fall hat auch das Verhältnis unseres Kfz-Führers mit seinem Kfz-Versicherer belastet, der nämlich die Unachtsamkeit mit dem Zündschlüssel als grobe Fahrlässigkeit bewertete und sich daher für leistungsfrei hielt.

Ganz anders sah dies jedoch das daraufhin eingeschaltete Landgericht (LG) Oldenburg zum Az. 13 O 1896/06: Grobe Fahrlässigkeit liegt nicht vor, da unser Kfz-Führer bereits gedanklich bei der bevorstehenden Hilfeleistung gewesen ist, was das Nichtabziehen des Schlüssels als eine Art Augenblicks-Versagen entschuldigt.

Wettbewerbsrecht - Hohe Ordnungsstrafen gegen Tele2

Das Landgericht (LG) Düsseldorf hat zu den Az. 38 O 188/04 und 38 O 145/06 gegen den Telefonanbieter Tele2 Ordnungsstrafen von insgesamt EUR 200.000.- verhängt.

Tele2 hat gegen zwei früher gegen das Unternehmen ergangene einstweilige Verfügungen verstoßen. Nach diesen Eilverfügungen, erwirkt von der Zentrale zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs und der Verbraucherzentrale Bayern, durfte Tele2 nicht mehr sogenannte "cold calls" tätigen, hat jedoch wiederum hiergegen verstoßen.

Da das Unternehmen nach eigener Kenntnis des Teams von RECHTLEGAL aktuell wieder einmal telefonisch sehr aktiv ist, mag die Kenntnis von den Verstößen bei manch unerlaubtem Anruf hilfreich sein.

Primärenergie - Wieder einmal zu hohe Netzentgelte

Die Bundesnetzagentur hat 20 Betreiber von Gasnetzen "verdonnert", die neu beantragen Netzentgelte, die naturgemäß erheblich höher als bisher liegen sollten, großteils zurückzunehmen.

Bis zu einem Drittel wurden die von den Gasnetzbetreibern selbst angenommenen Preiserhöhungen wieder gekürzt.

Patentrecht - Microsoft und MP3-Patente

Im Streit zwischen Microsoft und Alcatel-Lucent hat ein US-Bezirksgericht die vorinstanzliche Entscheidung des Gerichts von San Diego aufgehoben, wonach Microsoft an Alcatel gut 1,5 Mrd. Dollar Schadenersatz zahlen sollte.

Die zweite Instanz entschied, dass der von Microsoft vertriebene MP3-Player nicht gegen die Patente von Alcatel verstößt.

Unser abschließender Tipp: Unter Aktuelles-News bieten wir Ihnen aktuelle Informationen aus Recht und Wirtschaft in diversen Rubriken, dazu unsere Urteilssammlung wie auch recht(lich) Kurioses.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 151645
 1965

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „RECHTLEGAL - Newsticker 31 + 32/2007 vom 09.08.2007“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von REChTLEGAL - Anwaltskanzlei Kronenberghs

Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 39 + 40/2007 vom 10.10.2007 - Arbeitsrecht - zweistufige AusschlussfristBild: RECHTLEGAL - Newsticker 39 + 40/2007 vom 10.10.2007 - Arbeitsrecht - zweistufige Ausschlussfrist
RECHTLEGAL - Newsticker 39 + 40/2007 vom 10.10.2007 - Arbeitsrecht - zweistufige Ausschlussfrist
Eine so genannte Ausschlussfrist in Arbeitsverträgen ist zulässig, so aktuell wieder einmal das BAG zum Az. 5 AZR 572/04. Bei zweistufigen Ausschlussfristen müssen die wechselseitigen Ansprüche nach Fälligkeit zunächst schriftlich geltend gemacht werden, sodann bei Ablehnung durch die Gegenseite klagweise durchgesetzt werden. Lässt eine Partei des Arbeitsvertrages bereits eine der beiden Fristen verstreichen, verfällt der Anspruch insgesamt. Wenn aber die vereinbarte Frist weniger als drei Monate beträgt, gilt wieder, so auch das BAG, die r…
Bild: RECHTLEGAL Newsticker  Arbeitsrecht - Privatpost auf Kosten des ArbeitgebersBild: RECHTLEGAL Newsticker  Arbeitsrecht - Privatpost auf Kosten des Arbeitgebers
RECHTLEGAL Newsticker Arbeitsrecht - Privatpost auf Kosten des Arbeitgebers
Ein Arbeitnehmer, der seine private Post mittels der Frankiermaschine des Arbeitgebers mit Porto versieht, riskiert ohne weiteres eine fristlose Kündigung, so das Landesarbeitsgericht (LAG) Hessen zum Az. 16 Sa 1865/06. Das LAG hat klargestellt, dass es in diesem Zusammenhang, gerade weil ein erheblicher Vertrauensbruch vorliegt, auf die Höhe des verursachten Schadens nicht ankommt, insbesondere auch ein äußerst geringer Schaden die fristlose Kündigung nach sich zieht. Prozessrecht - Postfach als Parteiadresse unzureichend Das Hessische Fi…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 10/2007 vom 16.03.2007Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 10/2007 vom 16.03.2007
RECHTLEGAL - Newsticker 10/2007 vom 16.03.2007
… Verkäufer Unfallfreiheit zusichert, muss er hierfür einstehen, ansonsten erklären, ihm seien Vorschäden nicht bekannt. Verkehrsrecht - Nummernschild für Harley-Davidson Nach Kenntnis des Teams von RECHTLEGAL ist erstmals eine Harley-Davidson vor das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz gelangt. Dieses hat zum Az. 7 A 10754/06 zur Größe der an Harleys …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 50/2006 vom 21.12.2006Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 50/2006 vom 21.12.2006
RECHTLEGAL - Newsticker 50/2006 vom 21.12.2006
… bereits mit 60 Jahren in Rente gehen müssen, gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, so der offizielle Titel des Gesetzes, verstößt. Sobald dem Team von RECHTLEGAL das Aktenzeichen des Verfahrens vor dem Arbeitsgerichts Frankfurt vorliegt, wird dieses nachgereicht. Das Verfahren wird übrigens im März 2007 fortgesetzt. Verkehrsrecht - Rotlicht- …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 02/2006 vom 13.01.2006Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 02/2006 vom 13.01.2006
RECHTLEGAL - Newsticker 02/2006 vom 13.01.2006
… rechtens ist, weil sie in das Persönlichkeitsrecht der Arbeitnehmer unzulässig eingreift und gegen das Grundgesetz verstößt. Allerdings hätte, dies meint das Team von RECHTLEGAL, der Arbeitgeber dieses Ergebnis bereits mit seinem gesunden Menschenverstand vorhersehen können, ohne dass es gerichtlicher Hilfe bedurft hätte. Umsatzsteuer - Reform erst 2008 Es …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 03/2007 vom 24.01.2007Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 03/2007 vom 24.01.2007
RECHTLEGAL - Newsticker 03/2007 vom 24.01.2007
… angebrachte Schilder mit Hinweisen auf eingeschränkte Winterdienste vermeiden kann, brauchte sich das OLG Hamm nicht zu befassen. In Anbetracht der momentan unsteten Witterung weist das Team von RECHTLEGAL darauf hin, dass in Fällen wie dem entschiedenen in aller Regel auch eine Mitschuld des Geschädigten in Betracht kommt, meist wegen zu schneller und nicht …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 36/2005 vom 26.09.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 36/2005 vom 26.09.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 36/2005 vom 26.09.2005
… Interessenvertreter der Krankenhausärzte seien diese radikal unterbezahlt. Im übrigen würde eine solche Gehaltserhöhung die Krankenhauskosten auch nur um 5% steigen lassen. Das Team von RECHTLEGAL meint wie in der Überschrift erwähnt: "Bescheidenheit ist eine Zier ..." Gaspreise - die unendliche Geschichte Die unendliche Gasgeschichte geht weiter. Das Team von …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 34/2005 vom 09.09.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 34/2005 vom 09.09.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 34/2005 vom 09.09.2005
… gelten, so das LAG Hannover, wenn die Ausschlussfrist im sonstigen Text des Arbeitsvertrages versteckt ist. Steuerrecht - Rentenbeiträge als Werbungskosten Das Team von RECHTLEGAL hat bereits mit newsticker 26/2005 vom 08.07.2005 über die Frage berichtet, ob aufgrund diverser Gesetzesänderungen Rentenbeiträge vollständig als vorweg genommene Werbungskosten …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 28/2005 vom 22.07.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 28/2005 vom 22.07.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 28/2005 vom 22.07.2005
… Geschädigten wochenlanges Zuwarten nicht zuzumuten, "... aber so gehe es auch nicht". Offenlegung von Manager-Bezügen - Teil II Mit newsticker 26/2005 hat das Team von RECHTLEGAL berichtet, dass ab Anfang 2007 die Vorstände und Aufsichtsräte von börsennotierten Unternehmen ihre Gehälter offen legen müssen, und vermutet, dass die meisten Hauptversammlungen …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 07/2007 vom 22.02.2007Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 07/2007 vom 22.02.2007
RECHTLEGAL - Newsticker 07/2007 vom 22.02.2007
… Arbeitsverhältnis mit der Folge, dass der Arbeitnehmer das Änderungsangebot nicht mehr annehmen kann, wie das BAG zum Az. 2 AZR 44/06 entschieden hat. Das Team von RECHTLEGAL empfiehlt also von Änderungskündigungen betroffenen Arbeitnehmern, auf jeden Fall innerhalb dieser drei Wochen tätig zu werden, und dem Arbeitgeber mitzuteilen, dass die Änderung akzeptiert …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 17/2005 vom 04.05.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 17/2005 vom 04.05.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 17/2005 vom 04.05.2005
… der Antragsteller mit seiner Partnerin bereits seit 27 Jahren zusammen wohnte. Gleichwohl hat das SG Saarbrücken entgegengesetzt (noch nicht rechtskräftig) entschieden. Das Team von RECHTLEGAL hat hierfür keinerlei Verständnis und geht davon aus, dass diese Entscheidung in der nächsten Instanz korrigiert wird. Unabhängig von der Beweislast spricht bereits …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 24/2005 vom 24.06.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 24/2005 vom 24.06.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 24/2005 vom 24.06.2005
Arbeitsrecht - Ethikregeln bei Wal-Mart Das Arbeitsgericht Wuppertal (das Aktenzeichen liegt dem Team von RECHTLEGAL noch nicht vor) hat beschlossen, dass die Ethik-Richtlinie des Handelskonzerns Wal-Mart unwirksam ist. Weder darf Wal-Mart als Arbeitgeber Regelungen treffen zum Liebes- und Privatleben der dort beschäftigten Arbeitnehmer, noch eine Telefon-Hotline …
Sie lesen gerade: RECHTLEGAL - Newsticker 31 + 32/2007 vom 09.08.2007