(openPR) Zurückhaltung aufgeben?
In ihren Auseinandersetzungen mit Andersdenkenden war es für die ICAT seit ihrer Gründung 1995 oberstes Prinzip, den Gegner nie persönlich anzugreifen. Uns standen und stehen so viele sachlich überzeugende, fachlich gesicherte Argumente zur Verfügung, die nur schwer widerlegt werden können. Warum sollten wir unsere so über Jahre gewonnene Glaubwürdigkeit und den auch bei Gegnern erworbenen Respekt durch Polemik, Beschimpfungen beschädigen?
Leider müssen wir diesmal eine Ausnahme machen. Wer uns öffentlich und in einer weit verbreiteten Informationsschrift seiner Partei als „absolut verantwortungslos“ beschimpft, darf sich nicht wundern, wenn wir uns wehren und den Urheber deutlich und dennoch sachlich zurecht stutzen.
Der Mann kann einem leid tun
Wie sehr muss man sich aus Parteiräson oder Furcht vor dem Herrscher verbiegen? wenn man frühere Einsichten, Erkenntnisse, gewonnenes Sachwissen einfach ausblendet und die Menschen beschimpft, als absolut verantwortungslos einstuft, mit denen man viele Jahre im Grundsatz einer Meinung war (und vielleicht noch ist, nur laut sagen darf man’s nicht mehr), die man ob ihrer professionellen Glaubwürdigkeit geschätzt und respektiert hat.
Erinnerung
Es fing an, als eine Gruppe junger Nachwuchspolitiker, frischgebackene Abgeordnete der SPD-Fraktion des Berliner Parlamentes sich ein persönliches Bild vom Flughafen Tempelhof durch eine ausgedehnte Führung und Fachinformationen machen wollten. Bei der Sachkenntnis ihres Betreuers vor Ort und seiner täglichen Arbeitserfahrung am Flughafen Tempelhof konnte er den jungen Politikern die moderne Funktionalität dieser alten Flughafenanlage und ihren enormen Stellenwert für die zukünftige Verkehrsinfrastruktur Berlins überzeugend begreifbar machen. Offenbar so sehr, dass einer von ihnen wenige Wochen später für eine große Zahl von Mitgliedern seines Ortsverbandes Neu-Tempelhof eine ausgedehnte Führung mit anschließender Diskussion organisierte, also betroffene Nachbarn des Flughafens, wiederum mit dem gleichen Betreuer (damals Direktor der Sabena, Sprecher der Fluggesellschaften und heute noch der Präsident der ICAT).
Ihn musste man nicht mehr überzeugen. Seine Parteifreunde kamen zum größeren Teil als Gegner des Flughafens und schieden nach langer eingehender, offener Besichtigung, Diskussion und Information als Freunde. Daran hat sich über Jahre nichts geändert.
Als frisch gewählter Vorsitzender der SPD-Fraktion nach dem Scheitern der großen Koalition 2001 wagte er sich in einem Interview mit der Morgenpost vor: „der Flughafen Tempelhof muss zur Gewährleistung der Verkehrskapazitäten mindestens bis zu Inbetriebnahme von BBI erhalten bleiben. Später sollte man prüfen, ob er City-Flughafen bleiben kann.“
Damit hat er sich wohl von einem bekannten Parteifreund, der sich als Verkehrsexperte darstellt, und vom „Chef“ einen Rüffel eingehandelt. Mutig war’s trotzdem. Daran will man wohl nicht gerne erinnert werden.
Blühender Unsinn wider besseren Wissens
Stattdessen versteigt er sich heute, gegen eigene Anschauung und Kenntnis zu der Behauptung, die Tempelhof-Freunde, gemeint ist wohl die ICAT mit ihrem Vorstand und ihrem Präsidenten, gefährdeten 40.000 Arbeitsplätze am BBI und Milliardenaufträge für Unternehmen aus der Region.
Lassen wir mal dahingestellt, ob BBI die Job-Maschine sein wird und 40.000 neue! Arbeitsplätze generiert und nicht zunächst – wie es übrigens der Business-Plan der Flughafengesellschaft für BBI ausweist – bis 25% der gegenwärtigen Arbeitsplätze vernichtet. Für Berlin mit Sicherheit 100% der gegenwärtigen Arbeitsplätze in Tegel und Tempelhof bei der BFG und den Fluggesellschaften.
Der Flughafen Tempelhof mit seiner knapp 2.000m langen Startbahn ist technisch jetzt nicht und zukünftig in der Lage auch nur annähernd die Leistungsfähigkeit von Tegel oder BBI zu erreichen. Das müsste er aus eigener Anschauung eigentlich wissen.
„Bei einem Weiterbetrieb müssen laufend Steuergelder dafür aufgebracht werden, auch bei der jetzt ins Spiel gebrachten Nutzung durch einen Investor“.
Also: seit Jahren trägt die Hauptlast für die Aufrechterhaltung des Flugbetriebs in Schönefeld die Berliner Flughafen-Gesellschaft BFG mir ihren glänzenden Betriebsergebnissen. Seit 1992 bis 2006 führte die BFG nachweislich mindestens 500 Millionen DM oder 250 Millionen Euro in den märkischen Sand an die FBS in Brandenburg ab. Dem Land Berlin entgingen so über Jahrzehnte bedeutende Beträge aus den beachtlichen Gewinnen der BFG, an der sie mit 50% beteiligt war.
Gewinnmaximierung
Das ICAT-Verkehrsverteilungskonzept Tegel-Tempelhof aus dem Jahr 2004 und Tempelhof-BBI enthält dagegen nach fachmännisch unangreifbarer Rechnung für den Flugbetrieb in Tempelhof ein positives Betriebsergebnis von 8,5 Mio € aus dem Luftverkehr und 3,1 Mio € aus der Gebäudeanlage.
Michael Müller, von ihm ist die ganze Zeit die Rede, war jeweils der Erste, dem persönlich sowohl das Verkehrsverteilungskonzept der ICAT 2004 und das ausführliche Nutzungskonzept der ICAT „Tempelhof – Luftverkehrs- und Luftfahrt-Technologie-Zentrum „ 2006 überreicht wurde, in denen auch die überaus positive betriebswirtschaftliche Wechselbeziehung zwischen Tempelhof und Tegel (bis BBI) und Tempelhof und BBI dargestellt ist.
Wir sind nicht nachtragend
Wie verbissen und abhängig muss man geworden sein, wenn man sich derart im Ton und in der Sache gegenüber Menschen vergreift, die man vor Jahren als verantwortungsbewusste Profis geschätzt und respektiert hat?
Nun, wir lassen uns nicht beirren und halten an unserer Überzeugung fest, die – so wird es sich mit dem von der ICAT initiierten Volksbegehren
„Tempelhof bleibt Verkehrsflughafen“
erweisen - von der Mehrheit der Berliner Bürger geteilt wird. Wir können es uns leisten, ruhig und sachlich zu bleiben. Wie gesagt: der Mann kann einem leid tun.
Bernhard Liscutin
Präsident
ICAT
Interessengemeinschaft
City-Airport Tempelhof e.V.
Flughafen Tempelhof –
A1 Turm 5
D 12101 Berlin
Tel. +49 30 6951-3317
Fax +49 30 6951-3794
www.icat.de
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Berlin als Regierungszentrum und zukunftsfähiger Wirtschaftsstandort braucht eine moderne Verkehrsinfrastruktur. Deshalb ist der Flughafen Tempelhof für Berlin unverzichtbar. Zugleich ist der Flughafen Tempelhof als Synonym für Luftverkehr weltweit bekannt, spätestens seit der Luftbrücke 1948/49.
Aus der Erkenntnis dieser Tatsachen hat sich die ICAT 1995 als Verein gegründet und seitdem mit ca. 1.125 (2006) Mitgliedern in vielzähligen Aktionen über 40.000 Unterschriften für den Erhalt des Flughafens Tempelhof gesammelt und meinungsbildend gewirkt.
Zweck des Vereins ist die Organisation, Koordination und Durchführung von Öffentlichkeitsarbeit mit dem Ziel der Erhaltung des Flughafens Tempelhof in seinem derzeitigen Funktionszusammenhang - internationaler City-Airport - als weltweit einzigartiges technisches und architektonisches wie städtebauliches Gesamtkonzept.
An diesem Ziel halten wir gerade angesichts jetzt aktuell beabsichtigter Schließung ("Entlassung aus der Betriebspflicht") fest. Im Sommer 2003 hat die ICAT mit einem umfangreichen Nutzungskonzept und zahlreichen publizistischen Aktivitäten die Diskussion um THF wieder entfacht. Diese gewachsene Aufmerksamkeit wird verstärkt genutzt, um die fehlgeleitete öffentliche Wahrnehmung ("zu teuer" etc.) zu widerlegen und in die Zukunft zu richten. Die ICAT versteht sich innerhalb der Aktivitäten als organisatorischer und kommunikativer Mittelpunkt und steht mit den Mitstreitern in engem Austausch, auch mit den politischen Parteien in Berlin.
Die ICAT ist eine Bürgerinitiative - wohl die einzige FÜR den Erhalt eines Flughafens - und versteht sich damit als Vereinigung auch und vor allem der "Betroffenen", also derjenigen Berliner, die nicht vorrangig selbst fliegen, sondern die die Bedeutung und den Nutzen des Flughafens als Anwohner bei alltäglicher Wahrnehmung des Flugverkehrs mit seinen Begleiterscheinungen erkannt haben.
Da die allernächste Zeit erheblich verstärkte Kräfte erfordert, rufen wir alle Freunde des Flughafens Tempelhof, die noch nicht zu uns gestoßen sind, auf, sich an unserer Arbeit zu beteiligen und Mitglied der ICAT e.V. zu werden













