(openPR) Das Präsidialamt von Taiwan gab am 12. April bekannt, dass Taiwan bei der im Mai stattfindenden Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seine Vollmitgliedschaft unter dem Namen Taiwan beantragen wird.
In der Bevölkerung Taiwans besteht ein breiter Konsens bezüglich der Frage der Mitgliedschaft Taiwans in der WHO. Das zeigte auch eine im März 2007 durchgeführte Umfrage des Taiwan Think Tank, nach der 94,9 Prozent der Befragten diese Forderung unterstützten. Dieses Ergebnis stimmt mit dem ähnlicher Umfragen in den letzten Jahren überein. Bereits im Mai 2006 hatten 110 Abgeordnete, also mehr als die Hälfte der Mitglieder des taiwanischen Parlaments, einen Antrag unterzeichnet, in dem sie die Regierung auffordern, die WHO-Mitgliedschaft zu beantragen.
In den vergangenen zehn Jahren hatte sich Taiwan immer wieder erfolglos um einen Beobachterstatus als so genannte Gesundheitseinheit und nicht als eigenständiger Staat bemüht. Nach den Bestimmungen der Vereinten Nationen (UN) ist es nur Staaten mit anerkannter Souveränität gestattet, Mitglied in UN-Organisationen zu sein.
Der diesjährige Antrag auf eine WHO-Mitgliedschaft unter der Bezeichnung Taiwan erfolgt aufgrund von pragmatischen Erwägungen und in Übereinstimmung mit der letzten Kampagne Taiwans für einen Beobachterstatus bei der Weltgesundheitsversammlung (WHA). Mit einer Änderung des offiziellen Staatsnamens hat dies aber nichts zu tun. Weder wurde die Verfassung Taiwans geändert, noch der Status quo.
Der Generaldirektor der WHO kann gemäß Artikel 3 der Geschäftsordnung der Weltgesundheitsversammlung (WHA) ein Land, das sich um eine WHO-Mitgliedschaft bewirbt, zu WHA-Sitzungen als Beobachter einladen. Aufgrund dieser Regel kann Taiwan zunächst Beobachter in der WHA werden, bevor es die WHO-Mitgliedschaft erlangt.
Taiwans Aufnahme in der WHO ist notwendig, um die gesundheitliche Absicherung seiner 23 Millionen Einwohner zu gewährleisten, liegt aber auch im Interesse aller. Denn übertragbare Krankheiten kennen keine Grenzen. Mehr denn je ist internationale Zusammenarbeit erforderlich, um der universellen Verwundbarkeit effektiv zu begegnen. Die WHO arbeitet daran, die weltweiten Bemühungen der drohenden Krise durch eine Grippepandemie zu koordinieren. Die 23 Millionen Einwohner Taiwans sowie über 400.000 in Taiwan ansässige ausländische Staatsbürger sind sowohl vom WHO-System als auch vom globalen Gesundheitssystem ausgeschlossen. Es ist höchste Zeit, dass die WHO und die Weltgemeinschaft diese Lücke schließen, indem sie Taiwan in das WHO-System einbeziehen.
Im Dezember 2006 unterhielt Taiwan 34 technische Missionen in 29 Partnerländern und entsandte 16 mobile medizinische Missionen in 12 Länder. Vor kurzem wurde die Taiwan International Health Action (TaiwanIHA) gegründet, eine Einrichtung zur Zusammenfassung der Stärken und Ressourcen der Regierung und des privaten Sektors, um den Beitrag Taiwans zur weltweiten Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich zu verstärken.
Taiwan eine Vollmitgliedschaft in der WHO zu gewähren, ist der einzige Weg, damit Taiwan effektiv und systematisch seinen Beitrag zum internationalen Gesundheitsnetzwerk leisten kann.
Kontakt:


