openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Steuerreformen 2026 und 2027 im Bundestag

 (© MTR Legal Rechtsanwälte)
(© MTR Legal Rechtsanwälte)

(openPR) Köln, 15. Oktober 2026. Der Deutsche Bundestag hat zwei steuerrechtliche Vorhaben der Bundesregierung in erster Lesung beraten und zur weiteren Prüfung an die Ausschüsse überwiesen. Für Unternehmen, Investoren und Privatpersonen können die geplanten Änderungen erhebliche Bedeutung entfalten, auch wenn die endgültige Fassung noch offen ist.

Im Mittelpunkt der Beratungen standen der Entwurf eines Einkommensteuerreformgesetzes 2027 auf Bundestagsdrucksache 21/8235 und der Entwurf eines Jahressteuergesetzes 2026 auf Bundestagsdrucksache 21/8283. Beide Vorlagen wurden nach der Aussprache an die Ausschüsse überwiesen; federführend ist jeweils der Finanzausschuss. Zusätzlich befasste sich der Bundestag mit einem Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zum Familienleistungsausgleich. Auch dieser Antrag wurde zur weiteren Beratung überwiesen.

Einkommensteuerreform 2027 mit Entlastungen und Gegenfinanzierung

Der Regierungsentwurf zum Einkommensteuerreformgesetz 2027 datiert vom 28. September 2026 und soll nach den vorliegenden Angaben zum 1. Januar 2027 in Kraft treten. Da das Vorhaben zustimmungsbedürftig ist, wird auch der Bundesrat im weiteren Verfahren eine Rolle spielen. Änderungen im parlamentarischen Verfahren bleiben deshalb möglich. Eine abschließende Entscheidung wurde mit der ersten Lesung nicht getroffen.

Nach den Angaben in der Debatte sollen kleine und mittlere Einkommen entlastet werden. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil verwies auf eine Bruttoentlastung von zehn Milliarden Euro für die Jahre 2027 und 2028. Nach dpa-AFX sollen die Entlastungen ab 2028 jährlich zehn Milliarden Euro erreichen. Zur Finanzierung sind zugleich mehrere belastende Einzelmaßnahmen vorgesehen.

  • Die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen soll von 20 Prozent auf 15 Prozent sinken.
  • Der Höchstbetrag für diese Steuerermäßigung soll von 1.200 Euro auf 900 Euro reduziert werden.
  • Die Pauschsteuer für Minijobs soll von 2 Prozent auf 5 Prozent steigen.
  • Für 2027 werden aus den Gegenfinanzierungsmaßnahmen Mehreinnahmen von rund 2,6 Milliarden Euro erwartet.

Der Entwurf sieht außerdem Änderungen beim gewerbesteuerlichen Zerlegungsmaßstab für Betreiber von Rechenzentren vor. Daneben ist eine Erhöhung der Grundlohngrenze für steuerfreie Sonn- und Feiertagszuschläge geplant. Betroffen sein können damit nicht nur Arbeitnehmer und Privatpersonen, sondern auch Arbeitgeber und Unternehmen mit gewerbesteuerlichen Fragestellungen. Aus der Wirtschaft wurden bereits weitergehende Anpassungen an die Inflation sowie Kritik an der geplanten Erhöhung der Minijob-Pauschsteuer geäußert.

Jahressteuergesetz 2026 bleibt im Verfahren offen

Auch das Jahressteuergesetz 2026 wurde nach der ersten Beratung nicht beschlossen, sondern an den Finanzausschuss überwiesen. Der Regierungsentwurf stammt vom 30. September 2026; das Bundeskabinett hatte ihn bereits am 12. August 2026 beschlossen. Dem Bundestag lagen zugleich die Stellungnahme des Bundesrates und die Gegenäußerung der Bundesregierung vor. Der Bundesrat hatte am 25. September 2026 Stellung genommen.

Die Stellungnahme der Länder betrifft unter anderem Regelungen zu § 15a EStG, zur Thesaurierungsbegünstigung und zu geringwertigen Wirtschaftsgütern. Nach den vorliegenden Informationen hat die Bundesregierung einzelne Forderungen der Länder aufgegriffen. Die vom Bundesrat geforderte Anhebung des Gewerbesteuer-Mindesthebesatzes auf 300 Prozent lehnt die Bundesregierung hingegen ab. Dieser Punkt bleibt damit Gegenstand der weiteren politischen und fachlichen Befassung.

Folgen für Familien, Unternehmen und Investoren

Der Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen bezieht sich auf Kindergeld, Kinderfreibeträge und die sogenannte Entlastungsschere. Nach den im Antrag genannten Regierungszahlen soll das Kindergeld 2027 bei 267 Euro und 2028 bei 272 Euro liegen. Die Kinderfreibeträge werden dort mit 10.056 Euro beziehungsweise 10.236 Euro angegeben. Die Fraktion kritisiert, dass eine prozentual gleiche Anhebung von Kindergeld und Kinderfreibeträgen die Entlastungsschere nicht verringere.

Für Privatpersonen können insbesondere Einkommensteuertarif, Kindergeld, Kinderfreibeträge und die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen relevant werden. Unternehmen und Investoren sollten vor allem gewerbesteuerliche Aspekte, lohnsteuerliche Begünstigungen, die Behandlung von Personenunternehmen und mögliche Änderungen bei geringwertigen Wirtschaftsgütern im Blick behalten. Da alle Vorlagen noch beraten werden, ist derzeit keine abschließende Bewertung des endgültigen Regelungsinhalts möglich. Maßgeblich werden die Ausschussberatungen, mögliche Änderungen im Bundestag und die Beteiligung des Bundesrates sein.

Rechtsanwalt Michael Rainer, MTR Legal Rechtsanwälte, erklärt: „Die Entwürfe zeigen, dass steuerliche Entlastungen häufig mit Gegenfinanzierungen an anderer Stelle verbunden werden. Unternehmen und Investoren sollten deshalb nicht nur einzelne Begünstigungen betrachten, sondern die Gesamtwirkung auf Finanzierungs-, Personal- und Investitionsentscheidungen einordnen.“

Betroffene können die weitere Entwicklung des Gesetzgebungsverfahrens verfolgen und bestehende Planungen anhand der diskutierten Regelungsbereiche überprüfen. Eine steuerliche Einordnung kann insbesondere dann Bedeutung gewinnen, wenn Investitionen, Unternehmensnachfolgen, Personalmodelle oder private Vermögensentscheidungen zeitlich in die Jahre 2026 bis 2028 fallen. MTR Legal Rechtsanwälte unterstützt Mandanten bei Fragen des Steuerrechts und bei der Bewertung gesetzgeberischer Änderungen. Weitere Informationen: https://www.mtrlegal.com/bundestag-beraet-steuerreformen-fuer-2026-und-2027/

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1326863
 56

Pressebericht „Steuerreformen 2026 und 2027 im Bundestag“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von MTR Legal Rechtsanwälte Pressearchiv

Bild: BGH stärkt Schutz bei Zinssatz-Swap-Beratung
BGH stärkt Schutz bei Zinssatz-Swap-Beratung
Köln, 15. Oktober 2026. Der Bundesgerichtshof hat die Pflichten von Banken bei der Beratung zu Zinssatz-Swaps erneut deutlich konturiert. Nach dem Urteil vom 9. Juni 2026 – XI ZR 231/23 – ist die Beratung über Zinssatz-Swaps zur Absicherung bestehender Zinsänderungsrisiken als Anlageberatung einzuordnen. Die Entscheidung betrifft Verträge, die häufig im Zusammenhang mit variabel verzinsten Darlehen eingesetzt werden. Im konkreten Fall hatten die Kläger Fremdwährungsdarlehen in Schweizer Franken aufgenommen und anschließend jeweils einen Zins…
Bild: BGH prüft Reichweite von PR-Kosten in D&O-Policen
BGH prüft Reichweite von PR-Kosten in D&O-Policen
Köln, 15. Oktober 2026. Der Bundesgerichtshof befasst sich mit der Frage, wie weit der Versicherungsschutz für PR-Kosten in einer D&O-Versicherung reichen kann. Im Mittelpunkt steht, ob Kosten gerichtlicher Schritte gegen kritische Medienberichte und zur Abwehr von Reputationsschäden vom Versicherer zu tragen sind. Das Verfahren betrifft eine D&O-Police für Organmitglieder und leitende Angestellte eines inzwischen insolventen Zahlungsdienstleisters. Kläger ist ein früherer Prokurist und Leiter der Buchhaltung, der nach Medienberichten auch i…

Das könnte Sie auch interessieren:

VAYTON Brand Capital startet internationale Zentralisierungsplattform für geistiges Eigentum
VAYTON Brand Capital startet internationale Zentralisierungsplattform für geistiges Eigentum
… gab heute den öffentlichen Start seiner internationalen Zentralisierungsplattform für geistiges Eigentum bekannt. Diese steht allen Unternehmen zur Verfügung, die von den attraktiven Steuerreformen von Luxemburg profitieren möchten, welche eine Steuerbefreiung von bis zu 80 Prozent auf das Nettoeinkommen aus geistigem Eigentum vorsehen. Mit diesem Service …
Im Gespräch mit Dr. Markus Söder- Interview im VW-Käfer
Im Gespräch mit Dr. Markus Söder- Interview im VW-Käfer
… Infrastruktur zu bieten. Weiter ist Söder der Meinung, dass man von den Milliardenüberschüssen des Staates den Bürgern endlich etwas zurückgeben sollte und prognostiziert Steuerreformen, die vor allem Familien zugutekommen. Weitere Themen des Interviews sind die dritte Start- und Landebahn am Flughafen München, ein generelles Tempolimit auf Autobahnen …
Perfekt beraten bei jeder Gesetzesänderung – Memento Steuerrecht 2008
Perfekt beraten bei jeder Gesetzesänderung – Memento Steuerrecht 2008
(Freiburg, 01. April 2008) - Steuerreformen und kein Ende. Mit der Unternehmensteuerreform und dem Jahressteuergesetz 2008 hat der Gesetzgeber wieder einmal viele Neuerungen eingeführt, die zum Teil erheblich in die bisherige Steuersystematik eingreifen. Wer hier noch den Überblick behalten will, braucht Informationen, die laufend auf dem neuesten Stand …
Taiwans Premier betont Notwendigkeit für ökonomische und soziale Veränderungen
Taiwans Premier betont Notwendigkeit für ökonomische und soziale Veränderungen
… Zukunft und die Schaffung von Unternehmermöglichkeiten zu erleichtern, sagte er. Bezüglich des sozialen Wandels sagte der Premier, werde die Regierung versuchen, Taiwans Wohlstandsgefälle durch Steuerreformen zu schmälern. In Bezug auf die Gestaltung der Politik, solle die Regierung eine neue Denkweise annehmen, sich in die Lage der Menschen versetzen …
Bild: Sascha Adamek und Kim Otto: »Deutschland, die Steueroase für Millionäre«Bild: Sascha Adamek und Kim Otto: »Deutschland, die Steueroase für Millionäre«
Sascha Adamek und Kim Otto: »Deutschland, die Steueroase für Millionäre«
… haben die Politiker selbst die milliarden-schwere Steuerflucht der Reichen organisiert. Ein Insiderbericht aus einem geteilten Land. Die Parteien überschlagen sich mit Vorschlägen für Steuerreformen: Der einfache Bürger solle doch am Aufschwung teilhaben. Was nicht diskutiert wird: Könnten sich die Reichen nicht so einfach der Besteuerung entziehen, …
Weiter Sozialabbau oder soziale Gerechtigkeit
Weiter Sozialabbau oder soziale Gerechtigkeit
… bekam Schwindsucht und noch mehr Unternehmen gingen Pleite. Heute gibt es nicht weniger, sondern mehr Arbeitslose, mehr arme. Das ist die ehrliche Bilanz. Sie haben Steuerreformen beschlossen, immer mit demselben Ergebnis: Der Sozialstaat wurde geschwächt. Und viele Kommunen, selbst Großstädte wie München, sind de facto Pleite. Sie fallen als Investoren …
Schwarz-Gelbes Sparpaket - Gerecht geht anders
Schwarz-Gelbes Sparpaket - Gerecht geht anders
… Begründung hierfür ist aber eine Verhöhnung des Wählers. Hier werden Wahlversprechen vorgeschoben, die schon lange nicht mehr zu halten sind. Die Verluste für den Staat durch die Steuerreformen seit 1998 summieren sich nach Berechnungen des IMK auf 50 Milliarden Euro pro Jahr. Schon bei den letzten Reformen haben immer die mittleren und oberen Einkommensschichten …
Kostenloser Förderschätzer für das iPhone
Kostenloser Förderschätzer für das iPhone
… z.B. auf dem iPhone, aber auch auf anderen Smartphones oder dem iPad, benutzen. Der Förderschätzer 2010 schätzt die Summe der Steuereinsparungen durch die letzten Steuerreformen bis zum Rentenbeginn. Die Eingabe ist ganz bewusst auf drei plakative Felder reduziert: Familienstand, Geburtsjahr des Kunden und Bruttoeinkommen des Haushalts. Im Vordergrund …
Wirtschaftspsychologie: Höhere Steuern werden nur akzeptiert, wenn damit Probleme wirklich gelöst werden
Wirtschaftspsychologie: Höhere Steuern werden nur akzeptiert, wenn damit Probleme wirklich gelöst werden
Steuerreformen - sprich: Mehrbelastungen - würden in der Bevölkerung besser akzeptiert, wenn damit die optimistische Erwartung verbunden wäre, das Geld würde die anstehenden Probleme wirklich lösen. Doch realiter sind die Politiker nur in der Lage, mit den steigenden Steuereinnahmen Probleme zu verschieben oder zu vergrößern. Dieser Tatbestand löst zunehmend …
Bild: Rainer Hank: »Vater Staat weiß alles besser: vor allem, wie man Schulden macht«Bild: Rainer Hank: »Vater Staat weiß alles besser: vor allem, wie man Schulden macht«
Rainer Hank: »Vater Staat weiß alles besser: vor allem, wie man Schulden macht«
… zeigt auch, wie der Staat auf sozialverträgliche Weise Ausgaben senken könnte, und entwirft alternative Modelle, die Auswege aus der Krise weisen: Dezentralisierung, Steuerreformen, Rückführung des Staatsanteils, mehr direkte Demokratie im Verbund mit einer Stärkung der föderalen Strukturen und eine früh einsetzende Erziehung zur Mündigkeit. Weitere …
Sie lesen gerade: Steuerreformen 2026 und 2027 im Bundestag