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Im Blindflug durch die Alleskrise

21.07.202011:08 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Im Blindflug durch die Alleskrise
Prof. Querulix, „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3), 9,95 E
Prof. Querulix, „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3), 9,95 E

(openPR) Die Eurogeldmenge hat gewaltig zugenommen. Ursachen sind die Geldvermehrung durch die EZB und eine extrem angeschwollene Kreditvergabe. Zentralbanknahe Institutionen können derzeit in kostenlosem Geld baden. Die US-Notenbank kauft sogar schon private Schuldverschreibungen auf.



Eine wahre Sintflut real kostenlosen Geldes flutet derzeit die Finanzmärkte und treibt – offensichtlich mangels produktiver und zukunftssichernder Investitionsmöglichkeiten – die Kurse von Anleihen, Aktien und Immobilien in absurde Höhen. Das ist nichts anderes als Inflation, Geldwertvernichtung durch Vermögenspreisinflation. Gut, daß sie nur diejenigen trifft, die auch von ihr profitieren können, jedenfalls eine Zeit lang und sofern sie clever sind. Hans und Lieschen Müller haben nichts davon.

Im Gegenteil. Während die Vermögenspreisblasen infolge ungeheurer Mengen zusätzlicher Liquidität immer praller werden, sinken die Unternehmensgewinne und die Masseneinkommen. Die immense Geldvermehrung als Reaktion auf die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie kommt weit überwiegend den Reichen (und Gewitzten) zugute, während die Armen (und Hilflosen) sich allenfalls mit viel Glück über Wasser halten können. Der Graben zwischen Arm und Reich wird derzeit wieder so schnell breiter und tiefer, daß es angebracht ist, sich um den künftigen Zusammenhalt unserer Gesellschaft ernsthaft Sorgen zu machen.

Die halbjährige Mehrwertsteuersenkung, die den Konsum ankurbeln soll, scheint (wie vorauszusehen) nicht die erhoffte Wirkung zu entfalten. Allenfalls kommt sie Verkäufern zugute, die die kurzzeitige Steuersenkung nicht an ihre Kunden weitergeben – falls diese sich überhaupt zu vermehrten Käufen verlocken lassen. Denn die Ungewißheit über die weitere Entwicklung der Coronakrise und ihre möglichen Auswirkungen auf Beschäftigung und Masseneinkommen legt nahe, die Füße erst einmal still zu halten und abzuwarten. Wir sind noch lange nicht durch.

Die EZB steckt hinsichtlich des Zusammenhalts der Währungsunion in einer Zwickmühle: Betriebe sie eine Hartwährungspolitik, um Vermögenspreisblasen zu vermeiden, gefährdete sie die Existenz des Euro in seiner gegenwärtigen Zusammensetzung. Mit ihrer Weichwährungspolitik gefährdet sie den Euro zwar genauso (wenn es auch weniger den Anschein hat), fördert aber zudem verstärkt unproduktive Geldverwendung, während produktive (Zukunfts-)Investitionen immer seltener werden.

Mit einem Schwacheuro, dem Segen für diejenigen Euroländer, die sich notorisch grenzenlos verschulden, wäre allerdings – was die politische Landschaft in Deutschland betrifft – Gefahr im Verzug. Denn ein inflationärer Euro würde den von der „großen“ Koalition offensichtlich akzeptierten, wenn nicht gar (aus welchen Gründen wohl?) gewollten sozialen Graben schnell noch weiter verbreitern und vertiefen. Mit unangenehmen sozialen und politischen Folgen wäre zu rechnen, die sich auch im Ergebnis der kommenden Bundestagswahl bemerkbar machen könnten. Deshalb sollten wir froh sein, daß (bisher) nur die Vermögenspreise und nicht die Lebenshaltungskosten durch die sprichwörtliche Decke gehen.

Solange der Europäische Gerichtshof der EZB weiterhin erlaubt, die Staatsschulden zu monetisieren, wird sie dieses bequeme Spiel weiterspielen und wahrscheinlich auf durchaus brisante wirtschaftliche, soziale und schließlich auch politische Folgen keine Rücksicht nehmen. Derzeit kauft die EZB neu emittierte Staatsanleihen in großen Mengen und finanziert so die öffentlichen Haushalte mit neu geschaffenem Geld. Ein Blick in die Geschichte sollte den Verantwortlichen allerdings bewußt machen, welche großen Gefahren die bisher glücklicherweise noch erfolglosen Bemühungen der EZB bergen, den Euro zu einer Weichwährung zu machen.

Die Notenbanker stehen selbst verschuldet mit dem Rücken an der Wand. Die unbequeme Wahrheit ist nämlich: Ohne anhaltende Staatsfinanzierung durch die EZB droht vielerorts der finanzwirtschaftliche Kollaps. Wieder ins Positive steigende Zinsen würden zahlreiche Schuldner in den Bankrott stürzen. Corona hat selbst Deutschland tief in die Schulden gezogen und die ohnehin schon überschuldeten Südeuropäer hängen wie die Süchtigen an der Nadel von Negativzins, Geldvermehrung und Kreditinflation. Ohne Staatsfinanzierung durch die EZB wäre es wahrscheinlich schnell vorbei mit dem Euro und der Währungsunion – jedenfalls in ihrer gegenwärtigen Zusammensetzung.

Tatsächlich scheint mit der derzeitigen Länderkombination der Europäischen Währungsunion nur ein Weicheuro eine – allerdings eher begrenzte – Überlebenschance zu haben.

Die Geschichte der Währungen hält viele Beispiele für Prozesse des Währungssterbens bereit. Übernähmen die solide wirtschaftenden Mitgliedsländer der EWU großmütig die immer neuen Schulden der weniger Soliden, könnte der Kollaps des Euro sicherlich noch eine Zeitlang hinausgezögert werden. Der Preis wäre jedoch hoch. Die Politiker der solide wirtschaftenden Länder werden ihn aus Furcht, damit bei ihren Wählern schlecht anzukommen und möglicherweise auch das Erstarken radikaler politischer Kräfte zu fördern, nicht zu zahlen bereit sein.

Für die solide haushaltenden Länder und die große Mehrheit ihrer Bevölkerungen wäre ein inflationär aufgeweichter Euro eine Horrorvision. Deshalb werden sich die Politiker der Nordländer angesichts bevorstehender Wahlen und der damit verbundenen Gefahr, ihre Pfründen an ungeliebte Konkurrenten zu verlieren, nicht auf dieses Experiment einlassen wollen. Die sozialen und politischen Auswirkungen einer europaweiten kontinuierlichen Geldwertvernichtung wären unkalkulierbar und würden das gesamte europäische Gemeinschaftsprojekt gefährden.

Wie es aussieht, werden die derzeitigen Macht-„eliten“ der Europäischen Währungsunion, diese notfalls auch auf Biegen und Brechen zusammenhalten wollen. Bisher jedenfalls noch. In Deutschland wird im kommenden Jahr gewählt. Auch einige Millionen deutsche Rentner dürfen wählen, Rentner, deren Renten deutlich niedriger sind als die Renten in den südeuropäischen Problemländern, deren Macht- und Geld-„Eliten“ immer unverhohlener nach Subventionen aus Deutschland schielen. Man könnte angesichts der Bereitschaft der Bundesregierung, die Problemländer der Union finanziell zu unterstützen (etwas polemisch) fragen: Warum sollen die deutschen Rentnerinnen und Rentner die (deutlich) bessergestellten italienischen, französischen, spanischen und griechischen Rentner subventionieren? Zahlt besser endlich auch den Deutschen vergleichbar hohe Renten und verhindert auch in Deutschland Armut im Alter. Oder führt endlich ein Grundeinkommen ein, wie es an dieser Stelle schon mehrfach angeregt wurde.

Prof. Querulix beobachtet und kommentiert seit vielen Jahren das fragwürdige Treiben der Menschentiere und die erbarmungswürdige Realität, die sie unter der Gewalt ihrer „Eliten“ aus ihren großartigen Möglichkeiten machen. Seine Beobachtungen und Kommentare sind in der eBook-Reihe „Tacheles“ dokumentiert. 7 Bände sind bisher erschienen. Der jüngste trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3). Wie seine 6 Vorgänger ist er im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital erschienen und dort sowie in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro zu haben.

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