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Warum die Eigentumsbildung in Deutschland kaum vorankommt

05.12.201915:44 UhrIndustrie, Bau & Immobilien

(openPR) Seit 2011 stagniert die Wohneigentumsquote in Deutschland bei 45 bis 46 Prozent, womit abgesehen von der Schweiz nirgends in Europa so viele Haushalte zur Miete wohnen wie in der Bundesrepublik. Obwohl die Zinsen für ein Immobiliendarlehen auf einem historischen Tief liegen, kommt die Eigentumsbildung in Deutschland nicht voran. Das hat unter anderem demografische Gründe, hängt aber auch stärker als in anderen Ländern mit der Einkommenssituation der Haushalte zusammen, wie eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln analysiert hat. Zudem hat das elterliche Vermögen offenbar einen zunehmenden Einfluss auf den Zugang zu Wohneigentum.



Deutlich wird in der Analyse insbesondere, dass jüngere und einkommensschwächere Haushalte heutzutage über weniger Wohneigentum verfügen als noch vor einigen Jahren. Während die gesamte Wohneigentumsquote zwischen 2011 und 2017 lediglich von 45,9 auf 45,5 Prozent sank, ging sie bei den 25- bis 34-Jährigen von 15,2 auf 12,4 Prozent und bei den 35- bis 44-Jährigen von 40,8 auf 38,3 Prozent zurück. Beim ersten Einkommensquintil sank die Quote von 25,2 auf 22,0 Prozent und beim zweiten von 41,3 auf 40,0 Prozent.

Elterliches Vermögen ist wichtiger Faktor

Dass die Wohneigentumsquote bei jüngeren Haushalten zurückgeht, hat den Studienautoren zufolge mit der zunehmenden Akademisierung zu tun. Weil immer mehr Deutsche studieren, können diese auch erst später mit dem Ansparen des Eigenkapitals beginnen, wodurch sich der Erwerbszeitpunkt auf eine spätere Lebensphase verschiebt. Ein weiterer Faktor ist die ansteigende Zahl der Singlehaushalte insbesondere in den jüngeren Bevölkerungsgruppen. Zusammenlebende Paare haben erstens ein höheres Haushaltseinkommen und zweitens geringe Fixkosten pro Kopf, was das Ansparen des Eigenkapitals erleichtert.

Die IW-Studie kam außerdem zu der Erkenntnis, dass oft die Vermögenssituation der Eltern damit zusammenhängt, ob man Wohneigentum erwirbt oder nicht. Es ist demnach so, „dass Kinder von Eltern, die zum selben Zeitpunkt Wohneigentümer sind, selbst auch früher und mit höherer Wahrscheinlichkeit zum Wohneigentümer werden“, wie es in der Studie heißt. Während der Einfluss der elterlichen Eigentumssituation während der 2000er-Jahre zurückging, ist er in den vergangenen Jahren wieder angewachsen.

Ein Rat an die Politik

Zwischen 2013 und 2017 hatten der Studie zufolge Personen, deren Eltern Wohneigentümer sind, eine 40 Prozent höhere Chance, selbst zum Wohneigentümer zu werden, als Personen, deren Eltern nicht über Wohneigentum verfügen. Die finanzielle Unterstützung durch die Eltern ist angesichts der hohen Eigenkapitalanforderungen beim Wohnungskauf ein immer wichtigerer Treiber für die Eigentumsbildung.

Ob man Wohneigentum erwirbt und damit einen wichtigen Schritt bei der Vermögensbildung und der privaten Altersvorsorge macht, scheint also zunehmend davon abzuhängen, ob man gewisse Privilegien genießt oder nicht. Vermögen werde zunehmend vererbt oder bleibe „den ohnehin schon starken Einkommensgruppen vorbehalten“, heißt es in der Studie. Die Politik sei daher „gut beraten, den Zugang zu Wohneigentum verstärkt in den Blick zu nehmen“. Dabei machen die Studienautoren darauf aufmerksam, dass in anderen Ländern wie den Niederlanden oder Großbritannien die Erwerbsnebenkosten beim Wohnungskauf deutlich geringer seien, was die Eigenkapitalanforderungen senkt und den Eigentumserwerb auch für weniger vermögende Menschen ermöglicht.

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