openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Kommt der rechtliche Schutz vor Gewichtsdiskriminierung?

28.10.201911:23 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Kommt der rechtliche Schutz vor Gewichtsdiskriminierung?
Landesparteitag der SPD Berlin
Landesparteitag der SPD Berlin

(openPR) SPD-Landesparteitag beschließt Antrag zur Aufnahme des Merkmals „Gewicht“ ins Landesantidiskriminierungsgesetz von Berlin (LADG)

Berlin, 26. Oktober 2019 | „Den Schutz vor Gewichtsdiskriminierung im Landesantidiskriminierungsgesetz explizit verankern“, so lautet der Titel des Antrags, der heute auf dem Landesparteitag der Berliner SPD beschlossen wurde und dessen Ziel damit ab sofort Parteilinie ist. Der bisherige Schutz in § 2 des geplanten Landesantidiskriminierungsgesetzes (LADG) für Berlin über die Merkmale „Behinderung“ und „chronische Erkrankung“ reiche nicht aus, um das Merkmal „Gewicht“ vollumfänglich zu fassen, so die Begründung. Damit setzt die SPD ein deutliches Zeichen, dass Gewichtsdiskriminierung im Rahmen der Antidiskriminierungspolitik und -maßnahmen zukünftig mitgedacht werden muss. „Das Landesantidiskriminierungsgesetz für Berlin steht kurz vor dem Abschluss. Es wird nun unsere Aufgabe sein, diesen Beschluss schnellstmöglich in die Verhandlungen einzubringen, damit es Gewicht noch in die finale Fassung schafft“, so Susanne Fischer, Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen.



Diskriminierungen anhand des Körpergewichts sind allgegenwärtig und betreffen eine große Anzahl von Menschen. Betroffen sind dabei auch jene, die nur marginal über der medizinischen Grenze liegen, die als „Normalgewicht“ bezeichnet wird. Diese beginnt bei einem Body Mass Index (BMI) von 25. Das zeigt der Fall einer Bewerberin auf eine Führungsposition in Darmstadt, die 2014 wegen ihres BMIs von 28,7 abgelehnt wurde. Doch selbst von Diskriminierung Betroffene mit einem BMI über 40 haben rechtlich in Ermangelung eines geeigneten Diskriminierungsmerkmals wenig Chancen: Als Behinderung wird Adipositas von deutschen Gerichten nur dann anerkannt, wenn über ein hohes Gewicht hinaus eine starke Mobilitäts- oder sonstige Einschränkung vorliegt. Dies ist nur bei den wenigsten hochgewichtigen Menschen der Fall.

Das geplante Landesantidiskriminierungsgesetz, das erste seiner Art in der Bundesrepublik, soll 2020 in Kraft treten. Es findet Anwendung in allen Bereichen, in denen Bürgerinnen und Bürger auf öffentliche Verwaltung, Bildungswesen oder Polizei treffen, also beispielsweise in der Schule, im Finanzamt und in der Justiz. Es ergänzt damit das bundesweit privatrechtlich wirksame Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Die Vorsitzende der in Berlin ansässigen Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung, Natalie Rosenke, begrüßt den Beschluss: „Das Merkmal „Gewicht“ ins geplante Landesantidiskriminierungsgesetz aufzunehmen, ist ein wichtiges Signal in Richtung der Betroffenen. Zum ersten Mal wird Gewichtsdiskriminierung rechtlich adressiert und als Diskriminierungsform klar benannt. Und es ist ein Zeichen an die Bundesebene: Auch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) muss nachgebessert werden.“

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1065586
 4043

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Kommt der rechtliche Schutz vor Gewichtsdiskriminierung?“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung

Bild: Körper | Bilder | Vorurteile Konferenz der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskrimineirung am 10.10. in BerlinBild: Körper | Bilder | Vorurteile Konferenz der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskrimineirung am 10.10. in Berlin
Körper | Bilder | Vorurteile Konferenz der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskrimineirung am 10.10. in Berlin
Wer vom Durchschnitt in puncto Gewicht abweicht, muss mit Anfeindungen rechnen, die weit über abfällige Blicke hinaus gehen. Doch während dicke Menschen oft im Schutze der Anonymität zu Opfern gemacht werden, beweisen sie selbst täglich aufs Neue ihren Kampfgeist. Aufgewachsen in einer Gesellschaft, in der ein dicker Körper als Stigma gilt, leisten sie ein Vielfaches, um sich in einem von Vorurteilen geprägten Umfeld Respekt und Chancengleichheit zu verschaffen. In der Veranstaltung Körper | Bilder | Vorurteile werfen wir einen kritischen Bl…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Durch Dick und Dünn – Reha-Kolloquium zu AdipositasBild: Durch Dick und Dünn – Reha-Kolloquium zu Adipositas
Durch Dick und Dünn – Reha-Kolloquium zu Adipositas
… Körper über den „normalen“ BMI wohlfühlen sowie über die Alltagsdiskriminierung, wurde Natalie Rosenke, 1. Vorsitzende der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung (GgG) e.V., als Referentin gewonnen. Die Referentinnen vom IFB AdipositasErkrankungen Dr. Wiebke-Kristin Fenske, Leiterin der IFB Nachwuchsforschungsgruppe „Neuroendokrine Adipositas-Forschung“, …
Bild: Durch Dick und Dünn – Reha-Kolloquium zu Essstörungen in der ArbeitsweltBild: Durch Dick und Dünn – Reha-Kolloquium zu Essstörungen in der Arbeitswelt
Durch Dick und Dünn – Reha-Kolloquium zu Essstörungen in der Arbeitswelt
… Rentenversicherungen, Arbeitsagenturen und Jobcentern ins Gespräch kommen wollen. Über die Alltagsdiskriminierung wird Natalie Rosenke, 1. Vorsitzende der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung (GgG) e.V., referieren. Die Referenten vom IFB AdipositasErkrankungen Dr. Thomas Ebert, Facharzt für Innere Medizin, Universitätsklinikum Leipzig, Prof. Dr. …
Bild: Merkmal "Körpergewicht" soll ins Allgemeine Gleichbehandlungs-Gesetz aufgenommen werdenBild: Merkmal "Körpergewicht" soll ins Allgemeine Gleichbehandlungs-Gesetz aufgenommen werden
Merkmal "Körpergewicht" soll ins Allgemeine Gleichbehandlungs-Gesetz aufgenommen werden
… Berliner Tagungswerk Lindenstraße stattfand. Mit auf dem Podium des Forums „Aller guten Dinge sind sechs? Diskriminierungsmerkmale im AGG“ saß die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung e.V., vertreten durch deren Gründerin und stellvertretende Vorsitzende Stephanie von Liebenstein. In der Diskussion mit Volker Beck, Mitglied des Bundestages (Grüne), …
"Gewichtsdiskriminierung fordert Opfer. Täglich."
"Gewichtsdiskriminierung fordert Opfer. Täglich."
23. Internationaler Anti-Diät-Tag Die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung startet die Kampagne "Gewichtsdiskriminierung fordert Opfer. Täglich." Gewichtsdiskriminierung passiert tausendfach, täglich, überall: Wenn jemand «Fette Sau!» schreit, obwohl der nächste Bauernhof kilometerweit entfernt ist, oder «Deutsche Panzer rollen wieder!», weil ein …
Bild: „Dick“ ist kein Schimpfwort - Tagung der Gesellschaft gegen GewichtsdiskriminierungBild: „Dick“ ist kein Schimpfwort - Tagung der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung
„Dick“ ist kein Schimpfwort - Tagung der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung
Berlin, den 6. Mai 2012 „‘Dick‘ ist kein Schimpfwort“ – unter diesem Motto stand die diesjährige Tagung der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung. Experten verschiedener Fachrichtungen, Interessierte und Vereinsmitglieder trafen sich am 28. April 2012 in der Hauptstadt, um über die Folgen der Diskriminierung von dicken Menschen für die Gesellschaft …
Gewichtsdiskriminierung: Bericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zeigt Handlungsbedarf auf
Gewichtsdiskriminierung: Bericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zeigt Handlungsbedarf auf
… deutlich, wenn Mobiliar und medizinische Hilfsmittel nicht auf den dicken Körper ausgelegt sind", so Natalie Rosenke, Vorsitzende der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung. "Einige Diagnoseverfahren stehen hochgewichtigen Menschen aufgrund unzureichender Dimensionierung der Geräte gar nicht zur Verfügung. MRT-Geräte sind ein typisches Beispiel hierfür." …
Bild: OPTI-SCAN by LUMOS ermittelt den UV-Schutz von Brillengläsern – schnell und zuverlässigBild: OPTI-SCAN by LUMOS ermittelt den UV-Schutz von Brillengläsern – schnell und zuverlässig
OPTI-SCAN by LUMOS ermittelt den UV-Schutz von Brillengläsern – schnell und zuverlässig
Wie wichtig der Schutz der Augen vor der gefährlichen kurzwelligen ultravioletten Strahlung ist, ist heute noch lange nicht allen bewusst. Kunden sollten gezielt darauf hingewiesen werden, dass die ultraviolette Strahlung zwar unsichtbar ist, aber bei hoher Intensität oder langer Dauer zu schmerzhaften Entzündungen der Binde- und Hornhaut führen und …
Bild: Wird die Diskriminierung dicker Menschen zum Fall für den Gesetzgeber?Bild: Wird die Diskriminierung dicker Menschen zum Fall für den Gesetzgeber?
Wird die Diskriminierung dicker Menschen zum Fall für den Gesetzgeber?
… Gleichbehandlungsgesetz (AGG) bisher nicht thematisiert, doch mit der zum 10. Jahrestag des Gesetzes angedachten Erweiterung im kommenden Jahr könnte sich das ändern. Die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung e.V. hat die Aktion "Deine Stimme hat Gewicht" ins Leben gerufen, um im Rahmen einer Umfrage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, mit der noch …
"Gewichtsdiskriminierung fordert Opfer. Täglich."
"Gewichtsdiskriminierung fordert Opfer. Täglich."
23. Internationaler Anti-Diät-Tag am 06.05.2014 Die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung startet die Kampagne "Gewichtsdiskriminierung fordert Opfer. Täglich." Gewichtsdiskriminierung passiert tausendfach, täglich, überall: Wenn jemand «Fette Sau!» schreit, obwohl der nächste Bauernhof kilometerweit entfernt ist, oder «Deutsche Panzer rollen wieder!», …
Bild: Curvy Supermodel vs. Gewichtsdiskriminierung?Bild: Curvy Supermodel vs. Gewichtsdiskriminierung?
Curvy Supermodel vs. Gewichtsdiskriminierung?
… ein Rechtsanwalt für Arbeitsrecht sowie eine Vertreterin der DAK Gesundheit auftreten. Den Impulsvortrag wird Natalie Rosenke, 1. Vorsitzende der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung (GgG) e.V. halten. Wir sprachen mit Natalie Rosenke in Vorbereitung des rehawissenschaftlichen Kolloquiums über das Thema Alltagsdiskriminierung und die neue Staffel …
Sie lesen gerade: Kommt der rechtliche Schutz vor Gewichtsdiskriminierung?